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Zweimal Traumnote 1,0

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Ehrung der Jahrgangsbesten: Schulleiter Martin Hille und Studiendirektorin Karin Weißmann mit Max Hohmann (v.l.), Merle Böttcher, Lara Zwillich, Stephan Kaphle und Lukas Kölsch.  Fotos: Marud
Ehrung der Jahrgangsbesten: Schulleiter Martin Hille und Studiendirektorin Karin Weißmann mit Max Hohmann (v.l.), Merle Böttcher, Lara Zwillich, Stephan Kaphle und Lukas Kölsch. Fotos: Marud

Hankensbüttel. 204 junge Erwachsene erhielten gestern Vormittag während der Abiturentlassungsfeier des Gymnasiums Hankensbüttel vor Eltern, Lehrern sowie Vertretern aus Politik und öffentlichem Leben ihre Reifezeugnisse. Aufgrund des doppelten Abiturjahrganges war das Gymnasium mit seiner Feier in diesem Jahr in die Sporthalle des Schulzentrums ausgewichen. Der doppelte Abiturjahrgang – Kappa (12. Jahrgang) und Iota (13. Jahrgang) – barg durch die Einführung des Abiturs nach der zwölften Klasse eine große Herausforderung für Schüler und Lehrer. Das wurde auch während der Entlassungsfeier deutlich, auf der bei toller Atmosphäre viel gelacht wurde.

Mit dem Abitur der Kappas und Iotas wurde nun das größte logistische Projekt der Bildungsgeschichte abgeschlossen, fand Schulleiter Martin Hille. Er dankte besonders den betroffenen Lehrern, die viel Kreativität und großen Einsatz in das Abitur der beiden Jahrgänge gesteckt hatten. Denn die Einführung des Turboabiturs nach Klasse 12 bedeutete Pionierarbeit. Es habe weder veränderte Lehrpläne noch Bücher gegeben – und so wurde „kopiert, was das Zeug hielt und eigene Lehrpläne entwickelt“.

„Beharrlichkeit und ein gewisses Format können dafür sorgen, dass man auf Dauer erfolgreich ist, und Größenwahn tut nicht gut“, gab Hille den Abiturienten mit auf den Weg. Er riet den ehemaligen Gymnasiasten in Zeiten, in denen Burn-Out-Syndrome häufiger werden, neben Beruf, Schule oder Uni das Leben nicht zu vergessen. Und: „Diese Entlastung wird die letzte sein, auf die Sie sich gefreut haben“, meinte Hille verschmitzt.

Der stellvertretende Landrat Werner Warnecke überbrachte die Grüße des Landkreises als Schulträger. „Nehmen Sie die Welt so, wie sie ist, nehmen Sie sie ernst und mit Humor.“ Außerdem riet Warnecke den Abiturienten dazu, ins Ausland zu gehen, um ihre Heimat auch einmal von außen zu betrachten. Manche Probleme würden aus anderer Perspektive auch gleich ganz anders gesehen.

Nicht nur der Kappa- und der Iota-Jahrgang verabschiedeten sich gestern. Die Schulelternratsvorsitzende Eva Butting-Weiland hielt nach zehn Jahren in ihrem Ehrenamt ihre letzte Rede während der Entlassungsfeier. Butting-Weilands Kraft, Entschlossenheit und Einfühlungsvermögen hätten der Schule gut getan, fand Schulleiter Hille. „Erwartet das Überraschende und bleibt Subjekte eures Lebens“, forderte die scheidende Schulelternratsvorsitzende den doppelten Abiturjahrgang auf. Sie riet den mehr als 200 Absolventen zudem, sich nicht von den Zeitgeistern beherrschen zu lassen.

Die Tutorenrede hielt in diesem Jahr Studienrat Sven Mayerhofer, der damit beim Publikum in der Sporthalle gut ankam und viel Applaus bekam. Er erinnerte sich an einige witzige Begebenheiten mit seinen ehemaligen Schützlingen. Und er habe von seinen Schülern gelernt, wie man ohne Schlüssel in den Klassenraum E5 kommt. Er verglich die Abiturienten mit einstigen kleinen Pflanzen auf der Plantage namens Schule, von denen jede anders gewachsen sei. „Der Weg liegt vor Ihnen“, verkündete Mayerhofer zum Schluss. Die Abiturienten sollten diesem einfach nur folgen, auch wenn sie nicht immer wissen, wohin er führt.

Eine schwungvolle Abiturientenrede lieferten Lisa Duczmal, André Jacob und Rahel Weiland, die deutlich machten, welch starken Zusammenhalt beide Jahrgänge haben. Die Schulband mit Linda Ebener am Mikro sorgte für Stimmung mit „Everybody’s Changing“ von Keane und „Misery“ von Maroon 5.

39 der Abiturienten schafften bei ihrem Abi-Schnitt eine eins vor dem Komma. Das beste Abitur mit der Traumnote 1,0 erreichten Merle Böttcher und Lukas Kölsch. Lara Zwillich und Max Hohmann erreichten einen Abiturschnitt von 1,1. Stephan Kaphle reiht sich mit einem 1,2 -Schnitt in die Reihe der besten Abiturienten ein. Vielfältige Begabungen und besondere intellektuelle Fähigkeiten wurden den Doppeljahrgangsbesten bescheinigt, die sich dabei nie abgehoben verhalten hätten. Für besonderes Engagement und gute Leistungen wurden Liesa Bartel, Wilhelm Dargel und Kevin Lenk geehrt.

Von Sabine Peter

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