Natur vor der Haustür wird erforscht

Wald, Sofa und Pferd für Kitakinder: Neues Angebot in Steinhorst gestartet

Rund um das Waldsofa der Kitakinder: Im Steinhorster Reinhornweg wurde gestern die neue Waldkita eröffnet – zur Freude aller Beteiligten. Los geht es erstmal mit neun Kindern, heute könnte ein weiteres dazukommen.
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Rund um das Waldsofa der Kitakinder: Im Steinhorster Reinhornweg wurde gestern die neue Waldkita eröffnet – zur Freude aller Beteiligten. Los geht es erstmal mit neun Kindern, heute könnte ein weiteres dazukommen.

Steinhorst – Die Samtgemeinde Hankensbüttel hat ihre zweite Waldkita: Nach der Waldgruppe am Elbe-Seitenkanal ist in Steinhorst zum 1. Oktober die neue Einrichtung gestartet – zunächst mit 9 von 15 Kindern, die maximal möglich sind.

Die meisten der Kinder kommen aus Steinhorst, eines aus Hagen und heute könnte noch ein weiteres aus Hankensbüttel hinzustoßen.

Sie sind zwischen drei und sechs Jahre alt, betreut werden sie von montags bis freitags zwischen 8 und 13 Uhr von den zwei pädagogischen Fachkräften Verena Roth und Nicole Fromhagen-von der Brelie. Als Unterschlupf steht im Reinhornweg eine 40 Quadratmeter große Schutzhütte samt Unterstand bereit, bei extremen Wetterverhältnissen geht’s in das Haus der Gemeinde. Mitinitiator war Waldbesitzer Detlef Dehning, der als Verpächter das Vorhaben stark unterstützt.

Sabine Lembke, Leiterin der DRK-Kita Sprakensehl, die auch die letzten noch freien Plätze in der Waldkita-Gruppe vergeben wird, drückte gestern ihre Freude über den Start aus und dankte den Unterstützern und Beteiligten. Sie erlebe das Ganze als „effektiv und kreativ“.

Aus organisatorischen Gründen musste der eigentlich für August geplante Start in den Oktober verschoben werden. Die angemeldeten Kinder wurden zwischenzeitlich in der Kita in Sprakensehl betreut. Seit dem Start vor wenigen Tagen haben sie – unterstützt von Jasmin Littau – bereits erste Ausflüge in den Wald unternommen, Tiere und Pflanzen entdeckt sowie ein Waldsofa gebaut.

Die Waldkita-Kinder werden das ganze Jahr über im Freien betreut – dank passender Kleidung bei jeder Wetterlage. Bei der tiergestützten Pädagogik wird ein Pferd eingebunden.

Jeweils eines der Pferde soll bei der tiergestützten Waldpädagogik miteinbezogen werden.

„Ich bin ergriffen“, betonte Samtgemeindebürgermeister Andreas Taebel gestern. Er hob besonders die schnelle Umsetzung nach dem Samtgemeinderatsbeschluss vom 25. Mai hervor. Der Bürokratismus habe noch einige Steine in den Weg gelegt, ansonsten sei der Start noch schneller möglich gewesen. „Nun können die Kinder hier den Wald erkunden.“ Die volle Auslastung der Gruppe werde sicherlich demnächst erreicht. Durch das DRK als Partner sei es auch möglich, dass die Kinder zwischen einer Regelkita und der Waldkita hin und her wechseln könnten – je nach Wunsch der Eltern. Definitiv lindere das neue Angebot die Not in der Samtgemeinde in Sachen verfügbare Kitaplätze.

Karin Single, Fachbereichsleiterin für Kinder, Jugend und Familie beim DRK, dankte Roth für ihr Konzept für die Waldkita, die ein „leuchtendes Beispiel“ in der Samtgemeinde sei. Es zeige, was möglich sei, wenn man es wirklich will. „Für die Kinder ist es hier ein Traum.“ Die Rahmenbedingungen seien sehr gut. „Die Kinder freuen sich, toben zu können“, berichtete Roth über die ersten Tage. Man taste sich immer weiter in den Wald vor. Laut ihrer Kollegin Fromhagen-von der Brelie ist die erste Frage der Kinder morgens: „Gehen wir jetzt in den Wald?“ VON PAUL GERLACH

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