Ohne Absprache neue Straßenlampen für Sprakensehler Ortsdurchfahrt ausgeschrieben

Rat verwundert über Baubehörde

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Die Ortsdurchfahrt in Sprakensehl wird saniert, im Zuge der Arbeiten müssen nun zwangsläufig auch die Straßenlampen erneuert werden. Statt der bisher zwölf Lampen sind es künftig 13.

Sprakensehl/Hagen. Das ist schon ein seltsames Verhalten, meinte Sprakensehls Bürgermeisterin Christiane Fromhagen (CDU). Und erntete allseits Zustimmung bei der Sitzung des Gemeinderates am Montagabend im Gasthaus „Hagener“ in Hagen.

Für das Unverständnis hatte das Straßenbauamt Wolfenbüttel gesorgt.

Derzeit wird, wie mehrfach berichtet, die Ortsdurchfahrt der Bundesstraße 4 ausgebaut. Ohne Abstimmung mit der Gemeinde hatte das Straßenbauamt Wolfenbüttel eine Ausschreibung für 13 neue Straßenlampen durchgeführt. Da die Gemeinde die Beleuchtung bezahlen muss, wäre es auch Sache des Rates gewesen darüber zu entscheiden, machte die Bürgermeisterin deutlich.

Eine Nachfrage beim Straßenbauamt habe ergeben, so Fromhagen, dass die Ausschreibung vorsorglich vorgenommen worden sei, da die vorhandenen Betonmasten sehr alt seien und das Abbauen und Wiederaufstellen nicht „überlebt hätten“. Der Rat schloss sich dem Votum des Vorbereitungsausschusses an, der in der letzten Woche getagt und deutlich gemacht hatte, dass die Gemeinde zwangsläufig die Erneuerung der Straßenbeleuchtung akzeptiere.

Die Investitionskosten werden mit rund 40 000 Euro (24 500 Euro Materialkosten) veranschlagt, wie sich aus dem Angebot des Energieversorgers LSW ergibt, das sie dem Bauunternehmen Pasemann unterbreitet hatte. Die Hankensbütteler Firma hat den Ausbau der B 4 übernommen.

Zwölf Lampen sollen wieder an den vorhandenen Standorten aufgestellt werden, eine zusätzlich Lampe wird an der Einmündung der Hagener Straße installiert. Bestellt werden sollen acht Meter hohe Zinkmasten mit einem Ausleger von zwei Metern. Die Köpfe sollen 46 Watt LED-Leuchten erhalten. Sie seien zwar etwas teurer, so Fromhagen, sparten aber Energie. Außerdem bestünde die Möglichkeit, die Lampen zu dimmen.

Bis auf eine Lampe werden alle auf der Ostseite der B 4 aufgestellt. So störe der Bewuchs auf der anderen Straßenseite nicht. Eine Ausleuchtung auf beiden Straßenseiten sei gewährleistet.

Zwar komme man aus der Nummer nicht mehr raus, wie es Ratsherr Hans-Heinrich Schroeder (CDU) formulierte, dennoch schloss sich der Rat dem Vorschlag von Falko Christmann (Grüne) an, eigene Angebote einzuholen, um zu sehen, ob man hätte Geld sparen können. Die Kosten für die Straßenbeleuchtung müssen sich die Gemeinde (70 Prozent) und die Anlieger (30 Prozent) teilen.

Im Zuge der B 4-Bauarbeiten soll ein neues Versickerungsbecken gebaut werden, um das anfallende Regenwasser, auch von den angrenzenden Feldern, aufnehmen zu können. Der Rat stimmte zu, so dass das Becken gebaut werden kann.

Dass Verkehrsteilnehmer durch den Straßenbau Behinderungen in Sprakensehl hinnehmen müssen, ist ohne Zweifel richtig. Nicht richtig finden es Anlieger und Gemeinderat, dass sich Lkw-Fahrer Schleichwege durch den Ort suchen. So sollen Verkehrsschilder aufgestellt, in Abstimmung mit der zuständigen Behörde, die die Durchfahrt von Fahrzeugen über 3,5 Tonnen in den Straßen „Unter den Eichen“ und der Schulstraße verbieten.

Viele Straßen in der Gemeinde Sprakensehl sind sanierungsbedürftig. So schnürte der Rat ein Sanierungspaket, um diverse Maßnahmen durchführen zu können. Unter anderem Zum Eichhof in Bokel und der Nurdakamp in Hagen. Die gesamten Maßnahmen dürfen nicht mehr als 55 000 Euro kosten.

Von Walter Manicke

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