Pachtvertrag läuft Ende 2015 aus: Repker Segelflieger geben sich kämpferisch

Auf der Suche nach Plan B

Zu sehen sind nicht nur große, sondern auch kleine Flieger.

Repke. Auch wenn die Zukunft noch wolkenverhangen ist – die Macher am Repker Flugplatz sind guter Dinge, dass die Segelflieger über der Schnuckenheide noch lange ihre Runden drehen. Für Ende 2015 ist ihnen die Kündigung des Pachtvertrages zugegangen.

Doch das ist für Martin Käppeler, seit fünf Jahren Vorsitzender der Luftsportvereinigung Altkreis Isenhagen (LVI), kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken: „Wir arbeiten an Alternativen. Wir brauchen einen Plan B. “.

Viel Spaß haben die Teilnehmer bei den Flugtagen.

Dass die Situation schwierig ist, ist den Schnuckenfliegern bewusst, aber für sie steht fest: Der LVI, der 1951 gegründet wurde, soll nicht aufgelöst werden, sondern fortbestehen. 80 Mitglieder hat der Verein, davon sind 50 aktiv. „Die Mitglieder sind im Schnitt 45 Jahre alt“, sagt Käppeler. „Einzelne betreiben den Sport bis ins hohe Alter.“ Der Verein sei auf bundesweitem Niveau sehr erfolgreich, sagt Käppeler. „In der 1. Bundesliga sind wir etabliert. Zudem stellen wir Mitglieder für die Nationalmannschaft der Segelflieger.“ Im Verein gebe es viele erfolgreiche und talentierte Segelflieger. Saisonhöhepunkt für den Verein sei das Vergleichsfliegen an Pfingsten. „Die erste Hälfte findet in diesem Jahr vom 9. bis 12. Mai statt, die zweite vom 17. bis 20. Mai.“ Ziel dabei sei es, den Nachwuchs an das Thema Streckenflug heranzuführen. Zudem kämen hochkarätige Segelflieger als Gäste vorbei.

Käppeler ordnet die Vereinsmitglieder in drei Gruppen ein: „Es gibt die normalen Sonntagsflieger, dann die Flugschule für die Jugend und dann noch die Streckensegelflieger.“ Letztere würden sich mit anderen Vereinen und Piloten messen. Ihre Leistungen vergleichen sie dabei beim Onlinecontest (OLC), einem weltweiten Ranking, bei dem es eine Bundesliga gibt und bei dem sich die Piloten auch in Sachen erzielte Geschwindigkeit oder weitester Flug direkt miteinander messen können. „So können wir auf der Stelle herausfinden, ob wir das Wetter gut zum Fliegen genutzt haben“, erläutert Käppeler. Das Bundesliga-Fliegen motiviere sehr, da der Sport durch die große Höhe, in der er sich abspiele, nicht sehr publikumswirksam sei. Außerdem werde in der Bundesliga in einem zweieinhalbstündigen Zeitfenster geflogen, so dass der zeitliche Aufwand für die Teilnehmer auch nicht so hoch sei. Denn: „Wir legen großen Wert darauf, dass wir gemeinsam das Hobby ausleben wollen“, sagt Käppeler.

Auch die Zeit am Boden ist wichtig, etwa bei einem Lagerfeuer oder beim Werkeln in der Werkstatt. Ein moderner Flugzeugpark mit sechs Segelflugzeugen und einem Motorsegler für ungünstiges Wetter gehört dem Verein. „Es ist kein exklusives oder teures Hobby“, sagt der Vorsitzende. Der Standort erfülle die Bedürfnisse des Vereins sehr gut. „Wartung und Pflege setzen wir mit viel Eigenleistung um. Unsere Mitglieder besitzen viel Know-how für Technik sowie administrative Fähigkeiten.“

Ein schwerer Unfall ist laut Käppeler im Verein noch nie passiert. Das liege auch an der fundierten Ausbildung und den vielen Fluglehrern. „Es ist immer möglich, für einen kleinen Betrag mal bei uns mitzufliegen. Wir freuen uns, den Leuten ihre Heimat aus der Luft zu zeigen.“

Von Paul Gerlach

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