Umleitung über Kreis Celle kostet Zeit / Probleme halten sich in Grenzen

Von Sprakensehl nach Groß Oesingen: 42 Kilometer B 4-Umleitung

Kein Durchkommen zur B 4: Die Kreuzung Großer Kain ist aktuell gesperrt – und damit auch der Weg von Sprakensehl nach Hankensbüttel. Die Umleitung führt unter anderem über Steinhorst, wie hier zu sehen ist.
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Kein Durchkommen zur B 4: Die Kreuzung Großer Kain ist aktuell gesperrt – und damit auch der Weg von Sprakensehl nach Hankensbüttel. Die Umleitung führt unter anderem über Steinhorst, wie hier zu sehen ist.

Hankensbüttel/Isenhagener Land – Normalerweise ist die Fahrt von Sprakensehl nach Groß Oesingen keine große Sache, eine etwa 14 Kilometer lange Strecke. Je nach Verkehr also eine kurze Fahrt.

Doch aufgrund der Sperrung durch die Bauarbeiten an der B 4 (IK berichtete) entwickelt sich die Fahrt über die offizielle Umleitung zu einer 42 Kilometer langen Odyssee, die auch gerne 45 Minuten dauern kann – oder länger.

Über Hagen – Weyhausen – Eschede – Scharnhost – Endeholz – Heese – Eldingen – Steinhorst zieht sich die Route. Bereits an der Kreuzung in Weyhausen kann man als Linksabbieger mehrere Minuten verbringen. Aus Uelzen kommend sollte man also bereits in Breitenhees auf die B 191 abfahren.

Baustellen auf offizieller Umleitung 

Besonders ärgerlich dabei: Auch vor und in Eschede finden Arbeiten statt, wie das IK gestern beim Abfahren der Strecke feststellte. Dadurch kann es sich hier etwas stauen, zumal die Umgeleiteten von Uelzen kommend wieder Linksabbieger sind und auf den Gegenverkehr achten müssen. Und Lkws und andere sperrige Fahrzeuge müssen die Kurven in vielen Orten mit großer Bedacht fahren, weshalb die Fahrt sich eben weiter verzögern kann.

Findige Ortskundige werden daher natürlich verlockt sein, den Weg über Hagen – Blickwedel – Räderloh – Steinhorst zu nehmen. Wobei dies zum einen eben nicht die offizielle Umleitung ist, zum anderen die kleinen Orte in der Regel kein Interesse an dem Pendlerverkehr der B 4 haben. Und ein praktisches Problem ist auch der Weg zwischen Räderloh und Blickwedel – der Wirtschaftsweg ist nicht breit genug, dass zwei Fahrzeuge gleichzeitig dort lang fahren.

Sanierung betrifft auch weitere Orte

Probleme bereitet die B 4-Sanierung in Dedelstorf, berichtet Bürgermeister Bernd Rodewald. Die Leute würden nach Lingwedel abkürzen, trotz Sperrung. Letztere werde ignoriert und das sorge für Ärger aufseiten der Gemeinde. Die Kommune hatte die sanierte ehemalige Kreisstraße (K  9) vom Landkreis übernommen. „Wir müssen sie unterhalten und wollen nicht, dass uns die Seitenräume kaputt gefahren werden“, sagt Rodewald mit Blick auf die derzeitige Situation.

In der Gemeinde Hankensbüttel verläuft das Ganze bisher glimpflich, sagt Bürgermeister Dirk Köllner. „Ich habe bisher nichts beobachtet, und bei mir hat sich bisher auch niemand gemeldet, der sich beschwert hat oder sonst irgend etwas zu bemängeln hatte.“

Laut der Sprakensehler Bürgermeisterin Christiane Fromhagen merkt man ihrem Wohnort Hagen zum Beispiel die Umleitung an der Landesstraße schon sehr. „Der Ort ist an dieser Stelle ja sehr kurz. Viele bremsen gar nicht ab. Es kam auch schon zu brenzligen Situationen.“

In der Gemeinde Steinhorst hält sich das Ganze bislang in Grenzen. Zwischen Räderloh und Blickwedel gebe es sehr viel mehr Verkehr, sagt Bürgermeister Klaus-Hinrich Singer. Zwar seien viele Pkw mit ortsfremden Kennzeichen unterwegs, aber dafür keine Lkw. „Die Lastwagenfahrer verhalten sich vernünftig“, so Singer. Ohnehin könne man an der Gesamtsituation als Kommune nichts ändern. Positiv sei, dass er bislang noch nichts von kaputtgefahrenen Seitenräumen im Gemeindegebiet gehört habe.

„Bisher geht’s“, meldet Bürgermeister Werner Rodewald für die Gemeinde Obernholz. Die Verbindung Schweimke-Bokel werde gerne als Abkürzung genommen. „Wir haben hier Pkw-Kennzeichen, die wir sonst hier nicht haben.“ Das Ganze halte sich aber in Grenzen. Lkws habe er bisher noch nicht wahrgenommen, auch wenn der eine oder andere sich durchs Gemeindegebiet schlängeln werde. „Das ist kein Problem bei uns.“ Er habe bislang auch noch keine Beschwerden von Anwohnern erhalten. VON MAX A. MORRISON UND PAUL GERLACH

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