Einrichtung der bis zu 15-köpfigen Gruppe ist zum 1. August vorgesehen

Knappes Votum: Steinhorst bekommt seine Wald-Kita

In Steinhorst soll zum 1. August eine Waldkita-Gruppe eingerichtet werden – mit bis zu 15 Kindern. Der entsprechende Beschluss fiel im Samtgemeinderat wegen der angespannten Haushaltslage allerdings ziemlich knapp aus. 
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In Steinhorst soll zum 1. August eine Waldkita-Gruppe eingerichtet werden – mit bis zu 15 Kindern. Der entsprechende Beschluss fiel im Samtgemeinderat wegen der angespannten Haushaltslage allerdings ziemlich knapp aus.

Steinhorst – Es war eine recht knappe Entscheidung – aber Steinhorst bekommt seinen Wald- und Naturkindergarten. Das Konzept von Erzieherin Verena Roth wurde jetzt auch im Hankensbütteler Samtgemeinderat noch einmal sehr gelobt.

Die Einrichtung der Gruppe mit maximal 15 Kindern soll zum 1. August erfolgen. Die erforderlichen Mittel werden außerplanmäßig bereitgestellt.

Das Ergebnis der Abstimmung beim entsprechenden Antrag von Werner Rodewald (CDU) – 13 Ja-Stimmen, neun Gegenstimmen und zwei Enthaltungen – hatte denn auch nichts mit der inhaltlichen Ausrichtung oder Qualität des Vorhabens zu tun, sondern vielmehr mit der angespannten Haushaltssituation der Samtgemeinde und den mit der Einrichtung einer Kitagruppe unweigerlich verbundenen Kosten.

Das zeigte sich deutlich in den Wortbeiträgen der Ratsleute.

Zeitlich ist das Ganze bis zum 1. August möglich, betonte Rodewald. Das DRK werde Roth dabei in jeder Form unterstützen. „DRK-Fachbereichsleiterin Karin Single hat den Auftrag bekommen, dies organisatorisch darzustellen“, erläuterte Rodewald. Die Voraussetzungen seien demnach geschaffen. Die Organisation werde bei der DRK-Kita Sprakensehl liegen. Das DRK werde das Personal vorhalten können.

Rodewald unterstrich auch, dass sich die Zahl der interessierten Eltern inzwischen verdoppelt hätte – zuvor war von fünf positiven Rückmeldungen die Rede gewesen. Der CDU-Fraktionsvorsitzende geht davon aus, dass sich diese Zahl von zehn Interessierten auch noch deutlich nach oben bewegen werde. Daher werde seine Fraktion zustimmen. Die investiven Kosten seien „verschwindend gering“. Kita-Plätze seien in der Samtgemeinde eher knapp, die Kapazitätsgrenze sei womöglich schon wieder erreicht.

„Das Thema wird heiß diskutiert“, schickte Inge Elvers (SPD), Vorsitzende der Fraktion „Pro Samtgemeinde Hankensbüttel“, bei ihrem Statement vorneweg. Es überrasche und verwundere ihre Fraktion aber schon sehr, dass rund 100 000 Euro zusätzlich im Jahr für diese Kitagruppe ausgegeben werden sollen. Sie verwies auf die Bedarfsabfrage durch das DRK und die Samtgemeinde: Dabei hatten sich von 200 Eltern 150 nicht geäußert. Es gab die besagten 5 positiven Rückmeldungen – hauptsächlich aus Steinhorst – sowie 45 Absagen.

Konzept: „Tolle Idee“

Elvers betonte, dass sie das Konzept von Roth für eine „tolle Idee“ halte, aber man müsse auch die Haushaltslage der Samtgemeinde betrachten. Klar sei, dass der Bedarf sehr groß sei. Aber für die Einrichtung in Steinhorst müsste ein Nachtragshaushalt aufgestellt werden. Zudem könne man die Höhe der Einnahme- und Steuerausfälle durch die Corona-Auswirkungen noch nicht genau absehen. Daher werde ihre Fraktion nicht zustimmen.

Denise Dehning (CDU) machte sich für die Waldkita stark: Das Ganze würde eben nicht mal locker so beschlossen. Vielmehr berate man schon seit einem Jahr darüber, rief sie in Erinnerung. Das Konzept hätten alle positiv gefunden. Zudem sei das Objekt für die Kita schon vorhanden. Die Verwaltung beziffert die einmaligen Beschaffungskosten mit etwa 10 000 Euro. „Der Bedarf an Plätzen ist da“, hob Dehning hervor. Es gebe laut DRK zehn Interessierte. „Die Eltern haben einen Rechtsanspruch“, sagte sie.

Uwe Weber (BLH) monierte, dass der Standort für die Waldkita geprüft werden sollte. Sein Eindruck: „Steinhorst ist festgezurrt worden.“ Dabei wären Dedelstorf, Repke, Oerrel, Ling- oder Langwedel ebenfalls vorstellbar gewesen. Er lehne das Konzept wegen des Wetters ab.

Ingrid Wrede (FDP) ist überzeugt: „Wir können die zehn Kinder auch so unterbringen.“ Für den Kita-Neubau an der Hankensbütteler Schulstraße gebe man fast 6 Millionen aus, jetzt wolle man schon wieder etwas Neues schaffen. „100 000 Euro als Kosten sind nicht gering.“ Die Waldkita bei Alt-Isenhagen müsse man auch nutzen. „Wir haben genug Plätze.“

Bernd Rodewald (WSH) kann sich mit der Waldkita in Steinhorst „überhaupt nicht anfreunden“. Es gebe keine bauliche Investition, aber dafür jährlich folgende Kosten. Angesichts des Haushaltes gerade in den nächsten Jahren könne man sich das Ganze „wahrscheinlich noch weniger“ leisten. „Wir sollten in Steinhorst nicht einrichten.“ Silke Schröder (CDU) sah das anders: „Das Konzept passt. Ich kann zustimmen.“

VON PAUL GERLACH

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