Signal kommt nun später

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Das Gymnasium Hankensbüttel (Modell) – derzeit im Zentrum der Oberschul-Diskussion.

Hankensbüttel - Von Holger Boden. „Das ist wohl Politik“, meinte nach der Sitzung des Hankensbütteler Schulausschusses ein Zuhörer, der sich wunderte, dass mutmaßlich gemeinsame Ziele nicht in einer gemeinsamen Entscheidung gipfelten. Gerade hatte die Gruppe aus SPD, FDP, Grünen und WSH vergeblich versucht, die CDU-Mehrheit für eine gemeinsame Resolution zu gewinnen, die dem Gymnasium Hankensbüttel in der aktuellen Oberschul-Diskussion den Rücken stärken soll. Hintergrund sind die Überlegungen in den Nachbarkommunen, gymnasiale Zweige einzurichten, wodurch das gymnasiale Angebot in Hankensbüttel erheblich geschwächt werden könnte.

CDU-Fraktionschef Karsten Singer betonte in der Sitzung am Dienstagabend zwar, dass „außer Frage steht, dass wir hinter dem Gymnasium stehen“. Das eineinhalbseitige Papier der Opposition wolle man aber „nicht einfach abnicken“ sondern erst in der Fraktion besprechen. „Mich stören einige Dinge daran, die ich hier nicht diskutieren möchte“, fügte Singer hinzu.

„Schade, dass es nicht gemeinsam geht“, sagte der Ausschussvorsitzende Martin Rausch (SPD). Er appellierte leidenschaftlich an die CDU, ein „kräftiges Signal nach außen“ zu senden. „Das Gymnasium ist eine über 60-jährige Erfolgsgeschichte, dafür haben sich Eltern und Politiker krummgemacht. Wir müssen da Stellung beziehen – das muss doch überparteilich möglich sein.“

Die CDU-Vertreter machten geltend, das Papier erst ein bis zwei Tage zuvor erhalten zu haben und damit nicht ausreichend Zeit gehabt zu haben, die Resolution zu bewerten. Peter Dietz (Grüne) signalisierte dafür Verständnis, fasste aber für die CDU die Botschaft des Entwurfs zusammen: Dass die politischen Vertreter der Samtgemeinde – auch wenn das Gymnasium nicht in ihrer Trägerschaft ist – keine Abstriche am Bildungsstandort Hankensbüttel hinnehmen wollen. „Das sollte möglichst bald rausgehen“, warb auch Dietz für Zustimmung.

Denn der Gruppe ist an einem frühen Signal gelegen: Man müsse sich angesichts der aktuellen Debatte im Landkreis positionieren, bevor Fakten geschaffen werden. „Mal über den eigenen Schatten springen“, bat Inge Elvers (SPD) die politische Konkurrenz.

Die Sorgen der Gruppe sind möglicherweise berechtigt. Werden Schüler in gymnasiale Zweige abgezogen, dann kann das zur Folge haben, dass einige Unterrichtsangebote in gewohnter Form nicht mehr möglich sind (siehe auch Artikel rechts).

Denkbar ist auch, dass bei den Planungen für die Ganztagsschule am Gymnasium noch einmal Abstriche gemacht werden. Nach IK-Informationen wird hinter den Kulissen der Kreispolitik schon diskutiert, ob der dritte Bauabschnitt – die Schaffung zusätzlicher Unterrichtsräume – noch sein muss. Rausch formulierte es in der Sitzung so: „Als die Oberschul-Diskussion losging, wollten schon die ersten das Paket für das Gymnasium wieder aufschnüren.“

Hankensbüttel hat in dieser Hinsicht freilich nichts zu verschenken: Die Schülerzahlen am Gymnasium werden ohnehin zurückgehen, wenn die Prognosen zur demografischen Entwicklung im Nordkreis weiterhin so eintreffen wie in den letzten Jahren.

Am Ende der Sitzung stand dann der Vorsatz, doch noch eine Resolution auf den Weg zu bringen. Linda Braun (CDU) machte den Vorschlag, gemeinsam ein Papier zu entwerfen, die Gruppe stimmte dem zu. Die neue Resolution wird allerdings wohl erst am 22. Februar in der nächsten Sitzung des Hankensbütteler Samtgemeinderates verabschiedet werden.

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