Hankensbüttel will schwarze Schafe unter Landwirten einnorden

Überpflügung wird angegangen in der Samtgemeinde Hankensbüttel

„Diebstahl des Allgemeingutes“: Der Hankensbütteler Verkehrsausschuss will das Überpflügen von Wegeseitenräumen durch schwarze Schafe unter den Landwirten nicht länger hinnehmen und sich diese vorknöpfen.
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„Diebstahl des Allgemeingutes“: Der Hankensbütteler Verkehrsausschuss will das Überpflügen von Wegeseitenräumen durch schwarze Schafe unter den Landwirten nicht länger hinnehmen und sich diese vorknöpfen.

Hankensbüttel – Neu ist das Problem nicht, aber nun soll sich in der Angelegenheit etwas tun: Vereinzelt sind Grenzfeststellungen an Wirtschaftswegen durch die Gemeinde Hankensbüttel vorgenommen worden. Dabei kam heraus, dass viele Wegeseitenräume überpflügt wurden.

Die Kommune will nun den Bauernverein ins Gebet nehmen und schwarze Schafe unter den Landwirten auffordern, den Originalzustand wiederherzustellen, um bei ihnen ein Problembewusstsein hervorzurufen.

Die Vermessung wurde durch den Maschinenring Hannover-Land mit GPS vorgenommen. Im Ausschuss wurde kürzlich darüber beraten, wie jetzt und auch zukünftig gegen diese Art „Diebstahl des Allgemeingutes“ – so die Formulierung der Verwaltung – vorgegangen werden soll. Der Bauernverein soll entsprechend informiert werden.

„Das Thema haben wir schon länger auf der Agenda“, schickte Dieter Krzykowski von der Verwaltung vor der Beratung durch den Ausschuss vorneweg. Einige Landwirte würden Gemeindewege überpflügen. Zum größten Teil würden sich die Landwirte aber vorbildlich verhalten, betonte Krzykowski. Gravierende Überpflügungen gebe es etwa in der Verlängerung des Erbkampsweges, einen „extremen Fall“ auch Richtung Wierstorf raus am Fuchsbergweg („Da ist nichts mehr zu sehen vom Weg. Er wurde extrem überpflügt.“). Weitere Fälle seien zwischen Emmen und Alt-Isenhagen verortet, ebenso in den Verlängerungen des Weinberges und der Bergstraße in Hankensbüttel.

„In vielen Fällen halten sich die Landwirte daran“, unterstrich Ausschussvorsitzender Hinrich Schulze (CDU). Der Toleranzbereich liege für ihn bei 20, 30 Zentimetern, bei einem Meter oder mehr höre es dann aber auf. Wichtig bei der ganzen Diskussion sei aber der Punkt, dass die Wege alle verschiedene Breiten haben, so Schulze.

Nach dem eindeutigen Willen des Verkehrsauschusses – bei einer Enthaltung von Dirk Niebuhr (CDU) – sollen die Eigentümer an den Wegflächen aufgefordert werden, die überpflügten Wegeränder wieder in den ursprünglichen Zustand zurückzuversetzen. Dem Bauernverein soll mitgeteilt werden, dass künftig verschärft darauf geachtet werden soll, dass ein derartiges Überpflügen nicht mehr passiert. In den nächsten Jahren sollen weitere Messungen vorgenommen werden, kündigt die Kommune an.

Claudia Schulze (CDU) wies daraufhin, dass beim Pflügen auch auf ausreichenden Abstand zu Bäumen geachtet werden müsse. Auf Reinhard Weißmanns (WIH) Frage nach der Möglichkeit von Schadensersatzforderungen, Fristsetzungen und Sanktionen wegen des Überpflügens entgegnete Schulze: „Wir wollen nicht den Hammer herausholen, sondern einen Konsens mit den Landwirten finden.“ Ingrid Wrede (FDP) ging darauf ein, dass das grundsätzliche Thema ein altbekanntes sei. „Das gibt es schon, so lange ich im Gemeinderat bin.“ Es sei gut, es nun in Angriff zu nehmen, denn es gebe schwarze Schafe unter den Landwirten. „Es sind nicht alle.“ Wenn, wie geschehen, oft 50 Zentimeter Gemeindeweg überpflügt würden, rette das keinen Betrieb.

„Keiner will so etwas retten“, betonte Niebuhr, der selbst Landwirt ist. „Das sind absolute Einzelfälle.“ Er kenne auch so einige Hecken, die Privatleute auf Gemeindegrund gesetzt hätten. Oft geschehe dies in Neubaugebieten, insbesondere an den Lärmschutzwällen. VON PAUL GERLACH

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