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Sprakensehler fangen die Sonne ein

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Kari Növig-Maaß, Peer Simon (l.) und Rainer Maaß (r.) fangen die Sonne zur Energiegewinnung ein.

Sprakensehl - Von Sabine Peter. Die Familie Maaß in Sprakensehl möchte, dass ihr Heimatort unabhängiger wird – aus energetischer Sicht. Kari Növig-Maaß, Peer Simon und Rainer Maaß wollen eine Biogasanlage bauen und damit einen großen Teil Sprakensehls mit der gewonnenen Wärme-Energie versorgen.

Die Anlage und deren Zufahrt wird außerhalb des Ortes stehen – nordöstlich von Sprakensehl am Schweinestall. Das dort aus regionalen Pflanzen erzeugte Biogas wird dann in den Ort geleitet und dort mit Hilfe von Blockheizkraftwerken zu Strom und Wärme umgewandelt. Für die Betreuung der Biogasanlage wird laut Rainer Maaß ein Vollzeitarbeitsplatz geschaffen.

In Sprakensehl soll ein drei Kilometer langes Wärmenetz entstehen, um die Wärme aus regenerativen Energieträgern in die Haushalte zu bringen. Neben den privaten Haushalten sollen auch die Sprakensehler Grundschule, Turnhalle, DRK- Kindergarten und das Freibad mit angeschlossen werden. Dadurch werden auch im öffentlichen Bereich die Heizkosten deutlich gesenkt, erklärt die Familie. Sprakensehl wäre nicht mehr abhängig von Öl und Gas und deren politischen Gebundenheiten, erklären die künftigen Biogasbetreiber.

Zudem sieht die Familie Vorteile für die heimische Wirtschaft durch den Anbau der für die Anlage benötigten Pflanzen bei den örtlichen Landwirten sowie durch die Dienstleistungen für Organisation, Transport und Bauwesen. Die Wirtschafts- und Kaufkraft bleibe in der Region und fließe nicht in die „Ölstaaten“ ab. Das stärke die Zukunft der Gegend in Zeiten von Wirtschafts- und Konjunkturschwankungen.

Alle Haushalte mit vorhandener Zentralheizung können sich an das Wärmenetz anschließen. Die Nahwärme wird durch eine Wärmeübergabestation in das vorhandene Heizsystem eingespeist. Außer der Station sind keine weiteren Installationen erforderlich. Neben der umweltfreundlichen Heizung mit CO2-neutraler Wärmeenergie spart laut Maaß jeder Haushalt Heizkosten. Anschlusskosten oder Grundgebühren entstehen den Wärmeabnehmern nicht, versichert Maaß.

Für die Sicherheit der Wärmelieferung werde gesorgt. Zentral soll ein Wärmespeicher installiert werden. Zusätzlich werde eine große Holz-Hackschnitzel-Heizung und ein Öl-Notbrenner eingerichtet.

Die Planungen sind fast abgeschlossen. Ab Dezember soll die Grundschule beheizt werden. Zwei Bürgerversammlungen gab es bereits. Die Familie hat bereits Wärmebedarfsberechnungen von 60 Haushalten. Weitere Interessenten für das Wärmenetz sollten sich daher noch kurzfristig melden. Die Planung sieht laut Maaß nur eine Ausbaustufe vor. Ein späterer Ausbau des Wärmenetzes sei nicht geplant.

Wer nähere Informationen erhalten möchte oder sich für einen Anschluss interessiert, kann sich – am besten schnell – bei den Betreibern der Sprakensehler Bioenergie, Peer-Simon und Rainer Maaß unter (0 58 37)12 27 melden. Im Sommer soll der Bau der 440Kw-Anlage und Wärmenetz starten.

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