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Weiterer Schritt zur Biogasanlage

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Eine Informationstafel an der Schweinemastanlage bei Weddersehl weist schon seit längerer Zeit auf das Vorhaben des Schweinezucht-Unternehmens aus Osterwohle hin. Foto: Archiv

Weddersehl. Der Umwelt-, Planungs- und Bauausschuss der Samtgemeinde Hankensbüttel hat die 27. Änderung im Flächennutzungsplan der Samtgemeinde bezüglich der geplanten Biogasanlage bei Weddersehl festgestellt.

Der Ausschuss gab bei einer Gegenstimme von Inge Elvers (SPD) seine Empfehlung dafür. Den endgültigen Beschluss dazu fällt der Samtgemeinderat in seiner nächsten Sitzung. Danach wird die Änderung des F-Planes beim Landkreis Gifhorn als Genehmigungsbehörde eingereicht und anschließend im Amtsblatt veröffentlicht. Das Verfahren zur F-Planänderung wäre damit abgeschlossen.

Viele Zuhörer verfolgten am Montagabend die Sitzung. Die geplante Biogasanlage bei Weddersehl ist im Ort ein „sensibles Thema“, wie der Ausschussvorsitzende Dirk Köllner fand. Viel Kritik und Skepsis kam in der jüngsten Vergangenheit aus dem Ort zu diesem geplanten Vorhaben.

Die Osterwohler Schweinezucht GmbH plant an ihrem bestehenden Schweinestall bei Weddersehl eine Biogasanlage. Einer zukünftigen Erweiterung will sich das Unternehmen dabei nicht verschließen (das IK berichtete).

Da das Thema so sensibel ist, stellte die beauftragte Planerin Astrid Pesel der Öffentlichkeit das 41-seitige Schriftwerk mit den Stellungnahmen von Trägern öffentlicher Belange und vielen Privatleuten vor. Umfangreiche und zahlreiche Stellungnahmen und Einwände waren in der Zeit der öffentlichen Auslegung eingegangen. Das Landvolk beispielsweise befürchtet durch die Planung der Schweinezucht, dass andere bestehende landwirtschaftliche Betriebe in einer eventuellen Erweiterung behindert werden könnten. Ein anderer Aspekt ist der zusätzliche Verkehr, der laut der Planerin aber durch die Kreisstraße problemlos aufgefangen werden könne.

Bedenken gibt es auch bei vielen Bürgern, die Einwände einreichten, beispielsweise aufgrund der Mindestabstände zur Wohnbebauung. Laut Astrid Pesel werde dieser Aspekt bei der Anlagenplanung ein Thema. In der Bauleitplanung würden darüber hinaus keine Input-Stoffe für die Biogasanlage festgelegt werden. 18 Haushalte befürchten, dass Schlacht- und Hühnerabfälle in der Anlage verwertet werden könnten.

Nach Meinung von Inge Elvers (SPD) befinde sich das Verfahren angesichts der Kritik Weddersehler Bürger in einem Prozess, „der eigentlich nicht beschlussreif ist“. Peter Dietz (Grüne) brachte ein Schreiben von Weddersehler Bürgern ins Spiel, in dem gefordert wird, das Verfahren zu stoppen. Das dies rechtlich nicht möglich ist, verdeutlichten Dedelstorfs Bürgermeister Bernd Rodewald und Samtgemeindebürgermeister Andreas Taebel.

Dietz wunderte zudem, dass die Kritik aus dem Dorf nicht schon zu Zeiten kam, in denen das Thema noch zur Beratung beim Dedelstorfer Gemeinderat lag. „Die Kritik und eingebrachte Mängel wurden in den Ausführungen der Planerin nicht bestätigt“, fasste Dietz zusammen und verwies darauf, dass die Gemeinde Dedelstorf Spielraum beim Bebauungsplan habe, wenn der F-Plan verabschiedet wird. Der Weddersehler Landwirt Joachim Cohrs beteuerte, dass man im Ort nichts gegen die geplante Biogasanlage habe, sondern mit der Option, dass die Anlage künftig erweitert werden könnte. „Das offene Limit soll raus“, sprach Cohrs für die Weddersehler Zuhörer.

Taebel bestätigte, dass die vorliegende Abwägung sämtliche Einwände widerlege. Die Gemeinde könne aber theoretisch bei den Beratungen zum Bebauungsplan die betreffende Fläche verkleinern. Der Ausschussvorsitzende Dirk Köllner beteuerte, dass der Wille in der Politik da sei, den Bürgern zu entsprechen, aber „was nicht begründbar ist, kann auch nicht verändert werden“.

Von Sabine Peter

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