Bringdienst und Dorfladen: Suche betrifft gesamtes Gebiet der Samtgemeinde Hankensbüttel

Standortfrage ist völlig offen

Mit der leeren Fläche in der Ortsmitte verfolgt die Gemeinde eigene Pläne. Fotos: Manicke

Hankensbüttel. Für Unmut bei vielen Hankensbüttelern haben die Pläne der Samtgemeinde gesorgt, einen Dorfladen und einen Bringdienst einzurichten. Insbesondere die Überlegungen, den Dorfladen eventuell im ehemaligen Schlecker-Laden anzusiedeln. Auch in Leserbriefen war das kritisiert worden.

Nur wenige Meter von der Hankensbütteler Ortsmitte entfernt steht das Gebäude, in dem ehemals ein Schlecker-Markt untergebracht war. Dieser Standort eignet sich nach Ansicht vieler Hankensbütteler nicht als Dorfladen, den die Samtgemeinde plant.

Ins Gespräch gebracht hatten den Standort Günter Weiss und Thorsten Rohé vom CBM Institut im Rahmen der Sitzung des Samtgemeinderates im Dezember. Nach langer und kontroverser Debatte hatte das Gremium mit 13 zu acht Stimmen beschlossen, in diesem Jahr einen Dorfladen und einen Bringservice einzurichten (das IK berichtete). Die Pläne werden weiter verfolgt, hatte Ilka Bauke, Leiterin des Fachbereichs 1 und Allgemeine Vertreterin des Samtgemeindebürgermeisters, gegenüber dem IK erklärt. Wo der Dorfladen hinkommt, wird sich zeigen, sagte sie gestern im IK-Gespräch. Der Standort muss nicht unbedingt Hankensbüttel sein. Denn die Pläne, die Hankensbütteler Ortsmitte neu zu beleben und dort einen Supermarkt anzusiedeln, müssten bei der Umsetzung der Pläne berücksichtigt werden.

Wie berichtet, sollen in der kommenden Woche Vorgespräche mit dem CBM Institut stattfinden und dann ein Zeitplan für die Realisierung des Projektes aufgestellt werden. Bei der Umsetzung sollen vorhandene Handelsakteure und Mitglieder von Interessengruppen, Vereinen und Initiativen wie beispielsweise Seniorenbeirat und Landfrauen eingebunden werden. Außerdem sind Veranstaltungen zur umfassenden Information und Einbindung der Bevölkerung geplant.

Wo der Dorfladen dann eingerichtet wird, werde sich zeigen. „Die Standortsuche betrifft das gesamte Gebiet der Samtgemeinde“, unterstreicht Ilka Bauke. Das könne jeder größere Ort in der Samtgemeinde sein. Da es sich um ein Projekt für die Bürger handele, sollten diese auch mitentscheiden, wo es sinnvoll sei, einen Dorfladen und den Bringservice anzusiedeln.

Ziel sei es, die Nahversorgung von Menschen im ländlichen Raum sicherzustellen. Die Kunden des kostenpflichtigen Bringdienstes sollen nach bisherigen Überlegungen aus einem Sortiment von etwa 400 Waren auswählen und diese bestellen können. Ein Bringdienst liefert diese Waren dann direkt bis vor die Haustür. Zudem soll ein 120 bis 140 Quadratmeter großer Dorfladen mit einem Kommunikationsbereich eingerichtet werden.

Die Gesamtkosten für Bringservice und Dorfladen werden mit 51 500 Euro veranschlagt. Der Großteil davon wird, wie berichtet, aus dem Leader-Programm der EU gefördert, bei der Samtgemeinde verbleibt ein Eigenanteil von 20 100 Euro.

Wenig Sinn würde es sicherlich machen, direkt in der Hankensbütteler Dorfmitte diesen Laden anzusiedeln. Da verfolgt die Gemeinde nämlich andere Pläne. Bauen wird auf der leeren Fläche im Schatten der St. Pankratiuskirche ein Investor einen Supermarkt. Auf rund 800 Quadratmetern Fläche wird der Discounter Norma sein Sortiment anbieten. Integriert in das Projekt wird eine Bäckerei mit Café. Ziel ist es, die Ortsmitte wieder zu beleben. Der Bauantrag, der bereits vorliegt, soll demnächst im Bauausschuss beraten werden – vermutlich noch im Januar.

Von Walter Manicke

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