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Telemedizin-Projekt mit Hankensbütteler Pflegedienst

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Von: Paul Gerlach

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Daniela Kanthak, stellvertretende Pflegedienstleitung bei der Ambulanten Krankenpflege Bettina Harms, vor der Fahrertür des Dienstwagens mit dem Equipment für die Anwendung von Telemedizin in einem Rollkoffer.
Auf dem Weg zum Einsatz: Daniela Kanthak, stellvertretende Pflegedienstleitung bei der Ambulanten Krankenpflege Bettina Harms, hat das Equipment für die Anwendung von Telemedizin in einem Rollkoffer dabei. © Gerlach, Paul

Hankensbüttel – Wie gut sich die Telemedizin für den Einsatz im ländlichen Raum eignet, wird derzeit in einem Projekt untersucht, bei dem die Ambulante Krankenpflege Bettina Harms mit Stammsitz in Hankensbüttel maßgeblich eingebunden ist. Die Erfahrungen, die bislang gesammelt wurden, bewerten die Beteiligten als erfolgversprechend. Das Modell könnte womöglich auf ganz Niedersachsen ausgerollt werden, die Entscheidung darüber fällt Ende 2023.

Das Projekt läuft seit drei Jahren, berichtet Geschäftsführerin Bettina Tews-Harms: Neben ihrem Unternehmen sind das Sozialministerium in Hannover, die AOK Niedersachsen, der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste, der Kreis Gifhorn, die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen und die Praxis von Dr. Armin Saak in Gifhorn darin eingebunden. Der Pflegedienst und die Praxis setzen die Telemedizin im Berufsalltag ein und sorgen für Lösungen bei auftretenden Problemen, wie sie etwa im Bereich Kommunikation festgestellt wurden.

Tews-Harms sieht das „sehr kleine“ Projekt als gewinnbringend für alle Seiten an. So soll dem Ärztemangel und Versorgungsengpässen begegnet werden. Man habe bereits eine sehr hohe Patientenzufriedenheit nachweisen können. „Die Mitarbeiter finden diese Arbeitsweise durchaus bereichernd.“ Die Pflegedienstleitung begrüßt den Einsatz der Telemedizin, das Ganze mache Spaß, fördere die ganzheitliche und mit den Ärzten verzahnte Betreuung der Menschen sowie eine verlässliche Tourenplanung. Somit werde das Berufsbild attraktiver – mit Blick auf Arbeitszeitmodelle und weil ärztliche Leistungen ans Pflegepersonal delegiert werden. Das nötige Equipment wird in einem Rollkoffer mitgenommen – die Menschen (meist nicht mobil) bekommen somit alle sechs bis acht Wochen einen Hausbesuch. Mit den – für die Videotelefonie mit dem Arzt notwendigen – Breitband-Kapazitäten klappt es vor Ort mal besser und mal stockend. Da ruhen die Hoffnungen auf dem laufenden Glasfaser-Ausbau im Kreis. „Das ist ein Problem, aber zumindest die Datenübertragung funktioniert“, berichtet Tews-Harms. Ein weiteres Zwischenfazit laute unter Vorbehalt, dass sich die Zahl der Einweisungen ins Krankenhaus zu reduzieren scheint – was Kosteneinsparungen bedeute.

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