Cirkus May in Hankensbüttel nach Familienzwist finanziell am Ende / Tiere für Feste vermieten

„Wie soll es nun weitergehen?“

Die Tiere, die im Zelt untergebracht sind, können jeden Tag kostenlos angeschaut werden.

Hankensbüttel. Zwei Wohnwagen und zwei Anhänger verlieren sich fast auf der großen Fläche am Handwerkerring in Hankensbüttel. Hinzu kommt ein Zelt, in dem Tiere untergebracht sind: Es ist ein Teil des Cirkus May, der im Luftkurort geblieben ist.

Die fünfköpfige Familie Frank lebt mit den Tieren auf dem Gelände am Rande des Gewerbegebietes.

Um den Lebensunterhalt der Familie zu sichern, möchte Frank Ponyreiten für Kinder anbieten.

Bei den Tieren und den Fahrzeugen handelt es sich um einen Teil des Cirkus May, der im Jahre 1820 gegründet wurde. Die Familie May lebte und lebt in Steinhorst und ging von dort aus auf Tourneen durch Deutschland und Europa. Nach dem Tod ihres Mannes sei ihre Familie finanziell am Ende, sagt Gabriele Frank im IK-Gespräch. Und es habe Streit mit den Kindern ihres Mannes aus erster Ehe gegeben, die mit dem „Zirkus May“ weiterhin auf Tournee gehen würden. Nun müsse man von vorne anfangen, unterstreichen Gabriele Frank und ihr Sohn Fernando. Versorgt werden müssen jeden Tag die vielen Tieren, unter anderem Friesenhengste, Lamas, Esel, Ponys und Gänse. Man versuche sich über Wasser zu halten, sagt Fernando Frank, der dankbar ist, dass sie das Gelände von Ilona Henke kostenlos nutzen könnten und von Landwirt Burghard in Hankensbüttel Futter bekommen würden. Mit dem gesamten Zirkus wurde alle zwei Jahre Station in Hankensbüttel eingelegt, nach dem Streit mit den Stiefkindern, so Gabriele Frank, sei man in Hankensübttel hängengeblieben.

Fernando Frank mit einigen der Tiere, die im großen Zelt untergebracht sind. Fotos: Manicke

Nun leben die drei Erwachsene und zwei Kinder auf dem Gelände. Und man sei auf die Unterstützung der Bürger angewiesen. „Wir müssen neu anfangen, aber es fehlt an allen Ecken und Enden“, sagt Frank und fragt: „Wie soll es nun weitergehen?“ Trotz aller Probleme wollen der junge Mann und seine Mutter nicht aufgeben. Sie wollen eine Reitbahn am Handwerkerring aufmachen. So könnten sie sich vorstellen, für Kinder ein Ponyreiten anzubieten. Weiterhin denkt Fernando Frank daran, Tiere für Feste oder Geburtstagsfeiern, insbesondere für Kinder, zu vermieten. Die Tiere seien alle gesund und würden regelmäßig vom Veterinäramt untersucht, versichert der junge Mann im IK-Gespräch. Zu erreichen ist die Familie unter Telefon (01 51) 18 93 67 89. Wer möchte, kann sich die Tiere jeden Tag in der Zeit von 10 bis 18 Uhr anschauen. Kostenlos, sagt Fernando Frank.

Von Walter Manicke

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