Kadaver von überfahrenen Tieren werden in Hankensbüttel gelagert / Sammelstelle in Hannover geplant

Wohin mit den toten Ottern?

Mit dem Anstieg der Fischotter-Population sind auch höhere Opferzahlen unter den Tieren im Straßenverkehr verbunden. Foto: privat

Hankensbüttel. „In den letzten Jahren hat sich die Otterpopulation in Niedersachsen recht positiv entwickelt“, sagt Dr. Hans-Heinrich Krüger von der Aktion Fischotterschutz.

Die besiedelte Fläche werde stetig größer und vermutlich nehme auch die Dichte des Bestandes in einigen Regionen zu. „Damit verbunden ist leider auch ein Anstieg der Verkehrsopfer. Immer häufiger werden überfahrene Otter gemeldet“, sagt Dr. Krüger. Doch wohin mit den toten Ottern?.

„Um die Kadaver für wissenschaftliche Untersuchungen zu erhalten, werden sie von der Aktion Fischotterschutz möglichst in die Tiefkühltruhen des Hankensbütteler Otter-Zentrums verfrachtet“, erläutert Dr. Krüger. Doch zunehmend ist dieses Bemühen nur noch teilweise durchzuführen. Bei etwa 20 Totfunden pro Jahr in Niedersachsen ist der Zeit- und Fahrtaufwand schon erheblich und damit von der Aktion Fischotterschutz nach eigenen Angaben „kaum noch zu leisten“.

Es werden daher derzeit Gespräche mit dem Veterinärmedizinischen Untersuchungsamt in Hannover geführt, um dort eine zentrale Sammelstelle zu errichten. „Die anfallenden Kadaver sollten nach einem festen Schema untersucht werden“, erklärt Dr. Krüger.

Die Daten könnten so zentral gesammelt und notwendige Gewebeproben sichergestellt werden. „Hierzu müssen auch Absprachen mit der Jägerschaft geführt werden, da der Fischotter dem Jagdrecht unterliegt“, sagt der Fischotter-Experte. Verbunden hiermit sei das alleinige Aneignungsrecht an toten Fischottern durch den jeweiligen Jagdausübungsberechtigten. „Das bedeutet, dass bei jedem tot aufgefundenen Otter der zuständige Jagdberechtigte sein Einverständnis zum Verbringen des Otters geben muss“, betont Dr. Krüger. „Im Sinne einer möglichst genauen wissenschaftlichen Untersuchung der anfallenden Fischotter hoffen wir bald auf eine praktikable Lösung, damit nicht noch mehr Otter ohne Befund in der Mülltonne verschwinden“, hofft der Experte.

Von Paul Gerlach

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