Jürgen Eimecke vereint in Theaterstück literarische VIPs und große Lebensthemen

Hankensbüttel: Teufel, Narr, Pippi Langstrumpf und Corona

Ob Mephisto, Till Eulenspiegel, Pippi Langstrumpf als Greta oder ein Kardinal: Jürgen Eimecke aus Hankensbüttel bettet in sein Theaterstück „Der Teufel und der Narr“ große Persönlichkeiten der Literatur und wichtige, aktuelle Themen des Lebens ein.
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Ob Mephisto, Till Eulenspiegel, Pippi Langstrumpf als Greta oder ein Kardinal: Jürgen Eimecke aus Hankensbüttel bettet in sein Theaterstück „Der Teufel und der Narr“ große Persönlichkeiten der Literatur und wichtige, aktuelle Themen des Lebens ein.
  • Paul Gerlach
    vonPaul Gerlach
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In den frühen Morgenstunden sprudelten die Ideen nur so aus ihm heraus: Der Hankensbütteler Jürgen Eimecke ist eigentlich für seine Bildhauerei bekannt.

Hankensbüttel – Doch im Januar und Februar entwarf er innerhalb kürzester Zeit das Theaterstück „Der Teufel und Narr“. Das Werk für zwei Personen auf der Bühne steht kurz vor der Fertigstellung. Dabei hatte er zunächst eine Ausstellung angepeilt gehabt: Nun schlägt er neben der Bildhauerei also einen neuen Weg ein – und hat daran großen Spaß.

„Ich hatte Till Eulenspiegel und den Teufel als Porträts gestaltet. Das war mein Grundstock“, sagt Eimecke im IK-Gespräch. Hieronymus Bosch und dessen (Fabel-)Wesen haben ihn ohnehin schon immer fasziniert. Gleiches gilt für gesellschaftspolitische, religiöse und/oder militärische Konflikte. In „Der Teufel und der Narr“ kommt vieles von dem zusammen, was Eimecke in seiner Berufskarriere in über drei Jahrzehnten immer wieder beschäftigt hat. Thematisch treffen da Till Eulenspiegel, Mephisto als Teufel aus Goethes „Faust“, Pippi Langstrumpf alias Greta Thunberg, das Corona-Virus oder auch der Dreißigjährige Krieg zusammen.

„Till Eulenspiegel wollte ich unsterblich machen“, schildert der Künstler seinen Ansatz. Der Teufel sei die zweite unsterbliche Figur. Das Grundkonzept für das Bühnenstück fand Eimecke erst, als ihm Anfang 2020 Zwei- und Drei-Zeiler in schneller Reihenfolge einfielen. Diese Einfälle, quasi über Nacht, verfeinerte der Hankensbütteler dann tagsüber und goss sie in eine durchgehende Versform. „Es kam wie von allein. Ich konnte nichts dafür“, sagt er schmunzelnd über diese Zeit im Rückblick. Der Dialog zwischen Eulenspiegel und Mephisto entstand auf diese Weise: In Anlehnung an die TV-Serie „First Dates“ treffen sich die Beiden in einer dunklen Kneipe und philosophieren über die wichtigen Dinge des Lebens, wie etwa Beziehungen.

Jürgen Eimecke

Das Stück sollte bewusst nicht zu lang werden und daher war eine Dreiviertelstunde die Zielgröße. Selbst manche komplexen Problemthemen musste Eimecke daher aus Platzgründen in vier, fünf Sätzen abhandeln. „So wurde alles in einem Punkt verdichtet“, sagt Eimecke. Er ist stolz darauf, dass ihm dies gelungen ist. Für das Stück schuf er elf neue Skulpturen, die als Abbildungen im Textbuch zu finden sind. Aber auch ältere Skulpturen, selbst sein Gesellenstück, kehren wieder und werden als großes Ganzes zusammengeführt.

Zwei Jahre steckte Eimecke in sein Werk. So hatte er 2019 in der Vorbereitung Fahrten nach Brügge, Antwerpen, ‘s-Hertogenbosch, Höxter, Corvey, Hameln und Bodenwerder unternommen. Jetzt ist er dem Bühnenstück fast fertig, nur noch letzte Korrekturen sind nötig. Inspirieren ließ sich Eimecke von den Werken von Hermann Bote, Charles de Coster, Daniel Kehlmann, Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen, Herfried Münkler, Golo Mann, Schiller, Goethe und Rudolf Steiner. Vier Helfer unterstützten Eimecke sehr bei der Fertigstellung.

Erhältlich, zum Beispiel in Buchform, ist das rund 45-minütige, satirisch-humorvolle Werk vorerst noch nicht: Eimecke will nun Theater und Verlage ansprechen, um eine Möglichkeit zu finden, das zeitlose Stück zu produzieren. Ein Werk, bei dem man manchmal nicht weiß, wer gut und wer böse ist. Spricht da eigentlich der Teufel oder doch der Narr? Und wer von den Beiden ist der Klügere? Eimecke möchte mit Humor und scharfen Worten spürbar Denkanstöße geben – und zugleich darauf hinweisen, dass manche Herausforderungen und Probleme der damaligen Zeit immer noch aktuell sind.

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