Pilotcharakter

Wattenmeerprojekt am Maseler Dorfteich

Zukunftsträchtiges Projekt: In Masel verbindet man Nützliches mit dem Angenehmen. Foto: Feith

MASEL - Maritimes Flair für Masel: Bewohner des Ortes haben jetzt ein „Wattenmeerprojekt“ zur effektiven Energienutzung entwickelt. Das Vorhaben könnte Pilotcharakter für die Region haben.

Schon lange bastelten die Dorfbewohner an einem geeigneten Lösungskonzept für eine effektivere Ausnutzung der dortigen Anlagen zur Stromerzeugung und -speicherung. Masel möchte unbedingt mehr in Sachen Energie tun und sich den Titel als erstes Energiedorf an Land ziehen.

Bekanntlich wird Strom nachts nicht in den Maßen verbraucht, wie es tagsüber erfolgt. Momentan produzieren eine Hightech-Photovoltaikanlage, eine Reihe von nahegelegenen Windrädern und eine Biogasanlage fleißig Strom aus der unmittelbaren Region. Wohin mit der Energie, die übrigbleibt und nicht genutzt wird?

Masel hat Antworten auf diese Frage gesucht – und gefunden. Schnell war klar, dass der Dorfteich eine entscheidende Rolle spielen könnte und neben der Energienutzung auch Natur und „Dorf-Feeling“ positiv beeinflussen kann. Angedacht ist daher nun, ein künstliches Wattenmeer zu erzeugen, um das maritime Flair am Sandstrand zu unterstreichen und den nachts produzierten Strom auch zu verbrauchen.

Dazu sollen Rohre (Durchmesser 1 Meter) vom Dorfteich bis zirka 500 Meter nördlich von Masel verlegt werden, bis zu einem neu erbauten Auffangbecken. Mit einem Gefälle von fünf Prozent und einer Turbine werden ab dem frühen Abend die rund 12 500 Kubikmeter Teichwasser abgepumpt.

Am frühen Morgen ist der Teich entleert, und somit herrscht Ebbe im Dorf. Erst, wenn die Sonne ihren höchsten Stand erreicht hat, wird das Wasser aus dem Rückhaltebecken wieder ins Dorf gepumpt. Dieses Verfahren soll für eine produktivere Stromnutzung für Sorge tragen.

Zudem spielt der Aspekt Naturschutz und Artenvielfalt eine entscheidende Rolle. Die Maseler freuen sich schon auf das erste nistende Möwenpaar und auf Muscheln. Die Vorstellung des Projektes soll am 24. August bei der 700-Jahr-Feier in Masel erfolgen.  - Von Nina Feith

- April, April!

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