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Spur im Horn-Diebstahl

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Albert Meyer, Geschäftsführer des Jagdmuseums Wulff, mit dem Nashorn, dessen Hörner gestohlen wurden. Foto: Archiv

Oerrel. Der Vorfall hatte für Aufregung gesorgt: Im Juni wurde das Jagdmuseum Wulff in Oerrel Opfer eines dreisten Horn-Diebstahls (das IK berichtete). Die wertvollen Hörner eines Spitzmaulnashorns waren Ziel der Unbekannten.

Das ausgestellte Nashorn galt als eine der Attraktionen und war seit dem Diebstahl seiner Hörner stark beschädigt. Jetzt gibt es eine Spur in dem Fall. Die Diebe gehören vermutlich zu einer Gruppe von Rhinohorn-Schmugglern, die international unterwegs ist.

Auf dem Flughafen von Lissabon wurden zwei Australier festgenomen. Die beiden hatten sechs Rhinohörner mit einem Schwarzmarktwert von einer halben Million Euro dabei. Bei dem Duo sollen zudem mehr als 50 000 Euro gefunden worden sein. Nun prüft die Kriminalpolizei, ob ein Zusammenhang zwischen den festgenommenen Australiern und dem Vorfall in Oerrel besteht.

Polizeipressesprecher Thomas Reuter bestätigt, dass die Gifhorner Polizei in Kontakt mit dem Bundeskriminalamt und Polizeidienststellen in ganz Europa steht. Die Ermittlungen laufen. Nach dem Diebstahl in Oerrel gingen die Gifhorner Beamten bereits von Tätern aus, die im größerem Raum unterwegs sind.

Die gestohlenen Hörner der Trophäe in Oerrel sind kein Einzelfall. In ganz Europa wurden im engen Zeitrahmen mehr als 20 Diebstähle von Rhino-Hörnern bekannt. Die Hörner sind weltweit begehrt. Denn in manchen Teilen der Welt wird das Pulver zermahlener Rhino-Hörner als Heil- und Potenzmittel angesehen. Nashörner sind deshalb vom Aussterben bedroht.

Die Ermittlungen der Kriminalpolizei, werden noch ihre Zeit dauern, sagt der Polizeisprecher. Man habe damit eine Spur, der nachgegangen wird.

Der Fernsehsender NBC war in der vergangenen Woche auf das Thema Horn-Diebstahl aufmerksam geworden und hatte in einem Beitrag zu internationalen Horn-Schmugglern auch über den Fall aus dem Oerreler Jagdmuseum berichtet.

Mittlerweile hat das Nashorn im Jagdmuseum seinen alten Glanz zurück. Der Hankensbütteler Holzbildhauer Jürgen Eimecke schuf detailgenaue Horn-Duplikate für das Nashorn-Präparat.

Von Sabine Peter

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