Otter-Zentrum: Debatte um Erweiterung

„Stillstand ist Rückschritt“

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Skizze einer möglichen West-Erweiterung mit einem verlegten Bohldamm und neuen Freizeiteinrichtungen links des Geländes. Das Otter-Zentrum betont, dies sei eine denkbare Anordnung von Ideen, keine Beschlusslage.

Hankensbüttel. Das Hankensbütteler Otter-Zentrum hat im Zuge der Diskussion um eine West-Erweiterung inzwischen die Prüfung der Alternativen abgeschlossen.

Ergebnisse will Mark Ehlers, der Leiter der Naturerlebnis-Einrichtung, im IK noch nicht bekanntgeben – man wolle sich an die Verabredung mit der Gemeinde halten, dies bei einer gemeinsamen öffentlichen Informationsveranstaltung zu tun. Dafür warte man nun auf ein Signal vom Rat.

Allerdings: Ehlers macht auch keinen Hehl daraus, dass er in der Diskussion der letzten Monate zumindest bei Teilen der Politik den Rückhalt vermisst. „Jahrelang kamen Signale ans Otter-Zentrum, wir sollten uns in Richtung Ort bewegen. Jetzt soll das falsch sein.“

Ehlers und sein Stellvertreter Dr. Oskar Kölsch werben nach wie vor für eine West-Erweiterung, die „ökonomisch und inhaltlich“ viel Sinn mache. Sie wünschen sich eine „faire und sachliche Debatte“. Mitunter sei bisher auf „Spekulationen und Ängste“ gesetzt worden.

Die Konsequenzen einer West-Erweiterung nach Darstellung des Otter-Zentrums:

• Freizeiteinrichtungen: „Nichts davon soll wegfallen“, sagt Ehlers, „das ist unser erklärtes Ziel. Alles wird von uns ersetzt.“ Wo, das sei keine Entscheidung des Otter-Zentrums, sondern der Gemeinde. Der Bolzplatz sei entgegen anderslautenden Gerüchten nicht in seinem Bestand gefährdet.

• Bohldamm: Soll auf Kosten des Otter-Zentrums verlegt werden. Ehlers: „Ob es teurer oder billiger wird, ist damit nicht das Risiko der Gemeinde.“

• Zufahrten: Das Gymnasium bleibe wie bisher erreichbar, betont Ehlers. Auch die Erreichbarkeit des Waldbades werde nicht behindert. Allein für Radfahrer aus Richtung Wiethorngärten ergebe sich ein Umweg von etwa 200 Metern.

• Befürchtungen hinsichtlich Schallbelästigung: Die genaue Nutzung innerhalb des Erweiterungsgeländes sei nicht festgelegt, sagt Ehlers: „Man kann über alles reden.“

• Zeitlicher Rahmen: Eine Umsetzung des Vorhabens sei derzeit weder für 2014 noch für 2015 geplant, existierende Planskizzen seien nur die Visualisierung von Ideen.

Man brauche neue Angebote für Tagestouristen und Schulklassen, sagt Ehlers. Wenn Tierparks in der Umgebung ihr Angebot ausbauen, dann bedeute Stillstand in Hankensbüttel Rückschritt. Mit der Erweiterung seien zusätzliche Arbeitsplätze verbunden. Ein Rückzug des Otter-Zentrums aus Hankensbüttel stehe nicht zur Diskussion. „Das wünscht sich keiner“, sagt Ehlers.

Das Otter-Zentrum bietet allen, die sich wegen der Erweiterung Sorgen machen, den direkten Dialog an. Unter (05832) 98080 könne man sich zu ihm oder einem der Abteilungsleiter durchstellen lassen, sagt Ehlers.

Reinhard Weißmann, der Sprecher der Bürgerinitiative, sieht derweil keinen Anlass für einen anderen Diskussionsstil. „Jede Seite hat ihre Standpunkte vortragen können. Ich glaube nicht, dass ein anderer Ton einziehen müsste.“ Er vermisse allerdings bisher „den Hinweis, dass unsere Bedenken ernst genommen werden.“ In diesem Sinne gebe es durchaus eine gewisse Eilbedürftigkeit, was die Vorstellung der Alternativen angehe: „Wir warten darauf, dass etwas passiert.“ Für den Grillabend der BI mit anderen Vereinen gebe es derzeit noch keinen Termin: „Das ist in Vorbereitung.“

Hankensbüttels Bürgermeister Martin Rausch sagte dem IK gestern, dass ein Termin für die Alternativen-Vorstellung bei nächster Gelegenheit vom Rat abgestimmt werden solle.

Von Paul Gerlach und Holger Boden

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