Lediglich Kitas und Grundschulen von der Vorteils-Regelung betroffen

Vorerst kein früherer Impftermin für Lehrpersonal an weiterführenden Schulen

Auch die Lehrkräfte des Hankensbütteler Gymnasiums dürfen sich vorerst nicht impfen lassen.
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Auch die Lehrkräfte des Hankensbütteler Gymnasiums dürfen sich vorerst nicht impfen lassen.
  • Florian Schulz
    vonFlorian Schulz
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Es ist zweifelsohne ein Beschluss, der für Diskussionsstoff sorgt: Lehrer beziehungsweise Erzieher in Grundschulen und Kindertagesstätten dürfen sich früher als erhofft gegen das Corona-Virus impfen lassen. Das kündigte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn an. Dagegen gilt selbige Vorteils-Regelung nicht für das Personal an weiterführenden Schulen. Wie ist das zu erklären?

Hankensbüttel – Bundesweit wurde die Impfreihenfolge geändert. Das heißt für Grundschullehrer und Kita-Erzieher, dass sie in die Priorisierungs-Gruppe 2 aufrücken. Aktuell sind allerdings noch stark gefährdete Personen der Stufe 1 (über 80-Jährige) an der Reihe, der Abschluss ist für spätestens Anfang April vorgesehen. Doch warum gilt der jüngste Beschluss nicht auch für weiterführende Schulen?

Eine wirkliche Erklärung hat auch Cornelia Röhrkasten, Schulleiterin am Gymnasium Hankensbüttel, nicht: „Aus meiner Sicht sind wir hier keineswegs ungefährdeter.“ Am Gymnasium gebe es weitaus mehr Kontakte als in Grundschulen oder Kitas, wo es das Personal vielleicht mit 20 Kindern zu tun habe. „Ich würde mir schon wünschen, dass auch wir aufrücken dürften“, so Röhrkasten.

Auf der anderen Seite ist Röhrkasten auch froh, dass sich auf dieser Ebene überhaupt etwas bewegt hat. „Die Bildung ist auch in Zeiten von Corona sehr wichtig. Aus meiner Sicht wurde zuvor nicht viel in diese Richtung unternommen, daher betrachte ich diesen Schritt als mehr als überfällig.“ Warum allerdings für Kitas beziehungsweise Grundschulen und weiterführende Schulen unterschiedliche Regelungen gelten, bleibt auch für die Schulleiterin schleierhaft. „Sicherlich darf man nicht vergessen, dass beispielsweise in Kitas keine Masken getragen werden dürfen und Kinder beziehungsweise Erzieher in einem viel engeren Kontakt zueinanderstehen, doch bei uns ist das Risiko – auch wenn wir entsprechende Abstands- und Hygieneregelungen haben – aus meiner Sicht nicht niedriger“, so Cornelia Röhrkasten, die anfügt: „Ich fände es gut, wenn wir in die Stufe 2 mit einbezogen würden, um vielleicht auch die entsprechende Anerkennung zu erhalten.“

Auch dem Regionalen Landesamt für Schule und Bildung in Lüneburg sind mit Blick auf dieses Thema die Hände gebunden. „Diese Regelung kommt weder von uns noch vom Kultusministerium. Somit können wir dies auch nicht beeinflussen“, erklärt Pressesprecherin Bianca Trogisch. Bislang sind allerdings keine entsprechenden Beschwerden bei ihr eingegangen, verrät Trogisch.

Eine Prognose, wie es weitergehen könnte, möchte Röhrkasten nicht abgeben. „Ich hoffe, dass die entsprechenden Verbände sich dazu noch einschalten“, verrät sie. Klingt nach verhaltener Hoffnung.

Allerdings beschäftigt die Schulleiterin des Hankensbütteler Gymnasiums derzeit noch ein anderes Thema: Wie geht es mit der Realisierung des Unterrichts weiter? Wird das reine Home-Schooling also schon bald ein Ende haben oder sich noch bis zum Ende der Osterferien hinziehen? Nur eine von vielen interessanten Fragen, mit denen sich nicht nur Cornelia Röhrkasten aktuell befassen muss.

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