Nur eine Zuhörerin beim Hankensbütteler Seniorenbeirat / Vorsitzender: „Für wen macht macht man das noch?“

Wenig Echo auf Bringdienst-Debatte

Wolfgang Hellmann

rj Hankensbüttel. Ist das Thema Bringdienst ausdiskutiert? Oder interessiert es in Hankensbüttel gar nicht all zu viele Menschen?

Die, die es am stärksten angehen müsste, sind die Senioren, und so hatte der Seniorenbeirat in dieser Woche in seiner öffentlichen Sitzung das umstrittene Vorhaben auf seiner Agenda. Aber: Nur eine einzige Bürgerin kam, um der Sitzung beizuwohnen.

„Es wurde groß angekündigt. Bei so wenig Resonanz fragt man sich: Für wen macht man das noch?“, monierte Wolfgang Hellmann, Vorsitzender des Seniorenbeirats. Er hatte Thorsten Rohé vom CBM-Institut zu Gast, der über den Bringdienst Auskunft gab.

Abseits von politischen Meinungen ging es den Zuhörern um praktische Fragen. Zum Beispiel, wie man als Kunde die Produkte des Bringdienstes kennen lernt. Rohé erklärte dazu, dass das jeder Betreiber für sich entscheiden könne. Oft seien es Kataloge, in denen die Produkte angeboten würden.

Zudem klärte sich für einige der Anwesenden auf, dass ein Dorfladen und ein Bringdienst nicht unbedingt gekoppelt sein müssen. Zwar sei das, so Rohé, optimal, doch könne beides genauso gut unabhängig voneinander funktionieren.

Rohé rief dazu auf, sich von der Vorstellung zu verabschieden, dass der Bringdienst nur etwas für kranke und alte Menschen sei. Auch Familien könnten den Service nutzen und dadurch viel Zeit einsparen. „Die Rückmeldung ist in vielen Orten sehr positiv, aber es bleibt auch ein konstruktiv kritischer Blickwinkel“, interpretierte Rohé die Debatte der vergangenen Wochen und Monate. „Es gilt, Strukturen aufzubauen, um auch älteren Menschen die Möglichkeit zu geben, noch in 15 Jahren hier bleiben zu können, im liebgewonnen Wohnsitz und der Lebenskultur.“

Der Hankensbütteler Seniorenbeirat steht dem Versorgungsservice noch etwas kritisch gegenüber. „Ich bin eher neutral. Mal gucken was dabei rauskommt“, sagte Hellmann. Mit privaten Dorfläden habe man in der Vergangenheit allerdings eher schlechte Erfahrungen gesammelt.

Das nächste Treffen des Seniorenbeirates findet am Dienstag, 31. Juli, statt.

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