Zauberischer Abschluss

Mit der „Irrwischkönigin“, furios in Szene gesetzt von Barbara Kratz, endete am Sonnabend der Steinhorster Lesesommer.

al Steinhorst. Sphärenklänge, wallender Nebel, ein kleiner Wald – zauberischer hätte der Lesesommer in Steinhorst kaum enden können. Barbara Kratz machte die letzte Aufführung zum furiosen Erlebnis.

Und sie schaffte es, ihr großes Publikum mit „Die Irrwischkönigin“ einmal mehr mit neuen Ideen und neuen Facetten zu überraschen. Die literarische Vorlage, ein deutsches Kunstmärchen aus dem 19. Jahrhundert, bekam deutlich slawische Züge, die der schwerblütigen Handlung eine schöne Leichtigkeit gaben.

Nur ein kleiner Wechsel der Frisur und aus der gestandenen Königin wurde wieder die einst junge Prinzenbraut mit dem sprechenden Namen „Blauäugelein“. Dass sie selbst braune Augen hat, ist für eine wie Barbara Kratz sowieso kein Hindernis: „Die dunkeln mit dem Alter manchmal noch nach.“ Um sich in den Prinzen Wesa zu verwandeln, sind der präsenten Darstellerin ein Hut mit blondem Haar daran und ein Mantel genug.

Denn das opulente Theater ist nie die Sache von Barbara Kratz: Mit ein paar Stämmen bestückt wurde die kleine Bühne im Erich-Weniger-Haus zum Birkenwald mit dem Hüttchen. Nur ein kurzer Vorhangwechsel verwandelte das Königsschloss in eine verwunschene Moorlandschaft. Geschickte Toneffekte ließen den Regen rieseln, die Tiere im Sumpf ertönen und den Sturm heulen. Dramatisch blaugrünes Licht umspielt das Reich der „Irrwischkönigin“, deren seltsam hohles und tiefes Timbre Gänsehautstimmung beim Publikum erzeugte.

Zu echten Stars wurden diesmal die Puppen, die das Märchenpersonal vervollständigten, allen voran das Täubchen, das auch das älter gewordene Waldmädchen noch auf der Schulter sitzen hat. Allerdings ist das ein wenig in die Jahre gekommen: „Sie hat zugenommen und ist seit 18 Jahren nicht mehr geflogen.“ Klar, dass der Vogel mit der tragenden Nebenrolle am Schluss seinen Applaus abholen durfte. Auch die freche, äußerst explosive Zauberblume hatte die Lacher auf ihrer Seite.

Organisator Wolfgang Böser konnte seine Gäste schon aufs nächste Jahr einstimmen: Der Lesesommer 2011 ist bereits gesichert.

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