Volksbank Osterburg-Lüchow-Dannenberg trotz schwieriger Rahmenbedingungen auf Kurs: Bilanzsumme auf Höchstwert

Sparer setzen auf kurzfristige Anlagen

Hankensbüttel/Groß Oesingen. Die Volksbank Osterburg-Lüchow-Dannenberg eG, zu der auch die LEVG in Hankensbüttel und Groß Oesingen gehört, legte jetzt ihren Geschäftsbericht für 2016 vor.

Das Finanzdienstleistungs- und Landhandelsunternehmen steigerte die Bilanzsumme um drei Prozent auf einen neuen Höchstwert von 676 Millionen Euro. 

Grit Worsch.

Allerdings gibt die Bilanzsumme den Umfang der mit den Mitgliedern und Kunden getätigten Geschäfte nur unvollkommen wieder. Aussagekräftiger ist das betreute Kundenwertvolumen. Hierzu gehören sämtliche anvertraute Vermögenswerte und Darlehen innerhalb und außerhalb der Bilanz. Dieses betreute Kundengesamtvolumen überschritt 2016 erstmals die Milliardengrenze und erreichte zum Jahresende einen Stand von 1,01 Milliarden Euro – ein Zuwachs um drei Prozent. Maßgeblich verantwortlich für den Bilanzsummenzuwachs war die Entwicklung der Einlagen: In einer Zeit, in der auf dem Finanzmarkt Guthabenzinsen bereits ins Negative tendieren, war das regionale Institut als sicherer Verwalter von Vermögenswerten gefragt. Um rund 15 Millionen Euro auf nunmehr 431 Millionen Euro steigerte die Bank ihre bilanziellen Kundeneinlagen. Insbesondere die Bestände an Spareinlagen stiegen um 6,1 Prozent. Besonders beliebt waren die Sparbriefe und Festgelder mit einem Zuwachs von 20,5 Prozent. Dabei hat das Kündigungsgeld großen Anklang gefunden. Viele Kunden legen ihre Ersparnisse eher kurzfristig an, um flexibel auf wieder steigende Zinsen reagieren zu können.

Gefragt war die Volksbank 2016 auch als Kreditgeber: Die Ausleihungen an Kunden beliefen sich zum Stichtag 31. Dezember 2016 auf 324 Millionen Euro, was einem Zuwachs um 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Darlehen an Mitglieder und Kunden erhöhten sich um 2,4 Prozent. Die Privatkunden nutzten das niedrige Zinsniveau, um in Bauten, Umbauten, Renovierungen sowie in energetische Sanierungen von Wohnungen und Häusern zu investieren.

Die aktuelle Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank führte zu einem weiteren Rückgang des Zinsüberschusses: Dieser beträgt 12,8 Millionen Euro und liegt 5,1 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. Das Warengeschäft konnte trotz anhaltender niedriger Erzeugerpreise, durchschnittlicher Ernte und einem relativ niedrigen Ölpreis gefestigt und teilweise ausgebaut werden.

Den zweitgrößten Anteil am Gesamtumsatz erzielte mit 65 Millionen Euro die Unternehmenssparte Energie. An den 20 Tankstellen wurde mit einer Kraftstoffmenge von 43,4 Millionen Litern genau so viel getankt wie im Vorjahr. Gut frequentiert wurden auch die Tankshops, die ihren Umsatz erneut um 2,4 Prozent auf 7,74 Millionen Euro steigern konnten. Auch die zehn Waschanlagen der Genossenschaft steigerten ihren Umsatz um zehn Prozent auf 604 000 Euro. Im Landtechnikbereich wurden 692 Maschinen verkauft, davon 440 Neumaschinen.

Das Kreditinstitut griff mit 52 000 Euro Kindergärten, Schulen, Vereinen und Feuerwehren finanziell unter die Arme, vermittelte Darlehen im Umfang von 14,7 Millionen Euro, gab Investitions- und Instandsetzungsaufträge in Höhe von 1,3 Millionen Euro an die heimische Wirtschaft und zahlte an die 849 Mitarbeiter Gehälter in Höhe von 16,2 Millionen Euro. Insgesamt zeigte sich die Unternehmensleitung mit dem Verlauf und dem Ergebnis des Geschäftsjahres zufrieden, so die Vorstandsvorsitzende Grit Worsch.

Von Hans-Jürgen Ollech

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