Kritik: Gefahr durch viele Lkw

Steinhorst: Familie sorgt sich wegen Verkehrsbelastung auf Marktstraße

Ein Bild mit Augenzwinkern, aber vor einem ernsten Hintergrund: Die Verkehrssituation in Steinhorst bereitet den Bürgern Sorge – und führte zu der Idee, die Befürchtungen in Sachen sicherer Schulweg mit zwei Schulkindern, die sicherheitshalber in Bubble Balls stecken, zu demonstrieren.
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Ein Bild mit Augenzwinkern, aber vor einem ernsten Hintergrund: Die Verkehrssituation in Steinhorst bereitet den Bürgern Sorge – und führte zu der Idee, die Befürchtungen in Sachen sicherer Schulweg mit zwei Schulkindern, die sicherheitshalber in Bubble Balls stecken, zu demonstrieren.
  • Paul Gerlach
    vonPaul Gerlach
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Steinhorst – Kai Glasemann lebt von klein auf in Steinhorst. „Die Verkehrsbelastung bewegte sich stetig nach oben.“ In Corona-Zeiten sei es etwas weniger geworden. „Wenn die B 191 gesperrt ist, dann läuft die Umleitung über Steinhorst“, sagt seine Frau Jasmin.

Der jüngere von ihren zwei Söhnen besucht die DRK-Kita am Apfelweg. Auf den 15 Minuten vom Osterhopweg bis dorthin haben seine Mutter und er 50 Autos und 20 Lkw gezählt. Viel Verkehr auf der L 280 also. „Die Geschwindigkeit ist ein zusätzliches Problem“, sagt Kai Glasemann. Mit Blick auf die Tempo 70, die bei den Messungen von Matthias Köslin erfasst wurden (das IK berichtete), sagt er: „Tempo 70 vorne an der Brücke ist schon sportlich.“

Mit Fahrrad gefährlich

Jasmin Glasemann hat mal an der Kurve auf der Marktstraße, von der der Brauelweg abgeht, gewohnt. „Die Lkw standen in der Mühle drin.“ Sie seien nicht in die Kurve, sondern stattdessen in die Hofeinfahrt gefahren. Gefühlt seien die Laster von der Geräuschkulisse her durch ihr Zimmer gefahren. Auf der Marktstraße solle man nicht mit dem Fahrrad fahren, rät sie. Der Abstand seien weniger als 50 Zentimeter. Letztlich sei es sicherer, sich mit dem Fahrrad auf dem Fußweg zu bewegen, um dieses Risiko nicht eingehen zu müssen.

Fast von Lkw erwischt

Ihr ältester Sohn erzählt von einer beklemmenden Situation, in die er geriet: Zwei Lkw seien auf der Marktstraße entlanggefahren – einer kam von vorne, einer von hinten. Doch einer von ihnen habe ausweichen müssen und sei dann bei Friseur Schulze auf den Bürgersteig gefahren. „Wenn er nicht schnell zur Seite gesprungen wäre, wäre er umgefahren worden“, sagt seine Mutter schockiert. Die Lkw würden in die Kurve hineinfahren und über die Parkplätze ausweichen. Ein Lkw und ein Pkw gleichzeitig in der Kurve seien schon zu viel, zwei Lkw parallel gar nicht möglich.

Kritik an Situation

„Die Lachtebrücke ist ein Nadelöhr“, sagt Kai Glasemann. Die Laster würden teils fünf Minuten herumstehen und nur rangieren, weil sie sich nicht einig werden, wer zuerst durchfährt. Vom Verkehrsamt in Gifhorn hat Kai Glasemann nach seinen Angaben zu hören bekommen, er solle nicht mit Herzschlag-Argumenten kommen. Er sei an die Polizei verwiesen worden, dass dort mal geblitzt werden solle. Doch das lohne sich finanziell nicht, habe es gehießen. „Da kommt mir als Mutter die Galle hoch“, sagt Jasmin Glasemann. Die Erwachsenen seien genauso gefährdet, aber Kinder hätten eine andere Wahrnehmung und könnten daher nicht so schnell reagieren. Daher empfinde sie die Gesamtsituation als verwerflich. Der Eindruck, der sich bei Glasemanns aufgedrängt hat: Jeder bei den Verantwortlichen verweise auf den anderen. Aber keine wolle Verantwortung übernehmen.

„Das ist grenzwertig“

Kai Glasemann zeigt sich konsterniert und ist überzeugt: „Es wird zukünftig in Sachen Verkehr nicht besser werden.“ Der Übergang für die ganz Kleinen am Schulmuseum sei bedauerlicherweise auch abgelehnt worden. Schon hinter der Kurve würden die Autos das Überholen anfangen. „Das ist grenzwertig.“ Seine Frau ergänzt: „Unser Jüngster geht so nah wie möglich am Zaun, um die Gefahr herauszunehmen.“

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