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Volksbegehren für bessere Bildung

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Die Grundschule Hankensbüttel

Hankensbüttel - Von Sabine Peter. Das „Turbo-Abitur“ nach zwölf Jahren, die Einführung der Verlässlichen Grundschule und das Thema Integrierte Gesamtschule (IGS) beschäftigen die Schullandschaft in Niedersachsen und somit auch den Landkreis Gifhorn. Seit vielen Wochen laufen in Niedersachsen die Vorbereitungen für ein Volksbegehren gegen die Verlässliche Grundschule (und somit für den Erhalt der Vollen Halbtagsschule) und das Turbo-Abitur sowie für den Ausbau von Gesamtschulen.

Katharina Skerhutt und Anja Fischer, deren Kinder beide die Grundschule besuchen, unterstützen das Volksbegehren. Unterstützung kommt dabei auch von SPD-Politiker Martin Rausch. Die drei Hankensbütteler wollen Unterschriften sammeln. Denn das Volksbegehren kommt nur zustande, wenn bis zum 2. Dezember zehn Prozent der Wahlberechtigten in Niedersachsen ihre Stimme abgeben, was mehr als 600 000 sind. 2009 hat sich eine Initiative gegründet, die sich damit beschäftigt, was in der Niedersächsischen Schullandschaft verändert werden kann und hat daher zum Volksbegehren aufgerufen. Wer sich darüber detailliert informieren möchte, kann dies im Internet unter http://www.volksbegehren-schulen.de tun. Gefordert wird im Rahmen des Volksbegehrens die Rückkehr zum Abitur nach 13 Jahren, die Gründung von Gesamtschulen mit vier oder auch drei Klassen pro Jahrgang und der Erhalt der Vollen Halbtagsschule.

Der Standort der neuen IGS in der Sassenburg sei für Hankensbüttel ungünstig, finden die drei. Der nördliche Nordkreis von Hankensbüttel sei von der Schule abgeschnitten. Sie wollen mit der Initiative nicht nur betroffene Eltern ansprechen. „Das geht die ganze Gesellschaft etwas an“, findet Skerhutt. Durch die Einführung der Verlässlichen Grundschule in Hankensbüttel (das IK berichtete) würde bereits „die Grundförderung ab der ersten Klasse beschnitten“. Rausch sieht in der Verlässlichen Grundschule durch den Abbau von Lehrerstunden einen „Rückschritt“. Der Förderunterricht fällt dadurch weg, der Übergang in eine weiterführende Schule wird schwerer, finden die drei.

Das Turboabitur mache es den Schülern unnötig schwer. Damit der Unterrichtsstoff in der nun kürzeren Zeit gemeistert werden könne, wurden die Lehrpläne zusammengestrichen. Rausch: „Eine gute Ausbildung kann nicht durch das Streichen von Stoff erfolgen.“ Kaum noch Freizeit ist das Resultat der erhöhten Anforderungen. „Damit werden die Kinder um das Erlernen ihrer sozialen Kompetenzen gebracht“, findet Skerhutt. Für Vereine ist kaum noch Zeit. Dass Bildungspolitik derzeit nur noch aus Sparen bestehe, könne nicht funktionieren.

Fischer: „Die Grundschule ist das Fundament der Bildung und das stürzt mit der Verlässlichen Grundschule ein.“ Und das soll auch während des Schulfestes an der Hankensbütteler Karl-Söhle-Schule am Freitag, 7. Mai, praktisch symbolisiert werden, wenn die Eltern die Bildung ihrer Kinder in einem Modell einstürzen lassen wollen. Während des Schulfestes werden auch Unterschriften für das Volksbegehren angenommen. „Wofür Eltern und Lehrer gekämpft haben, wird nun wieder abgebaut“, ist Skerhutt empört.

Jeder Niedersachse ab 18 darf seine Unterschrift abgeben. Am Sonnabend, 8. Mai, stehen die Eltern vor dem Hankensbütteler E-Center und hoffen dort auf zahlreiche Unterschriften.

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