Entscheidung bei Hängepartie: Dedelstorfer Rat entscheidet sich gegen Sanierung / Knappes Abstimmungsergebnis

Weddersehl: Bauernende wird neu gebaut

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Neuausbau statt Sanierung: Die Straße Bauernende in Weddersehl ist marode.

Weddersehl. Nach einer monatelangen Hängepartie steht nun fest: Die sanierungsbedürftige Straße Bauernende in Weddersehl wird neu gebaut. Das beschloss jetzt der Rat der Gemeinde Dedelstorf.

Besonders Anlieger und Bürger hatten sich zuletzt für eine Sanierung stark gemacht und damit die CDU-Ratsmitglieder auf ihre Seite gezogen. Die Mehrheitsgruppe aus FWD und SPD bevorzugte weiter einen Neubau und setzte diesen jetzt durch.

Im März dieses Jahres wurde der Beschluss für einen Neubau der Straße noch von der Tagesordnung abgesetzt. Stattdessen wurde beschlossen, mit dem Planungsbüro Schulz & Partner noch einmal die Möglichkeit einer Sanierung statt eines Ausbaus durchzusprechen. Planer Heinrich Schulz plädierte aber weiterhin für einen Neubau.

Vor etwas mehr als einem Jahr schien die Sache noch eindeutig. Dass etwas getan werden müsse, war allen Beteiligten schnell klar. Der Vorschlag eines Neubaus sorgte für zustimmendes Nicken bei allen Fraktionen. Im Juni 2012 wurde im Bauausschuss eine einstimmige Empfehlung für den Neubau abgegeben, bei der Ratsssitzung Ende Juli des gleichen Jahres wurde dies bei nur einer Nein-Stimme bestätigt. Doch mit der Zeit wurde die Skepsis größer. Vor allem die Anlieger ärgerten sich über hohe Kosten.

Nun stand das Thema wieder auf der Tagesordnung. Dieses Mal sollte endlich entschieden werden. Doch bis dahin war es ein langer Weg. Die Fronten waren verhärtet. Die FWD-Fraktion drängte auf den Neubau, die vier CDU-Ratsmitglieder machten sich für die Sanierung stark. „Wenn wir etwas machen, was dem Bürgerwillen widerspricht, machen wir etwas falsch. Nach dem Willen der Bürger müssen wir uns richten – auch wenn es fachlich falsch ist“, argumentierte Wilhelm-Joachim Cohrs (CDU). Er stellte klar: „Ich bin für eine Sanierung.“ Seine Fraktionskollegen zogen den Kostenfaktor heran. „Wir müssen die Finanzen der Gemeinde im Auge haben“, mahnte Erhard Dreyer. Bernd Meyer (FWD) hielt dagegen: „Wir haben die Summe schon abgespeckt. Mehr geht nicht. Ich bleibe dabei, dass wir, wie vom Planungsbüro empfohlen, neu bauen müssen.“

„Es ist klar, dass sich die Anlieger für die kostengünstige Variante entscheiden“, sagte Hans Otto Pape (FWD). Man könne eben nicht nur auf die Bürger hören. Einen letzten Versuch unternahm Hans-Hermann Bock (CDU). Er stellte den Antrag, einen Straßenbauer zur Begutachtung der Straße heranzuziehen. Dieser wurde mit sechs zu vier Stimmen abgelehnt. So fiel auch die Abstimmung über die Beschlussvorschlag aus. Die Mehrheitsfraktion stimmte für den Neubau, die CDU war dagegen.

Die Gesamtkosten betragen 165 000 Euro. Einen Teil davon müssen die Anlieger tragen. Da ein Teilstrecken-Ausbau angestrebt wird, sind die Anlieger von der K 10 bis zur Kreuzung Am Teich betroffen.

Von Eike Hoppmann

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