Hankensbütteler Franz Reisewitz holt dritten Platz beim Regionalwettbewerb „Jugend forscht“

Strom erzeugen mit Kältegenerator

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Franz Reisewitz bei der Präsentation seine Projektes beim Regionalwettbewerb in Celle.

Hankensbüttel. Er ist gerade mal 16 Jahre alt, wohnt in Hankensbüttel und besucht die Realschule in Wittingen – und er ist ein genialer Tüftler.

Die Rede ist von Franz Reisewitz, der beim Regionalwettbewerb „Jugend forscht“ in Celle einen dritten Platz belegt hat, und zwar in der Sparte Technik.

Gebaut hat Franz einen Kältegenerator. Die Idee hierzu stammt vom Realschüler selbst, der das Projekt dann auch in Theorie und Praxis umgesetzt hat. Entstanden ist nach mehreren Versuchen ein Modell, das funktioniert und mittels einer Turbine Strom erzeugt.

Betreut wurde er von Realschullehrer Helmut Schulenburg, der sehr stolz auf den Schüler ist. Es sei das erste Mal, dass ein Schüler der Realschule Wittingen am Wettbewerb „Jugend forscht“ teilgenommen habe, meint Schulenburg. Das sei ein neues Feld für die Schule.

Das Projekt von Franz Reisewitz handelt davon, dass durch Temperaturunterschiede Strom erzeugt werden soll. Der Strom soll durch eine Turbine produziert werden, die an eine luftdichte Kammer angeschlossen ist. Wenn die Kammer abgekühlt wird, entsteht im Inneren ein Unterdruck. „Wird nun das Ventil geöffnet, strömt Luft in das Innere der Kammer, so dass der frei gewordene Platz gefüllt wird“, beschreibt Franz Reisewitz das Projekt.

Durch die Luftbewegung beim Einströmen wird mit Hilfe der Turbine Strom erzeugt. Danach wird die Kühlung der Kammer unterbrochen, so dass sie sich wieder erwärmt. Folglich entsteht in ihrem Inneren ein Überdruck. Öffnet man nun das Ventil, so strömt Luft aus der Kammer durch die Turbine ins Freie. Durch diese Bewegung wird wieder Strom erzeugt. Nachdem die Kammer sich wieder ganz aufgewärmt hat, wird das Ventil wieder verschlossen und die Kammer wieder abgekühlt.

Zu beachten ist dabei, dass das Abkühlen und Aufwärmen nicht zu lange dauert, da es sich nicht rentieren würde, wenn die einzelnen Phasen zu lange bräuchten. „Das Ziel ist es also, einen möglichst schnellen Ablauf von Erwärmen und Abkühlen zu erzielen“, erklärt der Realschüler.

Einige Experimente wurden von Franz durchgeführt, um feststellen zu können, was die optimalste Kammerform ist. Dabei stellte er fest, dass sich eine Kugel nicht eignet. „Das Objekt muss aus Metall sein und eine möglichst große Oberfläche haben“, unterstreicht Franz im IK-Gespräch. Er hat dann eine Flasche mit einem Ventil versehen – und das Experiment hat funktioniert. Durch die ein- und ausströmende Luft wurde eine kleine Turbine angetrieben.

Die dreiköpfige Jury beim Regionawettbewerb in Celle lobte nach Aussage von Helmut Schulenburg das Projekt als gutes Beispiel für Energieumwandlung. Sogar eine eigene Formel hat Franz bei seinen Versuchen entwickelt. Es ging unter anderem darum, die erforderlichen Temperaturunterschiede auszuloten.

An allen Orten der Erde, wo große Temperaturunterschiede herrschen, beispielsweise in der Wüste, könnte mit dem Kältegenerator Strom erzeugt werden, beschreibt Franz Reisewitz die Einsatzmöglichkeiten seines Gerätes. Aber auch die Stromerzeugung im Weltall sei durchaus denkbar.

Von Walter Manicke

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