Hankensbütteler Gymnasium: Lehrerabordnungen zum zweiten Schulhalbjahr erschweren Situation

„Ziemliche Lücke“ beim Personal

+
Besonders an den Grundschulen herrscht aktuell Lehrermangel. Auch das Hankensbütteler Gymnasium ist von den Lehrerabordnungen betroffen, die das Kultusministerium zum gestrigen Start des zweiten Schulhalbjahres angekündigt hatte. 

Hankensbüttel. Erneut eine schlechte Nachricht zum Start des Schulhalbjahres: Nach den kurzen Zeugnisferien Ende vergangener Woche begann gestern das zweite Halbjahr.

Wie schon unmittelbar nach den Sommerferien ist das Hankensbütteler Gymnasium nun wieder von den Lehrerabordnungen betroffen, die das Kultusministerium angeordnet hat (das IK berichtete).

Cornelia Röhrkasten

„Wir sind diesmal rechtzeitig informiert worden“, sagt Schulleiterin Cornelia Röhrkasten auf IK-Anfrage. Sie listet die derzeitigen Abordnungen auf: 10 Wochenstunden an die IGS Wittingen (bislang waren es 19), 8 Wochenstunden an die Regenbogenschule Groß Oesingen (so wie bislang) und 18 Wochenstunden an die Grundschule Wahrenholz – davon zehn für anderthalb Jahre. Denn das Gymnasium hat nachträglich eine Stelle bekommen (ausgeschrieben für Biologie und Deutsch). Es handelt sich laut Röhrkasten anstelle von Nachrückern um eine so genannte Dezernat 2 (GS)-Stelle, bei der eine 18-Wochenstunden-Abordnung an die Wahrenholzer Grundschule verpflichtend war. „Biologie habe ich dringend benötigt, sonst hätten wir den achten Jahrgang zusätzlich in Biologie epochalisieren müssen. Das war eigentlich nicht vorgesehen“, erläutert Röhrkasten. Epochalisieren bedeutet, dass Biologie dann nur halbjährlich unterrichtet worden wäre. Jetzt unterrichte die neue Kollegin 14 Wochenstunden Biologie am Gymnasium und fülle so die Lücke. Außerdem sei sie für zehn Wochenstunden an der Wahrenholzer Grundschule.

Laut Röhrkasten liegt das Gymnasium inzwischen nun weit unter 100 Prozent Unterrichtsversorgung. Klar sei aber auch, dass es anderswo, gerade bei den Grundschulen, noch schlechter aussehe. Nichtsdestotrotz spüre man die „ziemliche Lücke“ beim Personal – durch viele Schwangerschaften im Kollegium, Auslandsdienste und Langzeitabordnungen. Außerdem sei der Krankenstand hoch. Die derzeitigen Abordnungen an die Grundschulen („Dafür sind wir Gymnasiallehrer nicht ausgebildet“) kämen da noch oben drauf. Daher hätte man im Förder- und AG-Bereich kürzen müssen. Positiv sei generell aber, dass man zwei Stellen mit neuen Kräften habe besetzen können.

Sorgen bereitet Röhrkasten der Blick auf einzelne Fächer. So werden etwa zwei Lehrer für Chemie innerhalb der nächsten zwei Jahre in den Ruhestand gehen. „Es ist schon absehbar: Das reißt ein Riesenloch.“ Auch bei Musik und Religion sei das Personal knapp.

Röhrkasten rechnet damit, dass es beim Personal erstmal nicht einfacher werden wird, da die Abordnungen an die Grundschulen wohl auch in den nächsten zwei Jahren noch nötig sein werden.

Von Paul Gerlach

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.