Sanierung des Oerreler Jagdmuseums Wulff: Detlef Tanke attackiert Ingrid Klopp

Verwirrspiel um Zuschüsse

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Landesförderung fürs Jagdmuseum: Ingrid Klopp überbrachte im vergangenen Oktober die gute Nachricht an Werner Maahs, Mark Ehlers und Albert Meyer (von links).

Oerrel. Auf 50 000 Euro Zuschüsse vom Land Niedersachsen für die Sanierung der Ausstellung „Jagd früher und heute“ hatte das Jagdmuseum Oerrel gehofft – doch es werden wohl nur 20 000 Euro.

Die CDU-Landtagsabgeordnete Ingrid Klopp hatte im Oktober vorigen Jahres die gute Nachricht über die Förderung überbracht (das IK berichtete). Laut ihrem Landtagskollegen Detlef Tanke (SPD) habe Klopp dabei auch öffentlich konkret die Summe von 50 000 Euro zugesagt. „Es ist keine Summe genannt worden“, widerspricht Klopp auf IK-Nachfrage. Es habe lediglich die grundsätzliche Zusage für eine Förderung gegeben. In dem Antrag für die Förderung habe das Jagdmuseum die Summe von 50 000 Euro genannt, sagt Klopp.

„Meine Nachfrage in der letzten Woche im Ministerium hat ergeben, dass stets nur 20 000 Euro zugesagt worden sind“, sagt hingegen Tanke. Er zeigt sich verwundert, da Klopp „offensichtlich vor einem halben Jahr als Mitglied der damaligen Regierungsfraktion die beantragte Summe mit der zugesagten Summe verwechselt“ habe. „Ärgerlich ist es für das Jagdmuseum besonders deshalb, weil man im Vertrauen auf das Versprechen von Ingrid Klopp genau diese Mittel eingeplant hat. Die dort Aktiven müssen sich jetzt um das Schließen dieses Defizits kümmern müssen“, erklärt Tanke.

Klopp nennt diese Vorwürfe „abenteuerlich“ und sagt: „Sich in dieser Form negativ zu äußern, wäre nicht mein Stil.“ Als sie davon gehört habe, dass nur 20 000 Euro Zuschuss bewilligt wurden, habe sie sich umgehend beim Ministerium gemeldet. Dort habe man ihr mitgeteilt, dass zu viele Anträge für das Investitionsprogramm des Landes zur Förderung kleiner Museen gestellt worden seien. Um allen etwas zukommen lassen zu können, seien die Zuschüsse daher gekürzt worden. „Ich werde dran bleiben“, verspricht Klopp. Die Abgeordneten, auch Tanke, seien nun gefordert, an einem Strang zu ziehen und Anträge zu stellen, um die Mittel zu bekommen. In Kürze solle es außerdem ein Treffen von Dr. Hartmut Kolbe von der Jägerschaft Gifhorn, Mark Ehlers vom Hankensbütteler Otter-Zentrum, Albert Meyer vom Jagdmuseum Oerrel und ihr geben. „Herr Tanke hat sich bisher nicht einmal um das Vorhaben gekümmert“, kritisiert Klopp.

Meyer, Geschäftsführer des Museums, ist Klopp für ihr Engagement dankbar: „Sie hat sich von Anfang an für uns eingesetzt und uns helfen wollen.“ Von persönlichen Fehlern könne keine Rede sein. Meyer sieht das Ministerium in der Verantwortung: „Sie sitzen dort auf dem hohen Ross und haben lange geschludert, so dass dann die Wahl heran war.“ Das Museum sei bei der Sanierung von einer Förderung von 50 000 Euro ausgegangen. „Jetzt müssen wir sehen, dass wir das so hinkriegen“, sagt Meyer mit Blick auf die Frist, die Ende 2013 ausläuft.

Einem Förderantrag über 80 000 Euro für das Vorhaben hatte die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung aus Hannover nicht entsprochen. „Unsere Stiftung hat den Antrag abgelehnt, da hier leider kein expliziter Projektcharakter gegeben war, sondern im Gegenteil die Bewilligung des Antrages einer institutionellen Förderung gleichgekommen wäre, die wir so nicht leisten dürfen“, sagt Geschäftsführer Karsten Behr auf IK-Anfrage. Die Stiftung für das Jagdmuseum habe nach wie vor die Möglichkeit, einen neuen Antrag zu stellen. „Den würden wir auch bewilligen, wenn er denn im Einklang mit unseren Förderrichtlinien stünde“, so Behr. Das sei dem Antragsteller auch schon mitgeteilt worden.

Von Paul Gerlach

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