600 Jahre Lingwedel / Grünkohlwanderung zum Auftakt / Geburtstagsfeier am 25. August

Mit Schwung und Elan ins Jubiläumsjahr

+
Aufgebaut zum Gruppenfoto: Zum Auftakt des Jubiläumsjahres wurde von den Lingwedelern eine Grünkohlwanderung veranstaltet.

Lingwedel. Die Resonanz war überwältigend: Mehr als 50 wetterfeste, derzeitige und ehemalige Lingwedeler zwischen drei und 75 Jahren begrüßte Bernd Meyer am vergangenen Sonntag zu einer Wanderung rund um Lingwedel. Die Tour ging über eine Strecke von rund 6,5 Kilometern.

Auch der ständige Nieselregen konnte die gute Stimmung nicht vermiesen, so die Organisatoren.

Auf halber Strecke konnte man sich mit Glühwein und Kakao wieder aufwärmen. Im Anschluss gab es bei Meyer’s für die Teilnehmer ein deftiges Grünkohlessen, das von einigen freiwilligen Nichtwanderern zwischenzeitlich zubereitet wurde.

Mit der Aktion wurden die Aktivitäten zum 600-jährigen Bestehen des Dorfes eingeläutet. Denn genau an diesem Tage vor 600 Jahren, am 6. Januar 1413, haben die Brüder von Griben das ererbte Dorf Lingwedel an Johan Gos zu einem Preis von 20,00 Mark Lüneburgischer Währung verkauft. „Dieser Kaufvertrag ist die älteste Urkunde, die bisher gefunden wurde, in der Lingwedel erwähnt wird“, unterstreicht Heike Meyer, eine der Organisatorinnen der Auftaktveranstaltung im Jubiläumsjahr, gegenüber dem IK.

Viele werden sich sicherlich noch daran erinnern, dass Lingwedel im Jahre 1989 eine 500-Jahrfeier mit Langwedel zusammen veranstaltet hatte. Lingwedel hatte damals gar kein Jubiläum. Aber in Unkenntnis eines genaueren Datums meinten die Organisatoren: Wenn Langwedel 500 Jahre alt ist, hat es Lingwedel zu dem Zeitpunkt auch schon gegeben. Außerdem sind beide Dörfer ja schon immer eng miteinander verbunden gewesen. Zum Beispiel mit den Vereinen, der Schule und dem Friedhof.

„Für die damals geplante Riesensause war das ja auch gut und richtig“, sagt Heike Meyer. Nur wurde dann kurz danach der Fund der oben genannten Urkunde von 1413 öffentlich. Aufgrund dieser Tatsache sehen die Lingwedeler nun die Notwendigkeit, ihre Geschichte zu korrigieren. „Deshalb ist Lingwedel jetzt in 24 Jahren um 100 Jahre gealtert“, heißt es scherzhaft bei den Dorfbewohnern.

Ihre Jubiläumsfeier planen die Lingwedeler für Sonntag, 25. August. Beginnen soll der Festtag, wie berichtet, mit einem Freiluftgottesdienst. Anschließend ist ein gemütliches Beisammensein geplant.

„LiLa – so nennt man oft Ling- und Langwedel – zwei Dörfer, die sehr nah beieinander liegen und scheinbar unzertrennlich sind, deswegen lassen sie sich auch nur zusammen portraitieren“, heißt es beispielsweise auf der Homepage der Samtgemeinde Hankensbüttel.

Die Ling- und Langwedeler haben ein gemeinsames Sportheim und spielen im gleichen Posaunenchor. Gefeiert wird im gleichen Gasthaus in Langwedel, in dem zu seiner Zeit auch Hermann Löns einkehrte. Davon zeugt ein im Klubzimmer hängendes Gruppenfoto, auf dem der Heidedichter mit einer Langwedeler Jagdgesellschaft abgebildet ist. Der Gastwirt Heinrich Kahrens bekam 1912 dieses Foto und ein Buch von Hermann Löns „Da hinten in der Heide“ mit persönlicher Widmung. Vieles verbindet die Ling- und Langwedeler. Einiges trennt sie jedoch: das Bächlein Schwarzwasser und die unterschiedliche Vorwahl. Die Lingwedeler sind unter der Vorwahl (0 58 38) und die Langwedeler unter (0 58 32) zu erreichen.

Von Walter Manicke

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare