16 Modelle geplant / Erste Ergebnisse ab Sommer

Ise wird zur Teststrecke: Pilotprojekt mit Strömungslenkern

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Die Ise soll langfristig mit Strömungslenkern renaturiert werden. Bei Emmen und Wunderbüttel ist jetzt ein auf Jahre angelegtes Pilotprojekt gestartet worden, bei dem 16 verschiedene Lenkbuhnen getestet werden.

Emmen / Wunderbüttel – An der Ise läuft derzeit eine Art Pilotprojekt, das noch einige Jahre in Anspruch nehmen wird: Die Niedersächsischen Landesforsten und der Aller-Ohre-Verband möchten in Kooperation den Fluss revitalisieren.

Dieser gilt – ebenso wie die Aller – als strukturell schlecht, erläutert Ronald Möws, Gewässerkoordinator im Aller-Ohre-Verband. „Wir suchen eine günstige Möglichkeit, um sie strukturell aufzuwerten.“ Im Naturschutzgebiet „Ise mit Nebenbächen“ werden südlich der Brücke über den Elbe-Seitenkanal bei Wunderbüttel 16 unterschiedliche Bauarten von Strömungslenkern zur Gewässerrevitalisierung getestet.

Möws schildert im IK-Gespräch, welche Dimensionen und welche Signalwirkung das auf Jahre angelegte Projekt hat. Ziel ist es eine effiziente und kostengünstige Methode zu finden, damit der bisher nur gering strukturierte Ise-Abschnitt wieder zu einem attraktiveren Lebensraum für typische Bachbewohner werden kann. Wenn dies gelingt, ist das Ergebnis und die ermittelte beste Methode natürlich für kommende Vorhaben dieser Art interessant. Wenig verwunderlich, dass Möws daher auch bestätigt: „Das Interesse daran ist sehr hoch.“ So soll auch ein Artikel mit den Ergebnissen in einer Fachzeitschrift veröffentlicht werden.

Einmal im Jahr sollen die Strömungslenker kontrolliert werden – laut Möws ist noch nicht entschieden worden, ob dies zu einem regelmäßigen Zeitpunkt geschehen wird oder nach Ereignissen wie Hochwasser.

Ziel des Bauprojektes ist es, sogenannte Lenkbuhnen in unterschiedlichen Ausführungen und mit verschiedenen Höhen und Breiten auf ihre Einsatzmöglichkeit in langsam fließenden Bächen zu testen. Sie werden gegen die Strömung vom Ufer aus in die Ise eingebaut. „Die genaue Wirkung dieser Strömungslenker ist in diesen langsam fließenden Gewässern noch weitgehend unbekannt“, sagt Möws. Er rechnet im Sommer mit ersten Ergebnissen.

Das Monitoring über die Wirkung der 16 Einzelstrukturen erfolgt durch den Aller-Ohre-Verband in Zusammenarbeit mit Jürgen Wagner, Naturschutzbeauftragter beim Landkreis Gifhorn, und in enger Abstimmung mit dem Umweltamt des Kreises. Die Finanzierung der rund 35.000 Euro teuren Maßnahme erfolgt zu 90 Prozent durch eine Förderung des Landes und der EU aus der Fließgewässerentwicklung. Die fehlenden zehn Prozent werden vom Forstamt Unterlüß getragen.

VON PAUL GERLACH

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