Weihnachtenlieder mal rau und herzlich

Tempest rocken zur Traditionsfeier erstmals das Schweimker Schützenhaus

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Auch mit Verstärkung als General Groove überzeugten die Musiker.

Schweimke – Schwarze Kleidung, schwarze Weihnachtsmütze, aber ein reines Herz: Beim traditionellen Weihnachtskonzert von Tempest erklangen am Samstagabend die beliebtesten Weihnachtslieder aus Deutschland und der ganzen Welt im Schweimker Schützenhaus.

Dazu rief Thorsten „Timme“ Dierks väterlich von der Bühne zu einem friedvollen Miteinander und einem freundlichen Umgang untereinander nicht nur zur Weihnachtszeit auf. „Gewalt ist Scheiße“, bekannte er, und die Gäste stimmten dem wohlwollend zu. Auch wenn kein Schnee lag, die Natur sich fast schon auf den Frühling vorbereitete, man merkte am X-Mas-Konzert von Tempest, dass es auf Heiligabend zugeht. So traf jahrhundertealtes Liedgut, in Ermangelung der Fähigkeit, mit Harfe und Orgel umzugehen, mit E-Gitarre, Bass und Schlagzeug und bei fehlender glockenheller Knabenstimme eben mit rauem, aber herzlichem Männerbass auf modernes Rockgut aus dem Heavy Metal-Bereich.

„Morgen Kinder wird’s was geben“, „Fröhliche Weihnacht“, „Süßer die Glocken nie klingen“ oder „Jingle Bells“ mit Hells Bells-Adaption von AC/DC begeisterten die Fans, für deren Ohren auch skandinavische und andere Lieder mit deutschen Texten präsentiert wurden.

Weihnachtlich geschmückt war der Raum im Schützenheim, der die lange Tradition des nunmehr geschlossenen Rock-Cafés in Wittingen fortsetzte. Doch die Fans, durchweg im rustikalen, rüstigen Alter, hatten den Weg in das Schweimker Holz gefunden. Rund 150 Gäste genossen dort, wo Fuchs und Hase sich gute Nacht sagen – nur wegen der Lautstärke eher diese Nacht nicht – die erdigen, aber herzlichen Töne von der Bühne.

Im Laufe des Abends wechselte Dierks auch das Instrument, denn mitunter verstärkten David Evang und Marcello Ebel, der keck vom Schlagzeug Besitz ergriff und Dierks ans Keyboard trieb, die Musiker, sodass es nicht mehr nur ein reines Tempest-Konzert war. Doch auch für die Formation General Groove gab es Begeisterungsstürme des Publikums, das beim Schlumpflied sogar einträchtig mitsang. Zumindest für die leicht zu merkenden Textstelle „Lalalalalalalalalalaaaaaa“ reichte es. Ganz verwegene Fans übten sich sogar im Paartanz vor der Bühne, von der Gitarrist Andreas Thiemann mitunter herunterkam, um ganz nah neben den Fans zu rocken.

Im Laufe des Abends gab es zudem die wundervolle Metamorphose von der Mütze von Bassist Stefan „Toffe“ Diercks: Sie wandelte die Farbe von Schwarz zu Rot.

VON BURKHARD OHSE

Weihnachtskonzert mit Tempest in Schweimke

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