Lösung an Spitze, aber auch Dissonanzen

Ulrike Bührke bleibt Dedelstorfer Bürgermeisterin

Sitzen im neuen elfköpfigen Dedelstorfer Gemeinderat: Ulrike Meyer-Richter (v.l.; FWD), Simone Müller, Simon Schultz, Ulrike Bührke (alle CDU), Torben Mehrwald (FWD), Heike Mingo (SPD), Henry Köllner (CDU), Dominik Spengler (Grüne), Richard Uwe Kraus (Gruppe „Für Dedelstorf“) und Torsten Schäfer (CDU). Auf dem Foto fehlt Annika Gromeier (FWD) als Elfte im Bunde.
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Sitzen im neuen elfköpfigen Dedelstorfer Gemeinderat: Ulrike Meyer-Richter (v.l.; FWD), Simone Müller, Simon Schultz, Ulrike Bührke (alle CDU), Torben Mehrwald (FWD), Heike Mingo (SPD), Henry Köllner (CDU), Dominik Spengler (Grüne), Richard Uwe Kraus (Gruppe „Für Dedelstorf“) und Torsten Schäfer (CDU). Auf dem Foto fehlt Annika Gromeier (FWD) als Elfte im Bunde.
  • Paul Gerlach
    VonPaul Gerlach
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Dedelstorf/Repke – Im Juni hatte sie – kurz vor Ablauf der alten Legislaturperiode – das Amt übernommen, nun wurde Ulrike Bührke (CDU) zu ihrer großen Freude erneut als Dedelstorfer Bürgermeisterin gewählt. Dieses Mal allerdings mit Langzeitauftrag für fünf Jahre. Sie hofft auf eine „konstruktive, sachgebundene Zusammenarbeit“. Bei der ersten Ratssitzung in der neuen Periode traten aber offensichtliche Dissonanzen im Gremium deutlich zu Tage.

Verzicht auf Posten

Der Unterschied im Namen ist klein, wie groß inhaltliche Schnittmengen oder Reibungspunkte sind, wird sich noch zeigen: Im elfköpfigen Rat, der sich am Mittwoch, 17. November, im Repker Hotel Dierks konstituierte, haben sich zwei Gruppen gebildet – „Zusammen für Dedelstorf“ (ZfD) mit acht und „Für Dedelstorf“ mit drei Mitgliedern.

Simon Schultz (CDU) führt die ZfD-Gruppe an. Er freute sich, dass sich nach „vielen Diskussionen und Kennenlerntreffen“ acht Mitglieder zusammengefunden haben – neben ihm selbst Ulrike Meyer-Richter (FWD), Simone Müller, Bührke (alle CDU), Torben Mehrwald (FWD), Henry Köllner, Torsten Schäfer (beide CDU) und Annika Gromeier (FWD). Bei „Für Dedelstorf“ ist der Vorsitzende Dominik Spengler (Grüne). Heike Mingo (SPD) und Richard Uwe Kraus (parteilos), der bekanntlich wenige Tage vor der Sitzung seine Bürgermeister-Kandidatur auf der Liste der CDU zurückgezogen hatte, vervollständigen die Gruppe. Zu den Gründen für eine zweite Gruppe im Rat sagte Spengler: „Es gab Meinungsverschiedenheiten und verschiedene Arbeitsweisen.“

Das zeigte sich auch bei der Bürgermeister-Wahl, für die Bührke als Altersvorsitzende die Leitung der Sitzung abgab. Bührke (von Schultz vorgeschlagen) erhielt sieben Ja-Stimmen, „Für Dedelstorf“ stimmte geschlossen gegen sie. Bührkes 1. Stellvertreterin Müller wurde bei drei Enthaltungen gewählt. Ungewöhnlich und als Signal zu verstehen: Spengler verzichtete auf den Posten des 2. stellvertretenden Bürgermeisters, den er durch seinen Sitz im Verwaltungsausschuss hätte wahrnehmen können. Im Ausschuss werden neben Spengler noch Bürgermeisterin Bührke und Müller sitzen. Allgemeiner Stellvertreter der Bürgermeisterin wird Heinz Gödecke aus dem Rathaus-Team.

Ein strittiger Punkt war die Zahl und Aufteilung der Fachausschüsse. Bislang gab es den Umwelt-, Planungs- und Bauausschuss sowie den Sport-, Kultur- und Fremdenverkehrsausschuss. „Für Dedelstorf“ stellte den Antrag für einen dritten Ausschuss – „Umwelt und Tourismus“. Es gehe darum, diese Themenbereiche im ländlichen Raum unter Mitwirkung der Bürger nach vorne zu bringen, wie Antragsteller Kraus sagte. Auch Mingo machte sich für den dritten Auschuss stark: „Unser Herz hängt daran.“ Insbesondere zu Umweltthemen könne man in einem eigenen Ausschuss „gezielt arbeiten“, diese würden sonst in einem anderen Ausschuss untergehen, so Spengler.

Zwei Fachausschüsse

Bei „Zusammen für Dedelstorf“ wurde dies anders gesehen. Als Gegenargumente wurde angeführt, dass drei Personen in einem Ausschuss zu wenig seien, wie etwa Müller sagte. Es wurde die Befürchtung geäußert, dass die elf Leute sich zu stark auf dann drei Ausschüsse auffächern. Der Tenor bei ZfD war, man könne beide Themenbereiche im bestehenden Sport- und Kulturausschuss mitaufnehmen oder alternativ jederzeit doch noch einen neuen Ausschuss bilden oder einen bestehenden splitten. Für den Antrag für den dritten Ausschuss stimmte nur „Für Dedelstorf“. Bei einer Enthaltung wurde die Aufnahme der Themenbereiche in den bestehenden Ausschuss – und somit die Beschränkung auf zwei Ausschüsse – festgelegt.

Dem Bauausschuss wird Schäfer vorsitzen. Gromeier (FWD) wurde in Abwesenheit bei der Sitzung zur Vorsitzenden des thematisch erweiterten zweiten Ausschusses gewählt. Die Geschäftsordnung gilt vorläufig weiterhin.

Spengler sagte, dass das Abstimmungsverhalten seiner Gruppe in der Sitzung gezeigt habe, dass es „große Gräben“ zwischen beiden Gruppen gebe. Dennoch freue man sich auf die Ratsarbeit und sei gewillt, die Hand zu reichen. Es gebe viel zu tun. Kraus ist in keinem Ausschuss vertreten, freut sich nach eigenen Angaben aber auf die Ratsarbeit in Dedelstorf, sagte er dem IK. Da er auf Samtgemeinde-Ebene in zwei Ausschüsse und auf mehrere Vertreterposten gewählt wurde, hätte das Engagement in diesen „zeitintensiven Gremien“ dazu geführt, dass er im Dialog mit „Für Dedelstorf“ beschlossen habe: Er will sich in Dedelstorf auf die Arbeit im Rat konzentrieren – durch „konstruktive Zusammenarbeit für die Gemeinde“.

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