Neuer Seniorentreff steigt alle vier Wochen / Verstärkung gesucht

Schweimke: Kaffee, Klönsnack und Geschichten

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Anita Prage (r.) und Ingetraud Heine (2.v.r.) mit sieben Teilnehmerinnen beim Seniorentreff, sonst sind neun Damen dabei. Bis zu 14 Teilnehmer wären möglich.

Schweimke – Ingetraut Suhl möchte den neuen Seniorentreff in Schweimke nicht missen. „Man kann sich schön unterhalten, etwas Neues erfahren und wir werden gut bedient.

Es ist ein schöner Nachmittag“, sagt sie über die Treffen in ihrem Heimatort, die alle vier Wochen am zweiten Donnerstag im Monat ab 15 Uhr am Gosemühlenweg 5 stattfinden. Verstärkung wird noch gesucht: Interessierte können gerne zum aktuell neunköpfigen Teilnehmerfeld dazustoßen, es sind platztechnisch bis zu 14 Personen möglich.

Die Damen kommen aus Bottendorf, Allersehl und Schweimke. Anita Prange und Ingetraud Heine kümmern sich um das Programm und die kulinarische Versorgung. Albert Prange bietet einen Bring- und Holdienst per Auto an.

Zu Beginn der Treffen wird gemeinsam Kaffee getrunken und es werden die Neuigkeiten in der Runde ausgetauscht. Es werden Geschichten vorgelesen, etwa Eckhard Stevers „Hankensbütteler Schmunzelgeschichten“, oder auch Plattdeutsch-Gedichte, die der Runde immer eine besondere Freude bereiten. Denn so können zum einen die Platt-Kenntnisse aufgefrischt und zum anderen kann sich über Erlebnisse von früher ausgetauscht werden, die alle in gleicher oder ähnlicher Form gemacht haben. Etwa das Dreschen im Winter damals, für das sehr viele helfende Hände nötig waren. Viele Mäuse und Ratten seien zu jener Zeit ein Problem gewesen.

Auch an Hausschlachtungen und ans Baden im Waschkessel wird sich lebhaft erinnert. Die Menschen hätten sich gegenseitig bei der Arbeit geholfen – ob auf dem Feld oder in der Werkstatt. Abends seien dann noch die Strümpfe gestopft worden. Es war ohne Frage ein primitiveres Leben als heute – ohne warmes Wasser und ohne warme Stube. Morgens waren die Fenster zugefroren. „Es wurde mehr erzählt und gespielt, zum Beispiel Mensch ärgere Dich nicht“, hält Heine fest. Als dann der Fernseher kam, durfte man als Kind nicht dazwischen quatschen. In die Schule mussten Holz oder Torf zum Heizen mitgebracht werden.

Alte Fotos werden von der Runde mitgebracht und in den Reihen verteilt. So entsteht ein unübersehbares Zusammengehörigkeitsgefühl. Der Altersschnitt in der Runde liegt zwischen 80 und 90. Der ursprüngliche Rhythmus, sich alle zwei Wochen zu treffen, war zu eng getaktet gewesen. Mit den vier Wochen haben sich alle gut arrangiert. „Es macht Spaß, euch zuzuhören, was ihr alles erlebt habt“, sagt Heine in die Runde. „Ich lerne viel“, hält Anita Prange fest.

Beim nächsten Treffen soll es um Erfahrungen an der ehemaligen innerdeutschen Grenze gehen, insbesondere die „Aktion Ungeziefer“ im Juni 1952.

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