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Schild hat keine „Füße“ mehr

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So soll es sein, finden die Bokeler: Das Ortsschild steht nach drei Jahren wieder an seinem alten Platz. Foto: Peter

Bokel. Fast drei Jahre währte der Schilderstreit in Bokel (das IK berichtete). Nun steht das Ortseingangsschild des Heideortes aus Richtung Behren kommend wieder an seinem ursprünglichen Platz – zur Freude der Bokeler.

Die Ortstafel hat in den letzten Jahren ihre eigene kleine wortwörtlich „bewegte“ Geschichte hinter sich.

Das gelbe Ortseingangsschild war im August 2008 auf Anordnung des Landkreises um fast 300 Meter in den Ort hinein versetzt worden. Damit folgte das Verkehrsamt des Landkreises der Straßenverkehrsordnung. Dort steht, dass Ortseingangsschilder auf Höhe der geschlossenen Bebauung stehen sollten.

Die Anwohner waren wütend und sorgten sich um ihre Sicherheit. Das versetzte Ortsschild bot in ihren Augen eine Rennstrecke mitten im Dorf. Ein Anwohner wollte den juristischen Weg gehen. Die Bokeler machten mobil. Landrätin Marion Lau erhielt von ihnen eine Liste mit 336 Unterschriften gegen das versetzte Ortsschild.

2009 erhielt das Bokeler Ortsschild einen Zwilling – gegenüber auf der linken Straßenseite. Das zweite Ortsschild war nach Meinung des Kreises nötig, da die Ortstafel auf der rechten Seite aus bestimmter Entfernung nicht zu sehen war.

Im Frühling 2010 kam der Fernsehsender RTL in den Heideort, um über den Schilderstreit zu berichten. Das versetzte Ortsschild bekam immer wieder „Füße“ und wanderte an seinen alten Platz zurück. Dort blieb es aber nie lange, die Straßenmeisterei brachte es zum neuen Standort zurück. Im Sommer 2010 verschwanden die beiden gelben Zwillingstafeln komplett, nur die eisernen Rahmen blieben stehen. Die Kreisstraßenmeisterei Vorsfelde erstattete Anzeige.

Wer die Schilder entfernte, war unklar. Das Schützenfest 2010 stand bevor und es war mit viel Verkehr zu rechnen. Eine Ortstafel musste her. Einige Bürger stellten ein ortseigenes Ortsschild dort auf, wo die Tafel ursprünglich stand. Nach dem Schützenfest stellte die Straßenmeisterei 50-Schilder zur Geschwindigkeitsbegrenzung an den leeren Ortstafelrahmen auf. Diese wiederum „wanderten“ wieder an den Platz, wo die Bokeler Ortstafel vor der Verkehrsschau stand.

Für noch mehr Aufregung im Heideort sorgte dann im Mai 2010 eine Kamera an einem Baum genau gegenüber der Ortstafel. Heimliche Überwachung des Ortsschildes damit dieses nicht mehr eigenmächtig von Unbekannten versetzt wird? Die Kamera erwies sich als Attrappe und verschwand wieder. Ein Mitarbeiter der Landesstraßenbaubehörde hatte diese im Alleingang angebracht.

Jetzt ist Ruhe am Bokeler Ortseingang eingekehrt. Nach der diesjährigen Verkehrsschau steht die Ortstafel wieder an ihrem alten Platz. „Füße“ hat sie seither nicht mehr bekommen.

Von Sabine Peter

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