Elisabeth Mwaka über die zahlreichen Herausforderungen in Uganda / Noch Paten für Butiru-Projekt gesucht

„Die Schulklassen sind sehr voll“

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In den 35 selbstverwalteten Schulen in und rund um Butiru werden mittlerweile über 2500 Kinder und Jugendliche ausgebildet. Elisabeth Mwaka, gebürtige Wierstorferin, brachte den Bau der Gebäude in Gang und sammelte Spendengelder bei Unterstützern ein.

Hankensbüttel/Butiru. Für gut zwei Monate ist Elisabeth Mwaka, gebürtige Wierstorferin und Leiterin des Butiru-Projektes in Uganda (das IK berichtete), derzeit in Deutschland.

Am Dienstagabend informierte sie rund 35 interessierte Besucher im Hankensbütteler Bürgerhaus über die Herausforderungen bei ihrer Arbeit.

Dazu zählt neben dem Bekämpfen von Krankheiten wie Aids, Ebola, Typhus, Malaria und Masern auch das Verbessern des Bildungsstandes in der Bevölkerung oder der Aufbau einer Bauerngenossenschaft.

Vor 28 Jahren ging Mwaka erstmals für zwei Jahre nach Butiru – es wurde ihre Heimat. Sie lernte die Kirchengemeinde und ihren späteren Mann Erasmus kennen. Im Februar 2000 wurde ein erstes kleines Hospital aufgebaut, für das Betten, Matratzen und Bettwäsche besorgt wurden. Für den Bau hatte auch der Freundeskreis Christliche Sozialarbeit in Uganda mit Sitz in Hankensbüttel Geld gesammelt. Das Hospital weist 30 Betten, einen OP und ein Labor auf. Es bietet auch Impfprogramme an.

Für die Menschen in den Dörfern, die nicht so einfach zum Hospital kommen konnten, wurde eine Fahrradklinik eingerichtet. Das Waisenprogramm, das 1993 startete, haben inzwischen mehr als 700 Kinder durchlaufen. Auch ein privates Rentensystem wurde beim Butiru-Projekt entwickelt und aufgebaut. Das Projekt hilft außerdem durch den Bau von Häusern und durch Mikrokredite für Frauen.

Mwaka ist nicht nur in Butiru selbst aktiv: Sie hat mit Hilfe deutscher Stiftungen im näheren und weiteren Umfeld 35 selbstverwaltete Schulen bauen lassen, die nun von über 2500 Kindern und Jugendlichen besucht werden. „Die Schulklassen sind sehr voll“, sagt Mwaka. In einem Seminar, das man nach der 10. Klasse besuchen kann, werden Grundschullehrer ausgebildet. Viele ehemalige Teilnehmer beim Waisenprogramm arbeiten inzwischen dort als Lehrer oder sogar Schulleiter.

Beim so genannten „On Skill”-Ausbildungsprogramm werden die Menschen in Fächern wie Schneidern, Maurern, Schreinern und der Reparatur von Motorrädern geschult. Außerdem können sie sich als Krankenpfleger ausbilden lassen.

• Beim Butiru-Projekt werden noch weitere Paten gesucht – für 30 Euro pro Monat. Weitere Infos unter www.butiru-freundeskreis.net.

Von Paul Gerlach

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