Entschleunigung über Dorfentwicklung?

Tempoentschärfung in Oerrel soll her

Bushaltestellen an der Oerreler Dorfstraße (K 7).
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An der Oerreler Dorfstraße (K 7) soll über die Dorfentwicklung eine Verkehrsberuhigung her. In dem Zuge gibt es Gedankenspiele, einen Fuß- und Radweg bis an die Bushaltestellen zu entwickeln.
  • Paul Gerlach
    VonPaul Gerlach
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Oerrel – Die Mittelinsel am nördlichen Oerreler Ortseingang ist bestens bekannt. Eine ähnliche Tempoentschärfung soll auf der Dorfstraße (K 7) am Ortsausgang Richtung Wesendorf her. Diese Verkehrsberuhigung will die Gemeinde Dedelstorf mit Fördergeldern aus der Dorfentwicklung realisieren. Jedoch wird der Antrag voraussichtlich erst 2022 gestellt. Dies hat jedenfalls einstimmig der Bauausschuss empfohlen.

Die Situation an der K 7 innerorts: An der Bushaltestelle ist auf der einen Straßenseite kein Bord, auf der anderen Seite ist ein Ausstieg für Fahrgäste. Als Radfahrer ist man gezwungen, auf die Fahrbahn zu wechseln, denn es gibt dort keinen Radweg. Doch wo sollte man in dem Bereich eine Mittelinsel installieren, um den Verkehr zu entschleunigen? Am Ortsausgang Richtung Wesendorf fehlt es an der dafür nötigen Breite, es bleibt der Bereich an den Haltestellen.

„Man sollte einen Fuß- und Radweg bis an die Haltestellen entwickeln“, sagte Planer Volker Warnecke dem Bauausschuss. Im Kurvenbereich könne man die Fahrbahnbreite zudem von 6,5 auf 5,5 Meter verengen.

Der Ausschussvorsitzende Bernd Meyer (FWD) konnte Ergebnisse seiner Verkehrsmessungen nennen. Er habe das Tempo der Fahrzeuge in Oerrel, die aus Richtung Wesendorf kommen, gemessen. Es werde nicht so schnell hinein- wie aus dem Ort herausgefahren. 67 Prozent der Verkehrsteilnehmer seien zu schnell gewesen (also schneller als 50 Sachen), der Schnellste mit Tempo 93. Aus Richtung Hankensbüttel waren derweil über 70 Prozent der Fahrzeuge zu schnell, der Spitzenreiter hatte 114 km/h auf dem Tacho. „Sagenhaft“, kommentierte Meyer. 725 Fahrzeuge pro Tag kommen aus Richtung Wesendorf herangerollt.

Zeit ist knapp

„Wir müssen dringend etwas machen“, sagte Bürgermeisterin Ulrike Bührke. Den bestehenden Radweg von außerhalb auch in den Ort hinein zu verlängern, sei ein guter Ansatz. In diesem Zuge könnten dann auch beide Haltestellen mit einem Bord versehen werden. „Das Ganze sollten wir aber nicht übers Knie brechen.“ Denn schließlich müsse man für eine Mittelinsel auch eine Ablöse an den Landkreis zahlen – 25- bis 40 000 Euro, die nicht förderfähig wären.

Eigentlich hätte der Förderantrag zur Verkehrsberuhigung schon dieses Jahr auf die Reise gehen sollen, denn der Gemeinderat hatte im März beschlossen, das Projekt bis 15. September beim Amt für regionale Landesentwicklung zu beantragen. Das Planungsbüro Warnecke sollte mit den Vorplanungen beauftragt werden. Doch daraus wurde nichts: Beim Ortstermin am 3. Mai stellte sich heraus, dass diese Vorplanungen anderweitig vergeben werden müssen. Auf die erste Angebotsabfrage erhielt die Verwaltung ausschließlich Absagen. Nach der zweiten Abfrage gingen bis Ende Juli zwei Angebote ein. Die Verwaltung empfahl letztlich die Vertagung des Antrages.

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