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Schub für geplantes Polderbecken bei Hankensbüttel

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Von: Paul Gerlach

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Wilhelm Heerdes aus Emmen (v.l.), Dirk Niebuhr aus Hankensbüttel, Landtagskandidatin Kerstin Meyer, Willhelm-Joachim Cohrs, Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast, Herbert Pieper und Lena-Sophie Laue (alle CDU).
Sprachen über das geplante Polderbecken bei Hankensbüttel: Wilhelm Heerdes aus Emmen (v.l.), Dirk Niebuhr aus Hankensbüttel, Landtagskandidatin Kerstin Meyer, Willhelm-Joachim Cohrs, Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast, Herbert Pieper und Lena-Sophie Laue (alle CDU). © Gerlach, Paul

Hankensbüttel/Berlin – Dieses Treffen gab Rückenwind: Die Landwirte Wilhelm-Joachim Cohrs aus Weddersehl und Wilhelm Heerdes aus Emmen waren nach einer Begegnung mit der niedersächsischen Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast sichtlich zufrieden. Die beiden Sprecher des „Dachverbandes Kanalberegnung Hankensbüttel“, der sich aktuell gründet, stellten im Gasthaus Pasemann in Emmen der Ministerin ihr Wasserspeicher-Vorhaben bei Hankensbüttel (das IK berichtete) vor. Otte-Kinast begrüßte das Riesen-Projekt: „Wir brauchen solche Vorhaben.“

Cohrs und Heerdes hoffen bekanntlich auf viel Schwung, die Unterstützung durch Politik und Gesellschaft sowie auf Fördergelder – denn alleine durch die Landwirte sei das Projekt finanziell nicht zu stemmen. Otte-Kinast sagte zu, dass sie das Vorhaben in ihrem Ministerium erneut auf die Agenda heben will.

Grundsätzlich geht es darum, zusätzliche Wassermengen in die Fläche zu bekommen, wie Cohrs erläuterte – mit Blick auf die Lebensmittel-Herstellung und den intensiven Ackerbau, insbesondere Kartoffeln. Dieses Wasser soll zu Zeiten aus dem Elbe-Seitenkanal entnommen werden, in denen keine Spitzenlast zu verzeichnen ist. Eine geeignete Entnahmestelle im Kanal gibt es bereits, die für diesen Zweck genutzt werden soll.

Das Ganze soll CO2-neutral erfolgen, der Pumpenbetrieb durch Photovoltaik und Windkraft gewährleistet werden und überflüssige Energie ins Netz eingespeist werden. Das Polderbecken (mit einer reinen Wasserfläche von rund zwölf Hektar) soll mit schwimmenden PV-Anlagen belegt werden, die acht oder neun Megawatt erzeugen. Zugleich wird durch das Abdecken des Wassers durch die Anlagen die Verdunstung vermieden. „Wir wollen dem Klimawandel gerecht werden“, sagte Heerdes. Das Grundwasser soll geschont werden. Die Wasserstoff-Technologie soll in Zusammenhang mit dem in der Nähe liegenden Windpark (bei Wettendorf) und Biogasanlagen zum Einsatz kommen. „Das Projekt ist nicht nur für die Betriebe, sondern für die ganze Region wichtig“, sagte Heerdes.

„Das Polderbecken wäre schön für Hankensbüttel, aber zugleich ist es ein Projekt für die gesamte norddeutsche Tiefebene“, betonte Cohrs. Der Becken-Standort liege zentral im Dachverbands-Gebiet und eigne sich daher hervorragend.

Der weitere Zeitplan

Im nächsten Jahr sollen voraussichtlich die Planungsvorbereitungen und der Förderantrag erfolgen. Im Zeitraum bis 2025 sind Umweltgutachten und das Planfeststellungsverfahren vorgesehen. Die Realisierung könnte dann in den Jahren 2026 bis 2030 angegangen werden.

Bis es so weit ist, liegt noch ein langer Weg vor den Beteiligten. Otte-Kinast drückte aus, dass es nun zunächst darum geht, passende Fördertöpfe für den Dachverband Kanalberegnung herauszusuchen. Das Land kommt auch an anderer Stelle ins Spiel, denn die Zielfläche fürs Polderbecken an der K 7 zwischen Hankensbüttel und Oerrel ist im Landeseigentum. Der Dachverband möchte die Fläche pachten.

Aus Otte-Kinasts Sicht gehört das Hankensbütteler Projekt in den nächsten Koalitionsvertrag und sollte bei den Haushaltsberatungen mit Geld versehen werden. „Man muss es angehen.“

Beim Termin in Emmen waren außerdem Dirk Niebuhr als Vorsitzender des Ortsverbandes Hankensbüttel, die Landtagskandidatinnen Kerstin Meyer und Lena-Sophie Laue sowie Kreistagsmitglied Herbert Pieper mit von der Partie.

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