Dachrinne vs. Lkw: Öfters Unfälle

Steinhorster Ehepaar kämpft mit fortwährenden Beschädigungen am Haus

Das Gebäude Marktstraße 4 in Steinhorst mit der beschädigten Dachrinne und dem Lkw als Unfallverursacher im Juni 2019.
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Bei diesem Unfall mit einem Lkw im Juni 2019 wurde die Dachrinne von Klaus Lietz und Claudia Straeter-Lietz aus Steinhorst auf 22 Metern Länge beschädigt. Klaus Lietz schätzte den Schaden gegenüber der Versicherung auf etwa 3000 Euro. Erst im Mai 2017 hatte er die Dachrinne erneuern lassen – wie so oft über die vergangenen Jahre.
  • Paul Gerlach
    vonPaul Gerlach
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Steinhorst – Klaus Lietz und Claudia Straeter-Lietz wohnen seit knapp 30 Jahren in Steinhorst. „Wir waren mehrmals von Unfällen betroffen, bei denen unser Haus beschädigt wurde“, sagt er. Einmal stand schon ein Bus im Garten ihres Grundstückes Marktstraße 4 – wohl Sekundenschlaf beim Fahrer.

In seinen Aufzeichnungen hat Klaus Lietz rund ein Dutzend Vorfälle seit 1992 festgehalten. Zwischendurch sei auch mal ein paar Jahre Ruhe, aber an ihrem Gebäude würde immer mal wieder ein Schaden entstehen. Dann und wann erwischt es auch mal den Gartenzaun, der glücklicherweise aber immer repariert werden konnte und nie komplett zerstört wurde.

Der Unfall im Januar 2021 (das IK berichtete) war auf Höhe des Hauses der Familie Hanke (Markstraße 5) geschehen, der Lkw sei zu schnell und zu schnell in der Kurve gewesen.

Reparaturen nötig

Im April 2020 gab es bei ihnen einen Unfall mit Sachschaden an ihrem denkmalgeschützten Haus. Klaus Lietz erstattete Anzeige gegen Unbekannt. Im September wurde dann zum wiederholten Mal die Dachrinne beschädigt und dieses Mal zur Hälfte abgerissen. Drei Reihen Ziegel fielen dabei herunter. „Ich bin dem Fahrer einer Spedition aus dem Berliner Raum bis Celle hinterhergefahren, da er nichts von dem Unfall bemerkt hatte“, sagt Klaus Lietz. Glücklicherweise habe er sich das Kennzeichen gemerkt und konnte daher bei der Polizei eine Strafanzeige wegen Fahrerflucht stellen. Die Plane des Aufliegers sei halb aufgerissen gewesen. „Die Lkw-Fahrer kriegen es oft gar nicht mit, wenn so etwas passiert“, weiß er. Teils habe sich nur kurze Zeit nach einer Reparatur wieder ein Schaden ereignet.

Die Wolfenbütteler Landesstraßenbaubehörde hatte laut Klaus Lietz vorgeschlagen, auf den Bordsteinkanten sogenannte Felgenkiller zu installieren, um den Verkehr vom Fußweg fernzuhalten. Letztlich sei es dann aber nur eine rot-weiße Bake geworden. Seine Frau ergänzt: „Die Lkw fahren den Gehweg kaputt, die Bordsteinkante bleibt stets heil.“

Klaus Lietz ist gegen Fahrzeugaufprall speziell versichert. „Aber irgendwann wird meine Versicherung auch abwinken, wenn das zu häufig passiert“, befürchtet er. Er geht von einer Fehlplanung der Straße aus.

Oft halten Lkw direkt vor dem Haus, um einem Fahrzeug aus Richtung Celle die Durchfahrt an der recht schmalen Straße zu ermöglichen. Wenn ein Fahrzeug direkt an der Bordsteinkannte steht, kann es durch die ungünstige Straßenneigung und durch die Schaukelbewegung des Aufliegers zu Schäden an der Dachrinne kommen.

Denn laut Klaus Lietz wurde vor rund 15 Jahren der Bereich der Lachtebrücke neugemacht und die Kanalisation neu gelegt. „Richtung Celle ist die Kanalisation auf der linken Seite von mir aus gesehen.“ In der Kurve komme die Regenrinne auf seine Seite zu. Er schätzt das Gefälle zum eigenen Haus hin auf 5 bis 7 Zentimeter. „Warum nicht stattdessen zu Familie Hankes Seite hin?“, fragt er sich. Denn dann wäre es nie zu Gebäudebeschädigungen gekommen, meint er. Insbesondere auch dann, wenn der Regenwasserkanal auf der anderen Straßenseite platziert worden wäre. Aus seinem Verständnis heraus ist das Ganze mal so gedacht gewesen, aber am Ende anders ausgeführt worden. Beim Anfahren bemerke der Lkw-Fahrer vermutlich gar nicht, dass der Lkw an den Rinneneisen hängen bleibt und die Dachrinne nach vorne zieht. Letztere ist in etwa 22 Meter lang und hat auch keinen geraden Verlauf, sondern in der Mitte eine kleine Ausbuchtung, da die Sparren unterschiedlich lang sind. Klaus Lietz: „Die Dachrinne hängt jedoch nicht in die Straße, sondern etwa 10 Zentimeter hinter der Bordsteinkante.“

Lärm als Belastung

Klaus Lietz kritisiert: Auf der Straße – und auch an der Brücke – werde zu schnell gefahren. Dabei sei insbesondere das Stück ab der Kurve, in der der Brauelweg abgeht, sehr schmal. Das Ehepaar wünscht sich daher eine Einbahnstraßen-Regelung – an der Neuen Straße rechts ab und dann links in die Dammstraße hinein. Wenn Jahrmarkt sei, gehe das schließlich auch.

Was das Ehepaar Lietz besonders hervorhebt, ist die Geräuschbelastung durch die viele Bremserei der Laster, die man ohnehin schon von weitem hört, wenn sie herangebraust kommen – und erst recht, wenn sie zu schnell in den Kurvenbereich der Marktstraße fahren.

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