Delegiertentagung in Hankensbüttel: Mangelnde Kostenkontrolle sorgt für Unmut

Schützen kritisieren Beitrag

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Zu Beginn der Tagung wurde mit den Fahnen einmarschiert.

Hankensbüttel. Die finanzielle Schieflage des Niedersächsischen Sportschützenverbandes (NSSV) und die deswegen angedachte einmalige Umlage von drei Euro – um eine drohende Insolvenz abzuwenden – bestimmen nach wie vor die Diskussionen in den Schützenvereinen.

Das wurde auch am Sonntag deutlich, als sich die Delegierten der 40 Mitgliedsvereine im Schützenhaus auf dem Wiethorn in Hankensbüttel zu ihrer 62. Tagung trafen. Ein Kompromiss, den der Vorsitzende Harald Bohne einbrachte, könnte eine allgemein tragbare Lösung sein: 1,50 Euro Umlage im Jahr 2015.

Bohne lobte die Arbeit des stellvertretenden Vorsitzenden des NSSV, Axel Rott. Seitdem Rott als kommissarischer Landespräsident das Sagen habe, würden Dinge offensichtlich, die sich zuvor im Verborgenen abgespielt hätten. Unter der Leitung von Rott sei aufgedeckt worden, was zuvor nicht aufgefallen sei: Die prekäre Finanzsituation sei auf nicht genehmigte Haushaltsüberschreitungen und auf ausgebliebene Erlöse zurückzuführen.

„Das hat nichts mit Geldverschwendung zu tun oder gar mit Unterschlagungen oder Ähnlichem“, betonte Bohne. Es sei vielmehr auf fehlende Kostendisziplin und ein mangelhaftes Kostencontrolling durch das Präsidium und den Gesamtvorstand zurückzuführen. Axel Rott habe nun eine stringente Haushaltsdisziplin eingeführt. Nachdem die Einnahmen sich unerwartet schwach entwickelt hätten und die Ausgaben gestiegen seien, habe es zwar eine merkliche Konsolidierung gegeben, doch bleibe ein Soll von 518 000 Euro, um unter anderem Kredite zu bedienen und einen Stau an Investitionen aufzulösen. Präsidium, Rechnungsprüfer und der Finanzausschuss hätten ein Konzept erstellt, demzufolge eine Umlage von 3 Euro je Mitglied spätestens 2014 fällig werde. Der zeitlich zweckgebundene Beitrag von 50 Cent soll als Beitragserhöhung für die Sicherung der Liquidität beibehalten werden. Eigentlich sollte dies in einer außerordentlichen Delegiertentagung beschlossen werden. Obwohl Bohne die 3 Euro Umlage für machbar hält, hat er das mit einer Mehrheit in der Gesamtvorstandssitzung verhindert. Hauptargument: Es sei nicht ausreichend Zeit, die Vereine zu informieren. Gar nichts zu tun bedeute, den NSSV möglicherweise in die Insolvenz zu treiben, was nicht im Sinne des Schützenwesens sei. Das Vorgehen, dass die anderen Kreisverbände die Umlage beschließen und Isenhagen-Wittingen nicht mitziehe, hätten die Vereinsvorsitzenden strikt abgelehnt. Ein aus Bohnes Sicht faires Vorgehen wäre es, selbst den Vorschlag mit 1,50 Euro für das Jahr 2015 abzugeben. Die Diskussion darüber dürfte über die Delegiertenversammlung hinaus in den Vereinen geführt werden.

Von Horst Michalzik

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