1. az-online.de
  2. Isenhagener Land
  3. Hankensbüttel

Ein unvergessliches Erlebnis

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

null
Ungewöhnliche Perspektive: Die Hankensbütteler besuchten auch Chicago. Foto: Privat

Hankensbüttel. Das Übergepäck auf dem Rückflug hielt sich in Grenzen. Und das trotz einer Vielzahl von Eindrücken und Erlebnissen, die die 22-köpfige Gruppe vom Gymnasium Hankensbüttel gut verpackt zurück mit in die Heimat genommen hatte.

Drei Wochen in Amerika und eine großartige Reise waren vorbei, als das Flugzeug wieder sicher in Deutschland landete. So wie die Landung verlief beinahe die gesamte Reise – reibungslos. Ein unvergessliches Erlebnis.

Von Hannover nach Frankfurt, von Frankfurt nach Chicago und von Chicago nach Clintonville. Rund 18 Stunden dauerte die Reise mit Flugzeug und Bus von Hankensbüttel in die beschauliche Kleinstadt im US-Bundesstaat Wisconsin, die so ziemlich so ist, wie man sich amerikanische Kleinstädte eben vorstellt. Häuser mit schicken Verandas, große Autos und einige Fast-Food Restaurants – nicht nur diese amerikanischen Klischees bestätigten sich mit zunehmender Reisedauer.

Mit den Worten „Willkommen nach Clintonville“ wurden die seltenen Gäste herzlich begrüßt. Vor der High School wurde neben der amerikanischen auch eine schwarz-rot-goldene Fahne gehisst. Neugierig wurden viele Fragen gestellt, äußerst gefragt waren die Meinungen von Menschen auf der anderen Seite des Ozeans zu politischen, sozialen und sportlichen Themen. Allzu viel wussten Amerikaner dann aber doch nicht von und über Deutschland. „Wird die Grenze denn noch bewacht?“, war nur eine von vielen Fragen mit Schmunzelfaktor.

Obwohl die Austauschfamilien und Partner schon früh über soziale Netzwerke ausgetauscht und kennengelernt hatten, war die Zeit in einer anderem Umgebung eine ganz neue Erfahrung. Das gewöhnungsbedürftige und oft ungesunde Essen, die lange Zeit vor dem Fernseher am Abend und der Gedanke im Hintergrund alles irgendwie auf Englisch sagen zu müssen war zwar an den ersten Tagen ungewohnt, nach einiger Zeit aber kein Problem mehr.

Auf dem Programm standen neben Besuchen in örtlichen Firmen auch ein Trip nach Madison, der Hauptstadt Wisconsins und nach Green Bay. Kaum einer wusste im voraus, dass hier der FC Bayern München des American Footballs seine Zelte aufgeschlagen hat. Am Wochenende wurde die Zeit zusammen mit den Gastfamilien verbracht. Selbstverständlich wurde während der 14 Tage auch die örtliche Schule besucht.

Nach zwei tollen Wochen fiel der Abschied in Clintonville besonders schwer und war mit zahlreichen Tränen verbunden. Doch zumindest ein paar Schüler verließen Wisconsin neben dem weinenden Auge auch mit einem lachenden, denn es war nur ein Abschied auf Zeit: Bereits im Juni kommt eine amerikanische Delegation zum Gegenbesuch nach Deutschland. Dann wollen sie zwei ereignisreiche Wochen hier im Isenhagener Land verbringen.

Mehr als nur eine Abrundung der Reise waren die Aufenthalte in Chicago und Washington. Vom Willis Tower, dem höchsten Gebäude Amerikas, bot sich eine atemberaubende Aussicht auf die Stadt am Lake Michigan. In Washington blieb einigen Schülern der Besuch im weißen Haus zunächst verwehrt. Wer die Buchstaben „ü“, „ß“ oder „ä“ im Nachnamen hatte, blieb an den starken Sicherheitsvorkehrungen hängen. In Amerika sind diese Buchstaben unbekannt. Erst als klar war, dass sich hinter den komischen Buchstaben nichts böswilliges verbirgt, bekamen auch die letzten Schüler Zutritt ins „Allerheiligste“. Keine Probleme gab es dagegen beim Besuch des Capitols und des Nationalfriedhofs Arlington, wo John F. Kennedy begraben liegt.

Die Schüler aus dem elften und zwölften Jahrgang wurden von den Lehrkräften Wolfgang Zwillich und Karina Friedrich begleitet. Es war bereits die elfte Reise einer Hankensbütteler nach Amerika. „In diesem Jahr haben wir alles auskosten können“, zeigte sich Friedrich zufrieden, „die Mühe der Vorbereitung hat sich gelohnt.“

Von Eike H. Hoppmann

Auch interessant

Kommentare