Gegen Raser soll nun eine Lösung her

Tempo-30-Zone am Hankensbütteler Finkenweg: Drei Plastik-Bodenschwellen auf „Teststrecke“

Die Schwellen – wie hier in Wesendorf am Katzenberg – sollen auch in Hankensbüttel ausprobiert werden.
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Die Schwellen – wie hier in Wesendorf am Katzenberg – sollen auch in Hankensbüttel ausprobiert werden.

Hankensbüttel – Kehrtwende im Hankensbütteler Gemeinderat: Der Ruf von Anliegern der Straßen Finkenweg, Meisengrund und Kuckucksweg in Hankensbüttel nach weiteren Verkehrsberuhigungsmaßnahmen – über die bestehende Tempo-30-Zone hinaus – war jüngst im Verkehrsausschuss negativ beschieden worden.

Der Tenor: Es solle nicht zu baulichen Maßnahmen gegriffen werden, um nicht einen Präzedenzfall zu schaffen.

Im Rat wurde das Ganze nun anders gesehen: In der erwähnten Zone soll nach einem einstimmig gefassten Beschluss auf einen Antrag von Bürgermeister Dirk Köllner hin nun eine Art Teststrecke entstehen – mit drei Plastik-Bodenschwellen – wie man sie aus der Gemeinde Wesendorf kennt –, die in dem Bereich verteilt werden sollen. .

„Nicht hinnehmbar“

„Es ist eine Tempo-30-Zone, an die sich keiner hält“, hatte einer der Anlieger zuvor bei der Einwohnerfragestunde moniert. Anders als die Verwaltung halte er die jeweiligen Einfahrten auch nicht für gut einsehbar. An „rechts vor links“ halte sich auch niemand. „Es ist eine Hanglage“, betonte er. Allein dadurch habe man dort schon andere Geschwindigkeiten, die gefahren werden.

Der Bürger kritisierte, dass die vorgenommene Tempomessung in den Sommerferien (im Zeitraum 8. bis 15. Juli, Anm. d. Red.) stattgefunden habe. Doch auch so habe der dokumentierte Anteil der Geschwindigkeitsübertretungen bei über 50 Prozent gelegen, hielt er fest. „Es muss endlich etwas getan werden. Für uns ist das nicht hinnehmbar.“ Im Bereich des Tennisplatzes gebe es immer mehr schulpflichtige Kinder, die die Straße queren, fügte der Anlieger an.

Peter Dietz (Grüne) machte sich für das Anliegen der Bürger stark: „Ich finde es durchaus zulässig, über zusätzliche Maßnahmen nachzudenken.“ Auf Nachfrage von Köllner, an was er da genau denke, sagte Dietz, dass er dies der Verwaltung überlassen wolle.

Gegen Schilder-Wald

Ingrid Wrede (FDP) konnte sich dagegen gar nicht mit baulichen Maßnahmen anfreunden. Ihre Argumentationslinie: Unten am Finkenweg stehe ein Tempo-30-Schild. Danach habe sich jeder Verkehrsteilnehmer zu richten. Wenn die Polizei kontrolliere, würden Bußgelder verteilt. „Man erreicht nur etwas über den Geldbeutel.“ Mehr Schilder brauche man in Hankensbüttel definitiv nicht.

Reinhard Weißmann (WIH) wies auf wissenschaftliche Untersuchungen hin, nach denen es mit baulichen Maßnahmen zu deutlich weniger Unfällen als ohne komme. Er schließe sich daher dem Anliegerantrag und ihrem Wunsch nach Bodenschwellen an.

„Geringe Kosten“

Mit der Tatsache, dass die Bodenschwellen nur aufgeschraubt werden müssten, und somit nur geringe Kosten entstehen, argumentierte Henning Buhr (CDU). „Ich kann mir das als Teststrecke vorstellen.“ Wenn sich die Methode bewähre, könne er sich das auch für andere Stellen vorstellen. Aufgrund der Abschüssigkeit im erwähnten Bereich würde auch Claudia Schulze (CDU) die Bodenschwellen begrüßen. Auch von unten nach oben werde dort gerast. Die Schwellen wären daher aus ihrer Sicht „sehr sinnvoll“.

Zu deren geplantem Einbau in der Zone sagte Bürgermeister Köllner: „Wir werden sehen, wie sich der Verkehr dort entwickelt.“ Weißmann betonte, dass die Schwellen in Wesendorf von den Bürgern gewollt gewesen seien. Die Geräuschentwicklung beim Überfahren sei nicht der Rede wert. „Wir sollten es ausprobieren. Dann sind wir schlauer.“ VON PAUL GERLACH

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