So steht es um Aktion Fischotterschutz und Otter-Zentrum / 2019 lief dafür gut

Zwangspause statt längerer Saison in Hankensbüttel

Vorzeitig in der Winterpause: Beim Hankensbütteler Otter-Zentrum sind die Türen für Besucher seit Montag dicht. 2019 waren 55 821 Gäste da – fast so viele wie in 2018.
+
Vorzeitig in der Winterpause: Beim Hankensbütteler Otter-Zentrum sind die Türen für Besucher seit Montag dicht. 2019 waren 55 821 Gäste da – fast so viele wie in 2018.

Hankensbüttel – Mit der Corona-bedingten vorzeitigen Winterpause seit Montag endet für das Hankensbütteler Otter-Zentrum die Besuchersaison in einem ganz und gar nicht normalen Jahr. „Eigentlich wollten wir noch etwas nachholen“, sagt Otter-Zentrum-Chef Dr. Oskar Kölsch im IK-Gespräch.

Im Frühjahr war beim ersten Lockdown von einer Saisonverlängerung bis in den Dezember hinein die Rede gewesen. Daraus wird nun nichts. Positiv stimmen indes recht gute Zahlen aus 2019.

Dr. Oskar Kölsch, Vorstandsvorsitzender.

Zur jetzt erfolgten Schließung sagt Kölsch: „Wir wollen die Regeln einhalten und mit gutem Beispiel vorangehen.“ Auch der am 21. und 22. November geplante Wintermarkt musste Corona-bedingt abgesagt werden. „Das ist schon ein ziemlicher Ausfall für uns“, sagt Kölsch. Da werde man schwer getroffen. Die Standgebühren und auch die Einnahmen durch die eigenen Stände fallen weg. Für das Restaurant war der Markt auch immer eine große Sache: Ohnehin leidet der Geschäftsbetrieb dort unter der Zwangspause jetzt wieder besonders.

Im Frühjahr habe die Naturerlebnis-Einrichtung von der Politik aus allen Richtungen Unterstützung erfahren, sagt Kölsch. Das Otter-Zentrum hat auf seiner Homepage bereits einen Spendenaufruf gestartet. Kölsch will auch die Förderer wieder anschreiben und um Unterstützung bitten. Mit den Hilfen von staatlicher Seite wegen der schwierigen Situation im Frühjahr zeigt sich Kölsch recht zufrieden.

Was die Aktion Fischotterschutz (AFS) angeht, geht Kölsch als deren Vorstandsvorsitzender davon aus, dass es für den Verein wegen der festgesetzte Höchstgrenzen (De-minimis-Regel) bezüglich Beihilfen schwierig werden könnte. Ein glücklicher Umstand sind da die Zahlen aus dem Geschäftsbericht für das vergangene Jahr. „2019 war ein sehr gutes Jahr“, sagt Kölsch. „Als ob wir gewusst hätten, dass in 2020 Corona kommt.“

Ende 2019 betrug die AFS-Mitgliederzahl 9242 (205 mehr als im Vorjahr), die Zahl der Förderer 3619 (23 weniger) und die Zahl der Naturpartner 144 (15 weniger). In 2019 besuchten 55 821 Menschen das Otter-Zentrum (772 weniger als im Jubiläumsjahr 2018). Der AFS-Jahresüberschuss belief sich auf 134 600 Euro, bei der GN-Gruppe auf 29 100 Euro.

„Viel Ungewissheit“

2020 werden die Zahlen „sicherlich nicht so sein“, sagt Kölsch. Die Einnahmen werden stark zurückgehen. Rücklagen sind daher unumgänglich, denn bei der geplanten Erweiterung des Otter-Zentrums in 2021 hat man erhebliche Investitionen vor der Brust – angesichts von Kosten von einer halben Million Euro pro neuem Gehege, bei denen trotz Zuschüssen wohl 20 bis 30 Prozent Eigenanteil nötig sein werden.

Die erneute Zwangspause bedeutet für die Aktion Fischotterschutz, dass es wieder zu Verzögerungen bei den laufenden Projekten kommen wird – manchmal könnten die Projektenden verschoben werden, manchmal nicht. „Es gibt viel Ungewissheit, viel zusätzliche Arbeit und viel Bürokratie“, berichtet Kölsch.

Auch die Erweiterung sollte weiter vorangetrieben werden. Das geschieht nun quasi nebenbei, auch die politischen Sitzungen in Sachen Bebauungsplan wurden vorerst auf Eis gelegt. Die Konzeption des Themenpfades wird in virtuellen Konferenzen erstellt. „Man hat dazugelernt“, sagt Kölsch mit Blick auf die Erfahrungen aus dem ersten Lockdown. Ab März 2021 geht er in den Ruhestand, kündigt er an. Das letzte halbe Jahr seines Berufslebens habe er sich anders vorgestellt, muss er zugeben, da er eigentlich seine Übergabe vorbereiten wollte.

Auch ein Zeichen der Ungewissheit: Faltblätter für Veranstaltungen in 2021 hat das Otter-Zentrum wegen der fehlenden Planbarkeit nicht drucken lassen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare