Gemeinde Steinhorst erteilt Vorhaben bei Zahrenholz grünes Licht

Windpark Zahrenholz: Neun neue Windräder in der Planung

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Windräder bleiben umstritten – vor allem, wenn sie an kommunalen Grenzen errichtet werden sollen. Da die bei Zahrenholz geplanten neuen Anlagen aber von Steinhorst aus nicht wirklich zu sehen sein werden, erteilte der Gemeinderat den PNE-Plänen am Montagabend grünes Licht. 

Steinhorst/Zahrenholz – Beim geplanten Windpark Zahrenholz 01 zwischen Groß Oesingen und Steinhorst macht der Projektierer jetzt Dampf: Die PNE AG mit Sitz in Cuxhaven hat beim Landkreis Gifhorn die Errichtung und den Betrieb von neun neuen Windrädern beantragt.

Der Kreis hat daraufhin die Gemeinde Steinhorst um eine Stellungnahme gebeten. Am Montag gab der Gemeinderat einstimmig grünes Licht für die PNE-Pläne – unter der Voraussetzung der Erschlossenheit. Letztere soll durch die PNE in einem städtebaulichen Vertrag mit der Kommune gesichert werden.

Seit acht Jahren werde in Sachen Wind geplant, betonte der Steinhorster Bürgermeister Klaus-Hinrich Singer bei der Sitzung. Die Windräder bei Zahrenholz 01 seien alle südlich des Exxon-Mobil-Geländes an der K 1 vorgesehen und damit „weit weg von Steinhorst“. Hinzu kommt: Weil zu hohe Windräder ein Problem für das Radar der Militärflieger in Celle-Wietzenbruch sind, läuft es auf der 173 Hektar großen Fläche vermutlich eher auf Anlagenhöhen von 150 statt der heute üblichen 200 Meter hinaus. „Von Steinhorst aus werden sie nicht wirklich zu sehen sein“, sagt Singer. Groß Oesingen oder vor allem Zahrenholz seien dichter dran.

„Es gibt keine Bedenken von unserer Seite“, hielt der Steinhorster Bürgermeister fest. Der Projektierer gehe damit, dass er den Bauantrag stelle, weiter ins Risiko. Denn schließlich seien damit auch Kosten verbunden. Doch PNE wolle keine (weitere) Zeit verlieren. „Wir haben kein Problem mit den Plänen.“

Wie es in Sachen Windkraft nun konkret weitergeht, ist derzeit noch unklar: Singer verweist auf mehrere Gemeinden, die gegen die im März vorgelegten Windkraftpläne klagen wollen. „Das war zu erwarten.“ Dazu gehören die Gemeinden Wesendorf und Wahrenholz, aber etwa auch die Samtgemeinde Meinersen.

Durch die Gemeinde Eldingen und die Samtgemeinde Lachendorf könnte ebenfalls ein solcher Schritt folgen. Denn zur Wohnbebauung im Nachbarkreis Celle war der Abstand der Windräder von 1000 auf 500 Meter reduziert worden – weil es sich dort um Einzelhäuser im Außenbereich handele und nicht um eine geschlossene Siedlung, heißt es in der Beurteilung durch den Regionalverband Großraum Braunschweig. Letzerer ist für die Pläne verantwortlich.

Mit Blick auf den Windpark, der bei Zahrenholz entstehen könnte, war daher Kritik aus dem Kreis Celle laut geworden (das IK berichtete). Kritiker gehen sogar davon aus, dass eine erfolgreiche Klage das gesamte Windkraft-Konzept des Regionalverbandes stoppen könnte.

VON PAUL GERLACH

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