Öffnung für den 1. April angepeilt / Gespräche laufen

Hankensbütteler Tafel hofft auf bessere Zeiten

Die Vorsitzende der Wittinger Tafel, Kerstin Gailliaert, und ihr Büro- und Finanzmanager Thomas Finnern.
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Die Vorsitzende der Wittinger Tafel, Kerstin Gailliaert, und ihr Büro- und Finanzmanager Thomas Finnern.

Bis zum ersten großen Lockdown im März 2020 war die Tafel-Ausgabe im Bürgerhaus Hankensbüttel betrieben worden – dann aber mangels Personal eingestellt und bis zum heutigen Tag nicht wieder geöffnet worden. Jetzt zeichnet sich eine Lösung ab.

Hankensbüttel/Wittingen – „Oft kommen nun einige Hankensbütteler nach Wittingen, was für die meisten Bedürftigen jedoch sehr schwierig ist“, betonte die Tafel-Vorsitzende Kerstin Gailliaert in einem IK-Gespräch. Immerhin würden seit geraumer Zeit Gespräche mit dem Kirchenvorstand der St. Pankratius-Kirchengemeinde geführt, um im Ludwig-Harms-Haus (LHH) eine Ausgabestelle einzurichten. Die Vorsitzende hofft auf ein abschließendes Gespräch in den nächsten Wochen. Eine Öffnung der Tafel wird für den 1. April angepeilt.

So könnte die Tafel ihr Angebot im LHH zur Verfügung stellen, da die Leute durch den Haupteingang Zutritt hätten und nach dem Empfang ihrer Ware das LHH in Richtung Aldi-Parkplatz wieder verlassen könnten. „Bisher gilt der Zutritt immer nur für eine Person, um auch die Mitarbeiter vor der Infizierung zu schützen“, sagt Gailliaert. Sie würde sich sehr freuen, wenn der Kirchenvorstand sein „Go“ dazu geben würde.

Seit nunmehr 16 Jahren gibt es die Wittinger Tafel, sie ist aus dem Gefüge des Sozialstaates nicht mehr wegzudenken. Sie leistet mit vielen ehrenamtlichen Helfern großartige Dienste, um sozialschwachen Bürgern das Leben zu erleichtern. Immerhin gibt es in Niedersachsen 106 Tafeln, die sich landesweit um Bedürftige kümmern und ihnen Lebensmittel sowie andere Güter des täglichen Bedarfs zukommen lassen.

Die Wittinger Tafel hat seit ihrer Gründung in 2007 mit ihrer ehemaligen Vorsitzenden Laura Osterloh-Gailliaert nicht nur ihren Nischenplatz in Wittingen, Brome, Hankensbüttel und Umgebung gefunden, sondern ist zu einer festen, anerkannten und gemeinnützigen Institution geworden. „Für unsere Tafel war 2020 ein sehr schwieriges Jahr, weil durch die Corona-Pandemie vieles durcheinander gebracht und die bis dahin geltenden Abläufe grundlegend über den Haufen geworfen wurden“, sagte die jetzige Vorsitzende Kerstin Gailliaert. Alle Abläufe mussten überarbeitet, die AHA-Regeln eingeführt und schließlich ein komplettes Hygienekonzept erarbeitet werden, um auch während der beiden Lockdowns nicht schließen zu müssen. „Es wäre zur Katastrophe gekommen, wenn wir unsere Bedürftigen nicht mehr hätten bedienen dürfen“, sagte auch der Büro- und Finanzmanager der Tafel, Thomas Finnern. Er ist stolz darauf, dass das Weitermachen funktionierte. Immerhin werden durch die Wittinger Tafel mehr als 1300 Bedürftige wöchentlich mit Essen sowie Toiletten- und Hygieneartikeln versorgt. Und dabei spiele es keine Rolle, ob es sich um Bürger aus den hiesigen Bereichen oder um Flüchtlinge aus den Kriegs- und Krisengebieten der Welt handelt, machen Gailliaert und Finnern deutlich.

Zurzeit sind 15 ehrenamtliche Helfer in der Wittinger Tafel tätig, sagt Finnern. Die Tafel benötigt mindestens 30 Kräfte, um die angelieferten Waren heranzuholen, auszuladen und zu sortieren. „Wenn wir über den Niedersächsischen Landesverband größere Zuweisungen bekommen, müssen wir diese in Bremen abholen und hier wieder ausladen, was stets zu einem gewaltigen Kraftakt führt.“ Die ehrenamtlichen Kräfte seien fast alle im Rentenalter und gesundheitlich angeschlagen. Er wünscht sich noch viel mehr Freiwillige zur Unterstützung. Dennoch lobt die Vorsitzende das Team und hält fest: „Wir sind schon eine tolle Truppe, die hier zusammenarbeitet und bestens miteinander harmoniert, was allen viel Spaß und Freude bereitet.“ Die Wittinger Tafel ist für die Ausgabe immer dienstags und freitags von 10.30 bis 12 Uhr geöffnet. Die Tafel ist unter (05831) 992816 erreichbar.

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