Mehrere Bautrupps treiben Glasfaser-Ausbau im Hankensbütteler und Wittinger Bereich voran

Zehn Kolonnen arbeiten am schnellen Netz

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Das Kuhlmann-Team mit den Verantwortlichen, darunter die Bauleiter Marc Schulz (r.; für den Hankensbütteler Bereich westlich des Elbe-Seitenkanals zuständig) und Lars Bielke (3.v.r.; östlich des Kanals für den Wittinger Bereich verantwortlich).

Behren/Wittingen/Isenhagener Land – Emsig wie bei den Ameisen geht es derzeit im Wittinger Hafen zu: Radlader rangieren mit schweren Lasten, im Hintergrund liegen riesige Rohrtrommeln mit Rohrverbänden und Glasfaserkabeln.

„Das ist momentan ganz schön stressig hier“, gibt Bauleiter Marc Schulz zu.

Eine der zehn Kolonnen, die derzeit im Hankensbütteler und Wittinger Bereich unterwegs sind. Jeweils eine firmeneigene Bohranlage kommt dort zum Einsatz.

Ortstermin gestern Morgen um 10 Uhr in der Schaltzentrale samt Materiallager für das millionenschwere Breitbandausbau-Projekt von Netzbetreiber Giffinet: Vom Hafen aus steuert die Kuhlmann Leitungsbau GmbH & Co. KG als Tiefbauunternehmen im Auftrag des Landkreises den Ausbau des ersten Vermarktungsgebietes. Je fünf Kolonnen sind westlich und östlich des Elbe-Seitenkanals, meist parallel, im Hankensbütteler und im Wittinger Bereich im Einsatz. Das bedeutet einen großen Personalaufwand: Die Arbeiten laufen in mehreren Trupps mit bis zu 60 Mitarbeitern.

Der Baustart erfolgte nach umfangreicher Materialanlieferung im Februar (das IK berichtete). Schulz schildert die Stationen: Los ging es bekanntlich in Behren. Dann kam Bokel an die Reihe. Parallel wurden Blickwedel, Hagen, Sprakensehl und Masel angegangen. Wentorf, Alt-Isenhagen, Emmen und Hankensbüttel folgen in der Reihe. „Am Dienstag haben wir in Schweimke angefangen“, berichtet Schulz. Von dort aus wird sich über Bottendorf durch die Gemeinde Obernholz weiter Richtung Hankensbüttel vorgearbeitet. „Im Mai beginnen unter anderem die Arbeiten in Alt-Isenhagen und Steimke“, berichtet Landrat Dr. Andreas Ebel.

Für den Wittinger Bereich ist Bauleiter Lars Bielke verantwortlich. Dort arbeitet sich das Unternehmen an mehreren Stellen gleichzeitig von Norden nach Süden vor –bei komplexeren Arbeiten mit den eigenen Kuhlmann-Leuten, sonst auch mit zwei Subunternehmen. Bielke nennt Erpensen, Knesebeck (seit Mitte April), Gannerwinkel (soll nächste Woche abgeschlossen werden) und Stöcken (zu zwei Dritteln ausgebaut). Als Nächstes sei Wollerstorf an der Reihe, Glüsingen folge auch noch – ebenso der Bereich des Wittinger Hafens. Die firmeneigenen Bohranlagen – jeweils eine im Hankensbütteler und im Wittinger Bereich – arbeiteten sich Stück für Stück vor, erklärt Bielke das Prozedere.

„Die Arbeiten laufen parallel. Daher ist noch keine Maßnahme in sich vollständig abgeschlossen“, erläutert Landrat Ebel. Dazu gehörten Tiefbaumaßnahmen in offener und geschlossener Bauweise, das Verlegen von Rohrverbänden, das Einblasen der Glasfasern, die Errichtung von Verteilerkästen sowie die Baumaßnahmen zur Verlegung der Hausanschlüsse.

Bielke betont, dass derzeit ausschließlich Tiefbauarbeiten laufen. Vorsichtig geschätzt in vier bis fünf Wochen könne damit begonnen werden, die Glasfaserkabel mit Druckluft einzublasen. Noch fehle dafür die Planung vom Planer.

Alle Baumaßnahmen sollen spätestens zu Beginn des Jahres 2021 abgeschlossen sein. Die Freischaltung des schnellen Internets erfolgt mit Inbetriebnahme des jeweiligen Netzabschnitts in diesem Cluster. Laut Bielke wird somit aller Voraussicht nach Anfang 2021 mit Glasfaser-Tempo losgesurft werden können. Denn auch wenn die Tiefbauarbeiten dann schon längst abgeschlossen seien: Zuvor würden das Einblasen der Kabel und Montagearbeiten anstehen. Vor einer Inbetriebnahme stünden auch noch Messungen in den Haushalten an, um zu überprüfen, ob die Leitung ausreicht.

„Bislang gibt es keine Einschränkungen durch das Corona-Virus. Ob Einschränkungen entstehen können, ist nicht auszuschließen“, sagt Landrat Ebel. Auch Bielke erläutert, dass bei den Arbeitsabläufen die verschiedenen Sicherheitsregeln durch die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft und die eigenen Richtlinien umgesetzt werden. Das funktioniere.

Bei Nachfragen zu den laufenden Arbeiten wenden sich Bürger am besten direkt an Giffinet oder den Landkreis, sagt Schulz. Denn bei Kuhlmann haben die Mitarbeiter verständlicherweise gerade alle Hände voll zu tun. „Jeder, der einen Vertrag abgeschlossen hat, wird angeschlossen. Es wird niemand vergessen“, betont Bielke. „Wir wollen das Vorhaben ordentlich, schnell und für jeden zufriedenstellend abschließen.“ Schulz bittet um Verständnis, wenn es zu Behinderungen oder Einschränkungen durch die Bauarbeiten kommt. „Bei einigen ist dieses Verständnis noch nicht da.“

Bielke berichtet aber auch davon, dass dem Unternehmen etwa in Erpensen Flächen zum Lagern von Sand angeboten wurden. Schäden, wie jetzt beim gekappten Internet in Hagen, würden anstandslos repariert.

VON PAUL GERLACH

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