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Sprakensehls Projekt „Gemeindehaus“: Aus für Standort Schulstraße

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Von: Paul Gerlach

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Bürgermeisterin Christiane Fromhagen und Pastor Dr. Heinrich Springhorn an der Fläche an der Schulstraße in Sprakensehl, wo das Dorfgemeinschaftshaus geplant war.
Die Enttäuschung bei Bürgermeisterin Christiane Fromhagen und Pastor Dr. Heinrich Springhorn ist sehr groß: Mit dem auf dieser Fläche an der Schulstraße in Sprakensehl geplanten Dorfgemeinschaftshaus wird es nichts (zumindest nicht an diesem Standort). © Gerlach, Paul

Sprakensehl – Das Projekt „Gemeindehaus“ an der Sprakensehler Schulstraße muss beendet werden – zum großen Bedauern aller Beteiligten. Die Pläne in Sachen Dorfgemeinschaftshaus (DGH) waren schon weit fortgeschritten. Doch daraus wird (zumindest am favorisierten Standort auf der Wiese neben dem Friedhof) nichts. Der Kirchenvorstand sah sich gezwungen, aus dem Vorhaben auszusteigen.

„Es ist wirklich schade“, betonen Pastor Dr. Heinrich Springhorn und Bürgermeisterin Christiane Fromhagen in einem Gespräch mit dem IK. Springhorn erläutert die näheren Gründe für den Ausstieg aus dem Projekt: Das Landeskirchenamt habe auf die unwägbaren finanziellen Risiken sowohl des Erbpachtverhältnisses als auch der späteren Unterhaltung des Gemeindehauses hingewiesen. „Es gab schließlich keine Möglichkeit, die mit dem Gemeinderat ausgehandelten Vertragsinhalte vom Landeskirchenamt auch nur annäherungsweise genehmigen zu lassen.“

Nach laut Springhorn „intensiven Kontakten“ mit dem Landeskirchenamt in Hannover und dem Kirchenamt in Gifhorn, um das Ganze zu klären, habe sich der Kirchenvorstand grundsätzlich mit der Realisierbarkeit des Projekts befassen müssen. „Wir haben schweren Herzens beschlossen, uns aus diesem Projekt zurückziehen“, sagt der Pastor über den einstimmigen Beschluss. Man bedanke sich für die vertrauensvollen Gespräche und die Bereitschaft der Beteiligten, sich „trotz etlicher Probleme auf diesen gemeinsamen Weg zu begeben“. Mit den Mitgliedern des Gemeinderates, dem DRK und allen am Projekt Beteiligten habe man vertrauensvoll zusammengearbeitet. Die Enttäuschung ist daher auf allen Seiten groß.

Dabei war der Anstoß zum DGH-Projekt in 2019 bekanntlich vorausschauend durch die Kirchengemeinde erfolgt: Denn Springhorn wird spätestens in neun Jahren in den Ruhestand treten. Dann soll seine Pfarrstelle aufgelöst werden, die kirchliche Gemeinde von Hankensbüttel aus mitbespielt werden und alle kirchlichen Liegenschaften in Sprakensehl wie Pfarrhaus und Pfarrscheune voraussichtlich verkauft werden. Ausnahme: die Christophorus-Kirche.

Pläne seit drei Jahren

Vor drei Jahren winkte bei dem Bauvorhaben eine 90-prozentige Förderung über die Dorfentwicklung. Wenn die Kirche, wie angepeilt, die restlichen 10 Prozent als Eigenmittel beigesteuert hätte, wäre das Ganze für die politische Gemeinde sogar kostenfrei gewesen, so Springhorn. Doch die Kommune durfte aufgrund der Förderrichtlinien fürs Vorhaben keine Drittmittel in Anspruch nehmen.

Daraufhin war der Ansatz, dass die politische Gemeinde die Kofinanzierung für finanzschwache Kommunen anpeilt und die Kirche sich indes – auch mit angepeilten Fördergeldern – um die Außenanlagen kümmert. Das Ganze wäre genehmigungsfähig gewesen und auch in Sachen Förderanträge sah alles gut aus, so Fromhagen. Die Finanzierung habe somit gestanden.

Doch durch die verweigerte Genehmigung durchs Landeskirchenamt ist das nun alles nichtig. Die Kirchengemeinde möchte nun stattdessen das Jugendzentrum renovieren und aufhübschen, so Springhorn. Die Kirchengemeinde sehe dieses zwar für ihre Zwecke als zu klein an, aber mehr würde nicht genehmigt. Er persönlich könne die Argumentation und Denkweise des Landeskirchenamtes nachvollziehen. Der Kirchenvorstand und er würden diese aber nicht unterstützen. Springhorn: „Es geht uns eine Chance verloren.“ Fromhagen bedauert, dass die Landeskirche offenbar sehenden Auges zulasse, dass in 10 bis 15 Jahren nichts mehr in der Kirchengemeinde stattfinden könne, wenn kein Raum mehr für sie da ist. Sie rechnet mit Kirchenaustritten, wenn in der eigentlich lebendigen Kirchengemeinde nichts mehr angeboten werde.

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