Leiterin widerspricht / Mit Rathaus über Nutzung uneins

Sprakensehl: „Im Obergeschoss kein Unterricht“

Das ist der zweite Rettungsweg: Schulleiterin Kerstin Hoffmann mit zwei Schülerinnen vor dem Fenster, das zur Außenplattform führt.
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Das ist der zweite Rettungsweg: Schulleiterin Kerstin Hoffmann mit zwei Schülerinnen vor dem Fenster, das zur Außenplattform führt.
  • Paul Gerlach
    VonPaul Gerlach
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Sprakensehl – Die Diskussion um den zweiten Rettungsweg (das IK berichtete), die geplante Ganztagseinführung und die Planung der künftigen Raumkapazitäten: Vor allem diese Themen treiben derzeit die Sprakensehler Grundschule um.

Die Schulleitung ist sich mit dem Rathaus über die zukünftige Nutzung des Obergeschosses uneinig.

Laut Leiterin Kerstin Hoffmann halten sich derzeit im Obergeschoss für kurze Zeit immer wieder, wenn auch sehr wenige Schüler auf. Das Obergeschoss sei brandschutztechnisch bekanntlich aber nur für zwölf Personen zugelassen. Das umfasse auch Praktikanten, Schulbegleitungen, Lehrer und pädagogische Mitarbeiter, betont Hoffmann mit Blick auf die geplante Einführung des Ganztagsbetriebes.

„Das können allein schon sechs Leute sein.“ Den Kindern müsse angesichts der Zwölf-Personen-Regel erklärt werden, dass sie nicht nach oben dürften, etwa in den Pausen. Ihre Kollegen hätten entsprechende Dienstanweisungen erhalten. „Wir überlegen schon, ob wir Schilder aufstellen sollen.“

Laut den Plänen für den Ganztagsbetrieb, heißt es aus dem Rathaus, soll es gar nicht mehr dazu kommen, dass oben Unterricht gegeben wird. Patrick Dammann von der Verwaltung verweist im IK-Gespräch auf das Raumkonzept, das mit der Schulleitung abgestimmt sei (siehe Infokasten). Unter diesen Voraussetzungen komme man gar nicht erst in die Nähe der Zwölf-Personen-Grenze.

Hoffmann hingegen geht davon aus, dass im Ganztag die Räume oben nicht nur als reiner Verwaltungstrakt genutzt werden können. „Aus Platzgründen müssen wir das Obergeschoss auch für die Kinder nutzen.“ Bei ihrer kleinen Schule mit vier Jahrgängen seien aufgrund der Schülerzahl Kombiklassen durch die Landesschulbehörde vorgeschrieben. „Der Raumbedarf ist pädagogisch notwendig.“ Gerade auch mit Blick auf die Inklusionskinder, so die Leiterin. Ohnehin – ob sich oben nun Erwachsene oder Kinder aufhalten – habe sie die Fürsorgepflicht und könne die Art der Rettung über das Podest nicht nachvollziehen.

Samtgemeindebürgermeister Andreas Taebel betont, dass die gesamte Raumplanung auf das pädagogische Konzept abgestimmt und auch ausreichend sei. Der administrative Bereich sei oben gut untergebracht, der Unterricht könne sich auf die anderen Räume beschränken. „Dass sich oben mehr Leute aufhalten können, wäre zwar wünschenswert. Aber wir müssen im Rahmen unserer Möglichkeiten agieren.“ Im Brandfall habe man durch die Brandschutztüren über eine halbe Stunde Zeit, betont der Rathaus-Chef angesichts von Hoffmanns Kritik an der jetzigen Situation.

Hoffmann kann sich aktuell nicht vorstellen, dass im Kirchenhäuschen auch Unterricht gegeben wird, wenn dort auch die Essensausgabe stattfinden soll. Das müsse man sich nochmal anschauen. „Vier Räume brauchen wir definitiv“, sagt die Schulleiterin zum Bedarf aus ihrer Sicht.

VON PAUL GERLACH

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