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Zahngoldspenden als Kapital

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Bericht aus Uganda: Elisabeth Mwaka (l.) und Melanie Nischkat erzählten in Hankensbüttel über die Arbeit in dem afrikanischen Land. Foto: Bratz

Hankensbüttel. Es war ein ereignisreiches Jahr für die Christliche Sozialarbeit in Uganda: Aktionen beim „Run for Help“ des Gymnasiums Hankensbüttel, Zahngoldspenden von Ärzten und der Auftritt auf dem Heidmärkerfest unterstützten die Aufbauarbeit von Elisabeth Mwaka, geborene Schulze, und ihren Mitarbeitern in Butiru, Uganda.

Am Mittwoch war die gebürtige Wierstorferin schließlich wieder in Hankensbüttel beim „Freundeskreis für christliche Sozialarbeit in Uganda“ zu Gast und erstattete Bericht: „Butiru ist ein abgelegenes Gebiet, fast ohne Teerstraßen und Strom“, erläuterte sie. Etwa fünfzig Prozent der Bevölkerung sei im Alter von unter fünfzehn Jahren. Dementsprechend stark besetzt seien auch die Schulklassen mit über hundert Schülern.

Nun werden zusätzlich zu den bestehenden weitere sieben Klassen gebaut. Einige Botschafter der Vereinten Nationen, die die Schulen besichtigt hätten, sicherten zudem finanzielle Unterstützung zu. Auch und gerade im landwirtschaftlichen Bereich habe sich einiges getan: Mit den Geldern vom Gymnasium Hankensbüttel wurde eine Scheune errichtet. Bisher hätten die Bauern, so Mwaka, immer zur Erntezeit ihr Getreide verkaufen müssen, um fluide zu bleiben. Dieses wandere dann nach Kenia, Somalia und Sudan, wo starke Nahrungsmittelknappheit herrsche. Später aber steige der Getreidepreis erheblich und der eigene Bedarf müsse auch gedeckt werden. Die Scheune böte nun die Möglichkeit, das Getreide zu lagern.

Außerdem seien die Landwirte zu einer landwirtschaftlichen Genossenschaft zusammengeschlossen worden, die an das Projekt in Butiru direkt verkaufe. Das Kapital zum Ankauf von Getreide von der Genossenschaft stamme von Zahngoldspenden. Eine weitere Verbesserung ist zu verzeichnen: Es wurden in Butiru bereits friesisch gekreuzte Kühe gekauft, die etwa dreimal mehr Milch pro Tag geben. Milch ist als Eiweiß- und Calciumlieferant einer der wichtigen Bausteine der Schul- und Weisenkinder, die häufig unter Mangelernährung leiden. Nun wurde ein Zuchtbulle gekauft, der bereits für Nachwuchs gesorgt habe.

Melanie Nikschat, Managementassistenten eines Futtermittelherstellers, wurde beauftragt, den Bullen zu überbringen. Zwar sei dieser aufgrund hoher bürokratischer Hürden erst zwei Tage nach ihrer Abreise in Butiru angekommen, aber sie habe eine berührende Erfahrung gemacht. „Das persönliche Engagement dieses Vereines ist sonst nicht so leicht zu finden“, lobte sie am Informationsabend in Hankensbüttel. Inzwischen ist die Sozialarbeit in Butiru ein von selbst laufendes Projekt: So berichtete Mwaka von ehemaligen Waisenkindern, die nun Ausbildungen verschiedenster Art, zum Beispiel zum Busfahrer, Imker, Näher, Maurer oder Säkretär gemacht hätten und die Arbeit nun mit ihrem Beruf unterstützten.

Auch das Microfinance-Projekt, bei dem Witwen sich aus Mikrokrediten eine unternehmerische Existenz aufbauen können, gedeihe bestens. Die christliche Sozialarbeit in dem afrikanischen Land finanziert sich aus Spenden, die zum großen Teil auch vom Freundeskreis in Hankensbüttel eingesammelt werden. „Die vielen kleinen Dinge, die die Spender und dieser Verein tun, sind das, was wirklich helfen“, schilderte Nikschat ihren Eindruck.

Von Arno Bratz

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