Klare Empfehlung aus Hankensbüttel

Schlösser, Pyramiden und eine Insel: Spielkameraden geben Tipps für die Corona-Isolation

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Ein Bild aus Vor-Corona-Zeiten: die Hankensbütteler Spielkameraden in Aktion bei einem ihrer regelmäßigen Treffen. Nun geben sie Tipps für alle, die zu Hause die Freizeit füllen müssen.

Hankensbüttel – Das Isenhagener Land ist in soziale Corona-Starre verfallen, das gesellschaftliche Leben zum Erliegen gekommen. Kinder können nicht mehr die Schulen und Kindertagesstätten besuchen, viele Eltern arbeiten von zu Hause aus.

Damit die gemeinsame Zeit auch bei schlechterem Wetter nicht langweilig wird, haben die Spielkameraden aus Hankensbüttel eine klare Empfehlung für die Freizeitgestaltung: Brett- und Gesellschaftsspiele.

Natürlich haben auch die Spielkameraden vorübergehend ihre Aktivitäten eingestellt, die montaglichen Spielerunden im Hankensbütteler Jugendtreff Kubus finden derzeit nicht statt. Für die Zeit, in der sich jeder überwiegend zu Hause aufhalten sollte, haben die passionierten Brettspieler aber den einen oder anderen Tipp parat.

• Spiele für Familien:

Viele Familien verbringen nun mehr Zeit miteinander als sonst im Alltag. Brettspiele können ein schöner gemeinsamer Zeitvertreib sein, der Spaß macht und dabei auch unterschiedliche Denkweisen schult.

Ein moderner Klassiker unter den Familienspielen ist „Zug um Zug“. Bei dem Spiel gilt es, Kartensets zu sammeln und damit dann möglichst lange Zugstrecken zu errichten. „Einfache Regeln und ein eingängiges Spielprinzip machen ‘Zug um Zug’ zu einem Klassiker, den man mit fast jedem spielen kann“, so das Fazit der Spielkameraden.

In „Zwischen zwei Schlössern“ bauen die Spieler Schlösser auf, immer zusammen mit einem Mitspieler. Dadurch entsteht ein schönes Zusammenspiel. Einzig die Punktewertung ist ein wenig umständlich, aber nicht allzu kompliziert.

Wenn „Mau Mau“ durch hinterhältige Siebenen (bei denen man zusätzliche Karten ziehen muss) zu Unstimmigkeiten führt, ist „Tippi Toppi“ eine schöne Alternative. Dabei spielen die Spieler nämlich alle zusammen gegen das Spiel und versuchen, ihre Karten auf einen der vier Stapel zu spielen und dabei möglichst eine der vier ausliegenden Aufgaben zu erfüllen.

„Ganz schön clever“ ist ein scheinbar simples Würfelspiel, bei dem die Spieler versuchen, möglichst viele Punkte auf ihrem Spielzettel anzukreuzen. Doch durch die verschiedenen Sondereffekte der unterschiedlichen Farben ergeben sich starke Kombinationen, die diesem Würfelspiel viel Tiefgang verleihen.

Besonders angesichts der aktuellen Situation erscheint der kooperative Klassiker „Pandemie“ brisanter und relevanter denn je. Dabei schlüpfen die Spieler in die Rollen von Spezialisten, die versuchen müssen, den Ausbruch vier verschiedener Krankheiten zu verhindern, infizierte Städte zu versorgen und schließlich gemeinsam Gegenmittel zu entwickeln. Dabei ist geplantes Vorgehen sehr wichtig, denn nur, wenn man die Stärken der Spezialisten gemeinsam nutzt, haben die Spieler eine Chance, die Welt zu heilen.

„Generell macht man auch mit den ‘Spiel-des-Jahres’-Gewinnern wie ‘Flügelschlag’, ‘Azul’ oder ‘Quacksalber von Quedlinburg’ nichts verkehrt“, sind die Spielkameraden überzeugt.

• Spiele zu zweit:

Wer glaubt, zu zweit kann man ausschließlich Schach spielen, der irrt sich. Auch für zwei Spieler gibt es eine bunte Angebotspalette.

Uwe Rosenberg ist einer der bekanntesten Spiele-Entwickler der Welt und hat mit „Patchwork“ ein Zwei-Personen-Spiel entworfen, von dem es mittlerweile verschiedenste Ableger gibt. In „Patchwork“ versuchen die Spieler, einen Flickenteppich zu erstellen. Dazu versuchen sie, unterschiedliche Flickenteile zu erwerben und diese dann möglichst passgenau auf das Nähfeld zu legen. Planung spielt dabei eine ebenso große Rolle wie Puzzlevermögen.

Ebenso gelungen wie der Mehrspieler-Vorgänger ist auch das Zwei-Spieler-Spiel „7 Wonders Duel“. Über eine Kartenpyramide können die Spieler ihre Zivilisation in drei Zeitaltern ausbauen und über technologischen oder auch militärischen Fortschritt das Spiel in gut 30 Minuten für sich entscheiden.

• Für Einzelspieler:

Und auch, wenn man keine Mitspieler hat, kann man sich allein die Zeit mit einem Spiel vertreiben – sei es, um den persönlichen Rekord zu knacken oder um alle Herausforderungen des Spiels zu meistern.

In „Palm Island“ hat man die Entwicklung einer Insel buchstäblich in der Hand. Denn mit den 16 Karten, die man in der Hand hält, generiert man Ressourcen, verbessert die Karten und baut sich so nach und nach eine florierende Ökonomie auf. Durch die vielen Entscheidungen, die dieses kleine Spiel bietet, macht auch eine erneute Reise zur „Insel in der Handfläche“ immer wieder Tüftelspaß. Und auch „Tippi Toppi“ oder „Ganz schön clever“ stellen für einzelne Spieler eine willkommene Herausforderung dar.

• Der Sprung ins tiefe Wasser:

Wer momentan richtig viel Zeit hat, und gern tief in eine fantastische Welt eintauchen und dort Abenteuer erleben möchte, könnte einen Blick auf „Descent: Die Reise ins Dunkel“ werfen. Dabei handelt es sich um ein durchaus anspruchsvolles Spiel für zwei bis fünf Spieler, das zunächst einmal auch ein intensives Studium des Regelwerks voraussetzt. Wer sich aber darauf einlässt, wird mit einem im besten Sinne epischen Fantasy-Abenteuer belohnt, in dem die verschiedenen Charaktere wachsen und sich entwickeln.

VON DENNIS KLÜTING

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