Süße Tierchen und eine Moorleiche

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Das „Nerz-Moor“ wächst jeden Tag ein Stückchen mehr. Das neue Gehege verspricht ein besonders interessantes zu werden.

Hankensbüttel - Von Sabine Peter. Der Bau des neuen Zuhauses für die Nerze und Minke im Hakensbütteler Otter-Zentrum ist seit den letzten Monaten ein großes Stück vorangeschritten. Das neue Gehege ist das größte im Otter-Zentrum und weltweit wohl einmalig. Der Besucher soll später das Gefühl haben, inmitten einer Moorlandschaft zu stehen, erklärt Mark Ehlers, Vorstandsvorsitzender der Aktion Fischotterschutz, der sich gemeinsam mit Mitarbeiter und Bauleiter Rainer Nuth den Bau anschaut.

Wer das Gehege betritt, läuft einen Weg mit leichtem Gefälle entlang. An der Seite ist mit einer Wand aus Torf und Wurzeln bereits der Moorcharakter erkennbar. Der Weg führt in eine kleine Höhle, ebenfalls aus Torfwänden. Dort sind schon die ausgesparten Flächen zu sehen, in die später Glasscheiben kommen, durch die der Besucher die Tiere beobachten kann. Wem das nicht reicht, der kann gebückt durch einen Gang laufen, um zu einer Plattform zu kommen. Geschützt durch Plexiglas steht der Tierfreund dann in einer Kuppel direkt im Gehege. Über ein paar Treppenstufen gelangt man auf das Aussichtsdeck über der Höhle, von wo aus der Besucher einen guten Überblick über die Gehege-Landschaft hat. Etwas Besonderes schließt sich dort gleich an. In einem Häuschen sollen Installationen zur Information eingerichtet werden. Ein Spiel, ein Filmraum, Bilder und sogar Gedichte über das Moor sorgen für ein kulturhistorisches und informatives Angebot.

In Arbeit ist auch das Moorbecken, das für das Gehege angelegt wurde und sich stetig entwickelt. Nachdem das Otter-Zentrum über mehrere Lebensräume informiert, folgt nun auch das Moor als ein wertvoller und aussterbender Lebensraum. Das wurde auch Zeit, zumal die Region mehrere Moorflächen hat.

Das Moor war und ist aber nicht nur ein interessanter Lebensraum, sondern auch ein gefährlicher. So hat das Otter-Zentrum auch auf eine Moorleiche nicht verzichtet. In dem Gang ist in einem Fenster bereits eine künstliche Hand zu sehen, die aus dem Moor ragt.

Zwei europäische Nerze und sechs Minke ziehen in die Moorlandschaft auf getrennten Flächen ein. Beide Tiere sind sich sehr ähnlich. Der europäische Nerz gilt als ausgestorben. Sein Verwandter, der amerikanische Mink, hingegen nicht, dieser wird für die Produktion von Pelzmode gehalten, sagt Ehlers. Mit dem neuen Moorlandschafts-Gehege entstehe ein fortschrittliches Novum, das mehrere Themen vereinen soll:

Die Moore in der Region in Verknüpfung mit der Landschaft im Otter-Zentrum und auch die Klimaerwärmung. Denn Moore speichern CO2, was beim Abbau freigesetzt werde. Und natürlich die bedrohte Tierart, die in das Gehege einziehen soll, in Verbindung mit der Pelzproduktion.

Wer zum neuen Saisonbeginn am 1. Februar ins Otter-Zentrum kommt, soll schon einiges vom neuen Gehege sehen. „Echtbetrieb mit Einschränkungen“ gebe es dann bereits.

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